MiGAZIN - Das Fachmagazin über Migration, Flucht und Rassismus

Vom Nazi-Tattoo zum Kopftuchverbot: Neue Kleider-Ordnung für Beamte

Nordrhein-Westfalen

Vom Nazi-Tattoo zum Kopftuchverbot: Neue Kleider-Ordnung für Beamte

Arbeitszeitkonten, Zulagen, Arbeitszeiten: NRW plant eine große Beamtenreform. Nebenbei werden Ministerien auch ermächtigt, das Erscheinungsbild von Beamten zu regeln. Auch religiöse Kleidung ist betroffen. Kritiker warnen vor weitreichenden Eingriffen – und vor einem weiteren Kopftuchverbot. Schon ein Bundesgesetz hatte 2021 heftige Proteste ausgelöst.

Muslim, Religion, Kopftuch, Religionsfreiheit, Polizei, Büro, Amt, Arbeit
Tetiana Kalitchenko, Ukrainerin, Ukraine, Krieg, Flucht, Integration, Sprache

Eine Ukrainerin erzählt

„Sicherheit ist noch kein neues Leben.“

Nach ihrer Flucht aus Kiew kommen Tetiana Kalitchenko und ihre Tochter in Norddeutschland an. Was folgt, ist ein langer Weg durch Sprachkurse, Wohnungssuche und Anerkennung - und die Bedeutung helfender Hände. Von

Kiflemariam Gebre Wold, MiGAZIN, Entwicklung, Rüstung, Menschenrechte, Rassismus, Migration

Koffer im Flur

Vorsorge für den Ernstfall

Die Wahl Tobias Rauschs zum Landtagspräsidenten zeigt, wie die AfD im Parlament Unterstützung jenseits der eigenen Reihen gewinnt. Für die Diaspora bedeutet dies eine schmerzhafte Erkenntnis – und warum ein Plan B nötig ist. Von

Sven Bensmann, Migazin, Kolumne, Bensmann, Sven

Nebenan

Januar, Februar, Schmerz, April

Eimerchen, Schäufelchen, Empörung: Während Politik und Öffentlichkeit Kleinkriege aufführen, wächst die AfD. Die AfD muss ihre Themen kaum noch selbst setzen. Die Pointe ist bitter. Von

Lavdije Zidi, Lehrerin, Bildung, Schule, Integration, Sprache

PISA-Ritual

Soziale Gerechtigkeit durch Bildung

Die PISA-Werte sinken, benachteiligte Jugendliche verlieren weiter an Boden. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Erkenntnisquelle zu wenig genutzt: das Klassenzimmer. Es ist Zeit für einen Kurswechsel. Von

Lea Gajić, Gesellschaft, Menschenrechte, MiGAZIN

Fragile Zugehörigkeit

Für einen zweiten Tag der Deutschen Einheit

Ein deutscher Pass schafft einen rechtlichen Status. Doch wer als deutsch wahrgenommen wird, entscheidet sich oft im Alltag. Dort zeigt sich, wie brüchig das Versprechen gleicher Zugehörigkeit ist. Von

Elif Yakac, Islam, Muslim, Islamwissenschaften, Politikwissenschaften

Brief an die AfD

Deine Migrationspolitik führt zu Plan B

Wer Zugehörigkeit danach bemisst, wie verwertbar Menschen sind, landet bei einem Widerspruch. Dieser Brief an die AfD macht den Denkfehler sichtbar – und erklärt, warum ihre Politik keine Alternative ist. Von

Friedenspreisträger Philippe Sands

Deutschlands Schweigen zu Israel ist „unanständig“

Friedenspreis, Deutscher Buchhandel, Philippe Sands, Rede, Antisemitismus, Holocaust

In seiner Dankesrede kritisiert Philippe Sands Deutschlands Haltung gegenüber Israel ungewöhnlich scharf. Der Träger des Friedenspreises verlangt, Völkerstraftaten klar zu benennen, und warnt vor Einschränkungen der öffentlichen Debatte. Von

Schluss mit „PR-Platzierungen“

Parlament und Wahlurne: Migranten fordern mehr politische Teilnahme

Bundestag, Debatte, Politik, Berlin, Plenarsaal, Berlin

Menschen mit Migrationserfahrung sind im Bundestag deutlich unterrepräsentiert. Organisationen beklagen Hürden, Intransparenz und aussichtslose Listenplätze. Sie fordern Reformen zudem das kommunale Wahlrecht. Ein Dossier zeigt, warum die deutsche Wiedervereinigung dies zumindest in einem Teil Deutschlands zunichtemachte.

