MiGAZIN - Das Fachmagazin über Migration, Flucht und Rassismus

Deutsche Tochter
Mutter soll 24.508 Euro Kindergeld zurückzahlen
Eine Mutter besitzt eine gültige Aufenthaltserlaubnis und erhält jahrelang Kindergeld. Dann fordert die Familienkasse 24.508 Euro zurück, weil sie eine Vaterschaftsanerkennung anzweifelt. Der Bundesfinanzhof sieht darin nicht nur ein Problem.

Warten auf den Richter
Zehntausende Asylverfahren dauern länger als drei Jahre
Mehr als 61.000 Asylverfahren laufen bereits seit über drei Jahren. Für Betroffene bedeutet das oft eine lange Zeit der Ungewissheit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass solche Wartezeiten die psychische Gesundheit belasten und die Integration erschweren können.

Beschlossen
Saarlands neues Integrationsgesetz: Was es verspricht – und was nicht
Das Saarland hat erstmals ein Integrationsgesetz beschlossen. Es soll Zugewanderten mehr Teilhabe ermöglichen und Diskriminierung bekämpfen. Fachleute und Verbände begrüßen die Ziele, kritisieren aber fehlende finanzielle Garantien und einklagbare Ansprüche. Trotz Nachbesserungen bleiben zentrale Forderungen unerfüllt.

Mittelmeer
Deutschland will umstrittenen EU-Einsatz vor Libyen fortsetzen
Die Bundeswehr soll sich weiter an zwei Militärmissionen im Mittelmeer beteiligen. Besonders die EU-Operation Irini steht wegen ihrer Zusammenarbeit mit libyschen Sicherheitskräften in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer Beteiligung Europas an der gewaltsamen Zurückdrängung von Geflüchteten.

„Migrantische Milieus“
Gen Z sucht Zukunft, Regierung liefert Herkunft
Schulen verfallen, Wohnungen werden teurer, soziale Unterschiede wachsen. Nach den Gen-Z-Protesten diskutiert die Bundesregierung jedoch vor allem über Herkunft statt Zukunft, über wenige Krawalos statt über Zehntausende – eine Debatte, die keine Frage beantwortet. Von Sedat Dursun

RKI-Gesundheitsstudie
Wer Diskriminierung erlebt, geht seltener zum Arzt
Eine Untersuchung mit mehr als 6.000 Befragten zeigt: Nicht nur Sprachprobleme, sondern auch Diskriminierungserfahrungen führen zum Verzicht den Arztbesuch. Die Forschenden empfehlen leichter zugängliche Angebote und qualifizierte Sprachmittlung.

Der britische Sklavenhandel
Entschuldigung vielleicht. Reparationen? Auf keinen Fall.
Großbritannien zeigt sich offen für eine historische Entschuldigung für den Sklavenhandel. Doch finanzielle Wiedergutmachung lehnt Premierminister Burnham kategorisch ab. Bei seinem Besuch in der Karibik bekommt auch König Charles III. den Unmut darüber zu spüren. Von Jan Mies und Andrea Sosa Cabrios

Frankreich
Europarat beklagt Gewalt und Missstände in Abschiebezentren
Ratten, Bettwanzen und mangelhafte medizinische Versorgung: Ein neuer Bericht dokumentiert schwere Missstände in französischen Abschiebezentren. Inhaftierte berichten zudem von rassistischen Beleidigungen und Polizeigewalt. Ähnliche Abschiebezentren gibt es auch in Deutschland.

Arbeitsmarkt-Studie
Vergeudete Potenziale: Zugewanderte arbeiten unter Niveau
Trotz Fachkräftemangels arbeiten viele Zugewanderte unterhalb ihrer Qualifikation. Laut einer Bertelsmann-Studie verdienen ausländische Beschäftigte im Schnitt 19,6 Prozent weniger – auch wegen Sprachhürden, Bürokratie und Diskriminierung. Von Katrin Nordwald

Bildungsmigration
Forscher: Auszubildende aus dem Ausland landen oft in Schuldenfalle
Deutschland will für Fachkräfte, Studierende und Auszubildende aus Drittstaaten attraktiver werden. Der SVR sieht jedoch Risiken: Vereinfachte Zugänge könnten zweckwidrig genutzt werden und junge Menschen in prekäre Lebenslagen bringen.

Kinostart
Schonungslos: „Block 10“ zeigt das Grauen der NS-Medizin
Der neue Film von Marcus O. Rosenmüller schildert die medizinischen Experimente an jüdischen Frauen im Konzentrationslager Auschwitz. Christian Berkel und Axel Prahl verkörpern historische Personen. Die Inszenierung verzichtet auf beschönigende Bilder – im Gegenteil.

Geschichten von Unterdrückung
Fotograf hinterfragt koloniale Schönheitsideale
- Lange galten traditionelle afrikanische Frisuren unter britischer Kolonialherrschaft als unerwünscht. Der kenianische Künstler Mutua Matheka greift historische Vorbilder auf und verwandelt ältere Menschen aus Kibera in selbstbewusste Figuren einer erdachten Zukunft. Von Birte Mensing











