MiGAZIN - Das Fachmagazin über Migration, Flucht und Rassismus
Berlin rückt nach links, AfD legt weiter zu
Berlin rückt nach links, AfD legt weiter zu
Elif Eralp könnte nach dem Wahlerfolg der Linken an die Spitze der Hauptstadt rücken. Gleichzeitig wächst die AfD in Berlin deutlich und wird in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 37 Prozent stärkste Kraft. Von Lena Klimpel und Torsten Holtz
Der umworbene Muslim
Vom Sicherheitsproblem zum Wahlbürger – und zurück
Vor der Berliner Wahl werden Muslime als Wählerschaft entdeckt - interessante Zielgruppe, jenseits von Integrations- und Sicherheitsdebatten. Nach der Wahl droht die Rückkehr unter Generalverdacht. Von Mira E. Hazzaa
Zweierlei Gewalt
Generalverdacht, Einzelfallkunde und Assoziationskette
Der Zehn-Punkte-Plan der Bundesregierung reicht von Terrorabwehr bis zu härteren Strafen für gefährliche Messerangriffe. Über politische Reaktionen und gesellschaftliche Bilder – und was die Forschung dazu sagt. Von Birol Kocaman
Grenzverschiebung
„Remigration“ ist nicht nur eine deutsche Debatte
„Remigration“, Abschiebeoffensive, Rüstungsgüter: Die politische Drohkulisse wird größer. Eine Tatsache ändert sich dadurch nicht: Millionen Muslime leben hier, gehören hierher und gestalten Deutschlands Zukunft mit. Von Ali Mete
Bewusster Paria
Zwischen Terror und Generalverdacht
Zwanzig Jahre lang standen Demokratie, Freiheit und Menschenrechte im Zentrum der westlichen Afghanistan-Politik. Heute erleben Geflüchtete das Ende dieses Versprechens nun aus der Ferne – verbunden mit Flucht, Verlust und Ernüchterung. Von Dawood Erfan
Wuppertal
Ermittler sehen Antisemitismus hinter Feuer an Synagoge

Nach einem versuchten Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge verdichten sich die Hinweise auf ein antisemitisches Tatmotiv. Ein 37-Jähriger Afghane wurde kurz nach der Tat festgenommen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Vertreter der Gemeinde fordern lückenlose Aufklärung und Konsequenzen. Von Michael Bosse
Neue Regeln
Deutlich mehr Asylanträge im beschleunigten Verfahren

Seit Mitte Juni wurden in Deutschland mehr beschleunigte als reguläre Asylverfahren eingeleitet. Wer abgelehnt wird und dagegen klagt, kann schon abgeschoben werden, bevor das Gericht entschieden hat. Die Linke befürchtet falsche Entscheidungen. Pro Asyl kritisiert, die Bundesregierung setze die EU-Vorgaben weitreichend um. Von Anne-Béatrice Clasmann
Wüst dankt „Gastarbeitern“
65 Jahre Arbeit, Familie, Leben – und Vorurteile

Sie arbeiteten unter Tage, in Fabriken und an Förderbändern und schufen Wohlstand mit. Anerkennung erhielten viele lange kaum. 65 Jahre nach dem Anwerbeabkommen erinnert Nordrhein-Westfalen an ihre Lebensleistung – und an fortbestehende Ausgrenzung.
„Rassenlehre“ im NRW-Landtag
Pisa-Debatte: AfD empört mit Aussagen zu Herkunft und IQ

AfD-Politiker machen Einwanderung aus „Niedrig-IQ-Regionen“ für Schulprobleme verantwortlich und fordern separate Klassen sowie Abschiebungen. Grüne Abgeordnete kritisieren seine Äußerungen und sprechen von „Rassenlehre in reinster Form“. CDU, SPD, FDP und Schulministerin Feller gehen darauf nicht ein. Von Bettina Grönewald
Zitat der Woche
„Das [Migranten] sind Menschen. Und wir müssen sie wie menschliche Wesen behandeln, auf menschliche Weise – und nicht schlechter als Haustiere, andere Tiere et cetera.“
„Finaler Schuss“
Höcke: „Wohltemperierte Grausamkeit“ bei „Remigration“

Kaum ist die Aufregung über Siegmunds Äußerung zu Rüstungsgütern für eine „Abschiebeoffensive“ abgeklungen, legt Thüringens AfD-Chef Höcke nach: Für die Umsetzung der „Remigrations“-Pläne fordert er mehr Durchgriffsrechte für die Polizei – und spricht von „wohltemperierter Grausamkeit“.
Peenemünde
AfD-Hochburg zwischen Alltagsfrust und Erinnerungskultur

Peenemünde wählt am Sonntag Landtag und Bürgermeister. Der kleine Ort kämpft mit fehlenden Arbeitsplätzen und Abwanderung. Gleichzeitig warnen Experten vor möglichen Folgen politischer Veränderungen. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die AfD hier 53 Prozent. Von Verena Schmitt-Roschmann, Lilli Förter und Helena Dolderer

„AidWatch“-Bericht
Deutschland verbucht Milliarden für Ausgaben im Inland als Entwicklungshilfe

Die öffentlichen Entwicklungsleistungen Europas sind 2025 deutlich zurückgegangen. Concord kritisiert, dass ein erheblicher Teil der als Entwicklungshilfe gemeldeten Ausgaben Europa gar nicht verlässt. Aucht Deutschlands Zahlen seien künstlich aufgebläht.
Geduldsfach
Mehr als 20 Jahre Versuchsbetrieb für muslimische Schüler