Zu viele Ausländer beschäftigt

US-Regierung schließt Microsoft aus Visa-Programm aus

Microsoft, Software, Köln, Konzern, USA, Künstliche Intelligenz, Büro, Wirtschaft

US-Vizepräsident JD Vance kritist Microsoft, amerikanische Mitarbeiter durch Ausländer zu ersetzen. Der Tech-Riese soll vorerst keine neuen Anträge auf dauerhaftes Bleiberecht für ausländische Mitarbeiter stellen dürfen. In Indien sorgt die historisch aufgeladene Wortwahl von Vance für scharfen Protest.

Niedersachsen

Umfassenden Schutz versprochen – Verbandsklage light geliefert

SPD, Die Grünen, Niedersachsen, Koalitionsvertrag, Politik, Stephan Weil

SPD und Grüne versprachen umfassenden Schutz vor Diskriminierung durch Behörden. Vier Jahre später liegt ein deutlich kleinerer Entwurf vor: Kommunale Stellen bleiben ausgenommen, neue Entschädigungsansprüche fehlen. Klagen dürfen nur staatlich anerkannte Verbände.

Zitat der Woche

„Das [Migranten] sind Menschen. Und wir müssen sie wie menschliche Wesen behandeln, auf menschliche Weise – und nicht schlechter als Haustiere, andere Tiere et cetera.“

Papst Leo XIV., 23.04.2026, epd – zum Ende seiner Afrika-Reise auf dem Rückflug nach Rom

Zehn Jahre nach der Ohrfeige

EGMR verurteilt Serbien nach Angriff auf neunjährigen Roma-Jungen

Kinder, Junge, Mädchen, Straßenmusiker, Roma, Serbien

Ein neunjähriger Roma-Junge wird in Serbien von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung geschlagen. Die Öffentlichkeit ist empört, die Politik fordert Konsequenzen. Doch das Strafverfahren wird gegen eine kleine Zahlung an einen Hochwasserfonds eingestellt. Dagegen kämpft die Familie jahrelang. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Land verurteilt.

„Bis ins Mark verrottet“

ICE schießt auf Mann im Auto: Kind (5) auf der Rückbank

USA, ICE, Einwanderungsbehörde, Auto, Pkw, Kfz, Polizei

Ein 28-Jähriger wird bei einem Festnahmeversuch der US-Einwanderungsbehörde ICE in seinem Auto angeschossen. Ein fünfjähriges Kind befindet sich währenddessen im Fahrzeug. New Yorks Bürgermeister Mamdani reagiert scharf und fordert die Abschaffung. Die ICE sei bis ins Mark verrottet.

COMiG
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Halle-Gedenken

Warum AfD-Politiker Tillschneider nicht in die Synagoge durfte

Synagoge, Halle, Gedenken, Tillschneider, AfD, Politiker, Juden, Studierende

Hans-Thomas Tillschneider sollte am Jahrestag des rechtsextremen Anschlags in Halle das Parlament vertreten. Doch vor der Synagoge bildeten Studierende eine Menschenkette und ließen ihn nicht rein. Ein Blick auf seine ältere Reden erklärt den Protest.

Trendwende

Asylklagen dauern wieder länger

Verwaltungsgericht, Justiz, Gericht, Gebäude, Schild, Justitia, Rechtsprechung

Nach vier Jahren sinkender Verfahrensdauer kehrt sich der Trend um: Wer gegen einen Asylbescheid klagt, wartet je nach Bundesland wieder länger – und je nach Bundesland unterschiedlich lange. Das Bamf spielt dabei eine maßgebliche Rolle.

Baby soll ausreisen, Eltern dürfen bleiben: Richter rügt Bamf

Verwaltungsgericht Wiesbaden

Baby soll ausreisen, Eltern dürfen bleiben: Richter rügt Bamf

Ein drei Monate altes Mädchen erhält eine Abschiebungsandrohung, obwohl seine Eltern vorerst in Deutschland bleiben dürfen. Das VG Wiesbaden stoppt die Entscheidung und kritisiert das Bamf mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Ein Blick in die Dienstanweisung der Behörde macht den Fall noch brisanter.

