MiGAZIN - Das Fachmagazin über Migration, Flucht und Rassismus

Rassistisch und islamfeindlich
So begründen Richter die Beobachtung der AfD Niedersachsen
Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat die Hochstufung der AfD Niedersachsen durch den Verfassungsschutz im Eilverfahren bestätigt. Die Richter sehen hinreichende Belege für ein rassistisches Volksverständnis, systematische Muslimfeindlichkeit und Angriffe auf Demokratie und Rechtsstaat.

Warten statt Perspektive
Zahl der Geduldeten steigt wieder auf über 200.000
Ende September lebten 200.601 Menschen mit einer Duldung in Deutschland. Nach drei Jahren des Rückgangs steigt ihre Zahl wieder. Zugleich ist das von der Koalition vereinbarte neue Bleiberecht für bestimmte Beschäftigte noch nicht umgesetzt. Die Grünen fordern schnelles Handeln.

Beschlossen
Saarlands neues Integrationsgesetz: Was es verspricht – und was nicht
Das Saarland hat erstmals ein Integrationsgesetz beschlossen. Es soll Zugewanderten mehr Teilhabe ermöglichen und Diskriminierung bekämpfen. Fachleute und Verbände begrüßen die Ziele, kritisieren aber fehlende finanzielle Garantien und einklagbare Ansprüche. Trotz Nachbesserungen bleiben zentrale Forderungen unerfüllt.

Mittelmeer
Deutschland will umstrittenen EU-Einsatz vor Libyen fortsetzen
Die Bundeswehr soll sich weiter an zwei Militärmissionen im Mittelmeer beteiligen. Besonders die EU-Operation Irini steht wegen ihrer Zusammenarbeit mit libyschen Sicherheitskräften in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer Beteiligung Europas an der gewaltsamen Zurückdrängung von Geflüchteten.

Migration und Sport
Nicht die Motivation fehlt – sondern der Zugang
Günstige Kurse, Kinderbetreuung und Mitbestimmung: Ein seit mehr als 20 Jahren erprobtes Bewegungsprogramm erreicht auch Frauen, die herkömmliche Sportangebote häufig nicht erreichen. Doch ein neuer Forschungsüberblick zeigt, wie schwer es ist, solche Erfolge dauerhaft abzusichern.

65 Jahre Türkei-Abkommen
Von der Anwerbung zur „Verpiss-dich-Prämie“
Es ist ein Vertrag, der Deutschland verändert hat wie kaum ein anderer: Vor 65 Jahren wurde das deutsch-türkische Anwerbeabkommen geschlossen. Was daraus entstehen würde, ahnte anfangs keiner. Von Christoph Driessen

Anschlag von Trappes
Frankreich streitet über Hass, Hetze und Mitgefühl
Nach dem rassistischen Anschlag bei Paris legen Ermittler neue Erkenntnisse zum Motiv und politischen Umfeld des Verdächtigen vor. Seine Begründung für die Wahl des Tatorts erinnert an die Rhetorik des rechtsextremen Rassemblement National. Die Funde in seiner Wohnung verschärfen die Debatte über politische Verantwortung.

Trappes/Frankreich
Nach rassistischem Anschlag eskaliert Streit im Parlament
Die Nationalversammlung gedenkt der Opfer von Trappes. Wenige Minuten später liefern sich Abgeordnete und Regierung heftige Wortgefechte. Die Auseinandersetzung dreht sich um politische Verantwortung für rassistische Hetze und den bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf. Von Chloé Rouveyrolles-Bazire, Lucie Aubourg

Arbeitsmarkt-Studie
Vergeudete Potenziale: Zugewanderte arbeiten unter Niveau
Trotz Fachkräftemangels arbeiten viele Zugewanderte unterhalb ihrer Qualifikation. Laut einer Bertelsmann-Studie verdienen ausländische Beschäftigte im Schnitt 19,6 Prozent weniger – auch wegen Sprachhürden, Bürokratie und Diskriminierung. Von Katrin Nordwald

Bildungsmigration
Forscher: Auszubildende aus dem Ausland landen oft in Schuldenfalle
Deutschland will für Fachkräfte, Studierende und Auszubildende aus Drittstaaten attraktiver werden. Der SVR sieht jedoch Risiken: Vereinfachte Zugänge könnten zweckwidrig genutzt werden und junge Menschen in prekäre Lebenslagen bringen.

Kinostart
Schonungslos: „Block 10“ zeigt das Grauen der NS-Medizin
Der neue Film von Marcus O. Rosenmüller schildert die medizinischen Experimente an jüdischen Frauen im Konzentrationslager Auschwitz. Christian Berkel und Axel Prahl verkörpern historische Personen. Die Inszenierung verzichtet auf beschönigende Bilder – im Gegenteil.

Geschichten von Unterdrückung
Fotograf hinterfragt koloniale Schönheitsideale
- Lange galten traditionelle afrikanische Frisuren unter britischer Kolonialherrschaft als unerwünscht. Der kenianische Künstler Mutua Matheka greift historische Vorbilder auf und verwandelt ältere Menschen aus Kibera in selbstbewusste Figuren einer erdachten Zukunft. Von Birte Mensing