Aus dem Modell sollte längst Regelbetrieb geworden sein. Stattdessen reicht die Palette bis heute von staatlicher Islamkunde bis zur provisorischen Trägerschaft. Trotzdem besuchen mehr muslimische Schüler islamischen Religionsunterricht – in absoluten Zahlen.
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TOP GELESEN
- Huch!? Wenn „Remigration“ plötzlich Ausrüstung braucht
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Fachkräftemobilität
EU plant Turbo-Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse
Die EU-Kommission will Anerkennungsverfahren bei Qualifikationen deutlich verkürzen. Auch Abschlüsse aus Nicht-EU-Staaten sollen schneller geprüft werden. Für bestimmte Berufe ist sogar eine automatische Anerkennung vorgesehen.

Pflegekräfte aus Polen
Markt, Vermittlung und Arbeitsbedingungen im Wandel
Der demografische Wandel treibt die Nachfrage nach Pflegekräften nach oben. Viele Pfleger kamen bisher aus Polen. Doch die Anwerbung aus dem Ausland wird immer schwieriger. Immer weniger Menschen wollen nach Deutschland.

Anlass: Ceuta
Von der Leyen will in Ausnahmelagen flexiblere Asylverfahren
Nach Ceuta verspricht Brüssel gleichzeitig festen Grenzschutz und die Wahrung von Grundrechten – ein gewagter Balanceakt. Geplant sind zeitlich begrenzte Abweichungen bei Asylverfahren und eine stärkere Rolle von Frontex. Vorbild ist die umstrittene Praxis in Polen.

Arbeitsmarkt
AfD rechnet Integration schlecht – „Bild“ verbreitet
Die AfD erklärt die Arbeitsmarktintegration von Ukrainern zum Flop und fordert weniger Sozialleistungen. Grundlage ist eine selbst errechnete Beschäftigungsquote, die deutlich unter den offiziellen Zahlen liegt. Das Boulevardblatt „Bild“ verbreitet diese Erzählung. Von Sedat Dursun

Ostdeutschland
AfD löst bei Migranten Sorgen um Sicherheit und Bleiben aus
Menschen mit Migrationserfahrung fürchten sich nach den Wahlergebnissen für die AfD um ihre Sicherheit – Hotspots sind Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Besonders problematisch sind Wohnsitzauflagen für Geflüchtete. Eine Mehrheit der befragten Wahlberechtigten kann diese Sorgen nachvollziehen.

Gegenwehr
Bundesweite Proteste: Zehntausende fordern AfD-Verbot
Von Hamburg bis München demonstrierten Zehntausende gegen Rechtsextremismus und die AfD. Damit rückt auch ein mögliches Verbotsverfahren wieder in den Mittelpunkt – unterstützt unter anderem vom Institut für Menschenrechte.

Bumerang
Eine Bilanz nach 25 Jahren: Krieg gegen den Terror
Die Anschläge vom 11. September 2001 lösten Kriege, neue Sicherheitsgesetze und geopolitische Umbrüche aus. Ein Vierteljahrhundert, rund 940.000 Tote und acht Billionen Dollar später sind Al-Kaida-nahe Gruppen, der IS und die Taliban keineswegs aus der Welt verschwunden. Von Anne Pollmann

Nachwirkungen
25 Jahre nach 9/11: USA erinnern an Opfer und Folgen
Die Erinnerung an 9/11 ist unvollständig, wenn sie bei Heldentum und Zusammenhalt endet. Auf die Anschläge folgten Kriege, Gewalt und Argwohn gegen Muslime – und ein Sicherheitsapparat, der heute auch Trumps Abschiebepolitik trägt. Von Konrad Ege

Arbeitsmarkt-Studie
Vergeudete Potenziale: Zugewanderte arbeiten unter Niveau
Trotz Fachkräftemangels arbeiten viele Zugewanderte unterhalb ihrer Qualifikation. Laut einer Bertelsmann-Studie verdienen ausländische Beschäftigte im Schnitt 19,6 Prozent weniger – auch wegen Sprachhürden, Bürokratie und Diskriminierung. Von Katrin Nordwald

Bildungsmigration
Forscher: Auszubildende aus dem Ausland landen oft in Schuldenfalle
Deutschland will für Fachkräfte, Studierende und Auszubildende aus Drittstaaten attraktiver werden. Der SVR sieht jedoch Risiken: Vereinfachte Zugänge könnten zweckwidrig genutzt werden und junge Menschen in prekäre Lebenslagen bringen.

Zeitdokumente
Erste Briefe nach dem Holocaust erzählen vom Überleben
Eine neue Sammlung von Yad Vashem versammelt frühe Briefe jüdischer Überlebender nach 1945. Sie erzählen von Befreiung, Trauer, familiärem Verlust, seelischer Leere und der schwierigen Frage, ob und wo ein neues Leben beginnen konnte. Von Verena Schmitt-Roschmann

Postmigrantische Weltstadt
Frankfurt: Multiversum hinter der Skyline
Zwischen Bankentürmen, Museen, Kliniken und Parks verdichten sich am Fluss die unterschiedlichen Lebenswelten Frankfurts. Das Ufer erzählt von Migration und Stadtgeschichte ebenso wie von sozialer Ungleichheit, Kultur und globaler Wirtschaft. Von Dr. Homayun Alam
MiGNETIQUETTE
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