Betrugsverdacht bremst Einbürgerung von Nachfahren NS-Verfolgter

Gefälschte Ahnenreihen

Betrugsverdacht bremst Einbürgerung von Nachfahren NS-Verfolgter

Verdächtige sollen reale Schicksale jüdischer Verfolgter mit erfundenen Nachkommen verknüpft haben, um einen deutschen Pass zu erschleichen. Die Ermittlungen reichen von China über Israel bis in die USA. Die Prüfungen treffen auch Menschen treffen, deren Familien tatsächlich von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

AfD-Präsident bringt CDU in Erklärungsnot

Zerreißprobe

AfD-Präsident bringt CDU in Erklärungsnot

Tobias Rausch erhielt vier Stimmen mehr, als AfD und BSW gemeinsam besitzen. Nun behauptet er, CDU-Abgeordnete hätten ihn unterstützt. Die geheime Abstimmung lässt das nicht überprüfen – verschärft aber den Konflikt innerhalb der Union. Von

Politologe fordert neue Form der Abgrenzung zur AfD

Benjamin Höhne im Gespräch

Politologe fordert neue Form der Abgrenzung zur AfD

Politikwissenschaftler Benjamin Höhne beobachtet seit Längerem Zweifel an der Brandmauer in Teilen der ostdeutschen CDU. Nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt erklärt er im Gespräch, warum es neue Formen des Umgangs mit der AfD braucht – ohne sie zu kopieren und zu stärken. Von

Jüdisches Leben: Studie zeigt Angst und Alltag

Schutzlücken

Jüdisches Leben: Studie zeigt Angst und Alltag

Drei Jahre nach dem Hamas-Terror hat sich der Alltag vieler Juden in Deutschland verändert. Eine Studie dokumentiert Angst und Ausgrenzung – und zeigt, wie unterschiedlich jüdische Menschen auf Israels Krieg im Gazastreifen blicken. Antidiskriminierungsbeauftragte Ataman fordert Konsequenzen.

700 Gemeinden werben für Begegnung und Zusammenhalt

30. Tag der offenen Moschee

700 Gemeinden werben für Begegnung und Zusammenhalt

Mehr als 700 Gemeinden zeigen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Muslimisches Leben gehört zu Deutschland. Der Tag der offenen Moschee setzt auf ein erstaunlich einfaches Mittel gegen Vorurteile: hineingehen, reden und begegnen. Allein in Köln folgten Tausende der Einladung. Von

USA schieben Menschen in fremde Länder ab

Leid als Abschreckung

USA schieben Menschen in fremde Länder ab

Gefesselt, ohne zu wissen, wohin die Reise geht: Die USA schieben Menschen in afrikanische Staaten ab, zu denen sie oft keinerlei Verbindung haben. Selbst Schutz vor Folter bewahrt Betroffene nicht davor. Human Rights Watch und UN-Experten kritisieren scharf.

Frankreich verhandelt mit Taliban über Abschiebungen

Vorbild: Deutschland

Frankreich verhandelt mit Taliban über Abschiebungen

Nach Deutschland sucht auch Frankreich den direkten Austausch mit den Machthabern in Kabul. Die Gespräche sollen Abschiebungen ermöglichen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die wachsende Zusammenarbeit europäischer Regierungen mit den Taliban.

Vergeudete Potenziale: Zugewanderte arbeiten unter Niveau

Arbeitsmarkt-Studie

Vergeudete Potenziale: Zugewanderte arbeiten unter Niveau

Trotz Fachkräftemangels arbeiten viele Zugewanderte unterhalb ihrer Qualifikation. Laut einer Bertelsmann-Studie verdienen ausländische Beschäftigte im Schnitt 19,6 Prozent weniger – auch wegen Sprachhürden, Bürokratie und Diskriminierung. Von

Forscher: Auszubildende aus dem Ausland landen oft in Schuldenfalle

Bildungsmigration

Forscher: Auszubildende aus dem Ausland landen oft in Schuldenfalle

Deutschland will für Fachkräfte, Studierende und Auszubildende aus Drittstaaten attraktiver werden. Der SVR sieht jedoch Risiken: Vereinfachte Zugänge könnten zweckwidrig genutzt werden und junge Menschen in prekäre Lebenslagen bringen.

Shida Bazyar und die Kunst des kollektiven Wegsehens

Rezension

Shida Bazyar und die Kunst des kollektiven Wegsehens

Shida Bazyar hat mit ihrem Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Sie erzählt von jüdischen Familien, die aus einer Kleinstadt verschwinden, und von Bewohnern, die ihre Mitverantwortung verdrängen. Jahrzehnte später: Wiederholt sich die Geschichte? Ein hochaktueller Roman. Von

„Die Lücken“ trifft einen Nerv, den Deutschland nicht loswird

Deutscher Buchpreis

„Die Lücken“ trifft einen Nerv, den Deutschland nicht loswird

Der Wunsch nach einem historischen Schlussstrich bekommt literarischen Gegenwind: Shida Bazyar erzählt von NS-Verstrickung, Schweigen und Rassismus bis in die Gegenwart. Dafür erhält sie den Deutschen Buchpreis – mit einem Werk, das Gleichgültigkeit ausdrücklich verweigert. Von und