Die Zahl der Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, ist im laufenden Jahr angestiegen. Das geht aus einer EU-Analyse hervor. Danach wurden in den ersten neun Monaten etwa 120.000 Grenzübertritte gezählt.
Die Kommunen schlagen wegen gestiegener Flüchtlingszahlen Alarm. Vielerorts drohen wieder Unterkünfte in Feldlagern oder Turnhallen. Bundesinnenministerin Faeser verspricht Unterstützung und will zugleich den Zugang über die Balkanroute begrenzen. Derweil rechnet die Migrationsbeauftragte mit mehr Flüchtlingen aus der Ukraine.
Migrationsforscher Knaus rechnet mit einem massiven Anstieg der Flüchtlingszahlen aus der Ukraine. In den Wintermonaten könne sich die Situation im Land mangels Wärmeversorgung und Storm verschärfen. Er mahnt eine gleichmäßige Verteilung der Flüchtenden in Europa an.
Politiker aus der Ampel-Koalition und der Opposition stimmen überein, dass russische Deserteure in Deutschland Schutz finden sollen. Wie das umgesetzt wird, ist noch nicht richtig klar. Kritiker sagen: Die Menschen müssen überhaupt kommen können, aber die Grenzen sind zu.
Die Entführer von Mazen schickten ein verstörendes Foltervideo an seine Familie. Kein Einzelfall für Flüchtende in Libyen. Die Geschichte zeigt, wie die westliche Welt und ihre Hilfsorganisationen in Afrika versagen und warum die lebensgefährliche Flucht nach Europa für die Menschen oft der einzige Ausweg ist. Von Sarah Spasiano
In dem Buch „Die Nackten fürchten kein Wasser“ wird die lebensgefährliche Fluchtgeschichte zweier Freunde von Afghanistan nach Europa erzählt. Dafür hat sich der Autor, Matthieu Aikins, Träger des Pulitzerpreises 2022, als afghanischer Flüchtling ausgegeben. MiGAZIN veröffentlicht exklusiv einen Auszug daraus.
Matthieu Aikins, Journalist, kanadischer Träger des Pulitzerpreises 2022, Buchautor, flüchtete mit seinem Freund Omar aus Afghanistan - als Afghane, undercover. Im Gespräch erklärt er, warum er die lebensgefährliche Flucht angetreten ist, was er erlebt hat, welche Rolle Schmuggler, Politiker und Polizisten spielen und warum der Westen mehr Verantwortung für Afghanistan trägt als für die Ukraine. Von Alexandra Senfft
Knapp eine Million Menschen sind aus der Ukraine nach Deutschland geflohen – fünfmal so viel wie Seehofers 200.000-Obergrenze. Siehe da: Deutschland ist weder „voll“ noch „Boot“. Und so fällt dann auch der Groschen. Von Sven Bensmann
Immer wieder wird behauptet, Seenotrettung habe einen Pull-Effekt, rege also mehr Menschen zur Migration an. Ein kritischer Blick auf die Theorie dahinter. Von Sarah Spasiano
Mitten zwischen den Möbeln anderer Leute zu leben oder das eigene Haus Fremden zu überlassen: Für Flüchtlinge aus der Ukraine und ihre Gastgeber birgt das Herausforderungen. Selbst dann, wenn alle sich gut vertragen. Von Karen Miether