Ceuta ist kein spanischer Betriebsunfall, sondern Folge europäischer Arbeitsteilung. Marokko produziert für Europa, doch selbst Beschäftigte dieser Vorzeigeökonomie wollen fort. Ihre Flucht verweist auf eine asymmetrische Ordnung, die Europa mitgeschaffen hat. Von Kiflemariam Gebre Wold
Die „March and March“-Bewegung macht in Südafrika mobil gegen Migrantinnen und Migranten. Zehntausende Menschen sind in ihre afrikanischen Herkunftsländer zurückgekehrt. Doch die Ankunft dort ist nicht leicht. Von Helena Kreiensiek
Die Ereignisse in Ceuta werfen viele Fragen auf: Duldeten marokkanische Sicherheitskräfte den Grenzübertritt? Welche Motive könnte es gegeben haben? Und wer profitierte von den chaotischen Szenen? Im Fokus stehen Marokkos Grenzpolitik, der Westsahara-Konflikt, soziale Not und TikTok-Gerüchte. Von Emilio Rappold und Johannes Sadek
Ja Min wurde verfolgt, verschleppt und ausgebeutet. Nun könnte die europäische Asylbürokratie sie ausgerechnet an den Ort zurückschicken, an dem sie zur Arbeit gezwungen wurde. Auf dem Papier ist das bloß Zuständigkeit. Von Uwe Pollmann
Seit drei Jahren arbeitet die EU mit Tunesien zusammen, um Fluchtmigration über das Mittelmeer zu begrenzen. 46 Organisationen ziehen eine verheerende Bilanz: Europäische Gelder stärkten Sicherheitskräfte, denen Gewalt, Folter und Abschiebungen in die Wüste vorgeworfen werden.
Viele Rohingya leben seit Jahren unter bedrückenden Bedingungen in Myanmar oder in Lagern in Bangladesch. Viele flüchten und riskieren ihr Leben auf See. Jetzt sollen zwei Boote im Golf von Bengalen gesunken sein. Leichen treiben im Meer. UNHCR und IOM zeigen sich tief besorgt.
Eine internationale Erhebung zeigt weiterhin breite Zustimmung zur Aufnahme von Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen. Gleichzeitig wachsen Zweifel an Schutzgründen, Integration und der Bereitschaft, weitere Geflüchtete im eigenen Land aufzunehmen.
Weniger Ankünfte, mehr Tote: Nach UN-Angaben sank die Zahl der über See angekommenen Geflüchteten um 47 Prozent, während die Opferzahlen stiegen. Restriktive Grenzkontrollen treiben Menschen auf längere und riskantere Fluchtrouten. Von Gundula Haage
Im tschadischen Adré versorgen sudanesische Geflüchtete andere Geflüchtete in einer improvisierten Klinik, geben Unterricht und bieten Traumahilfe an. Weil UN-Hilfen gekürzt werden, wird Selbstorganisation zur Überlebensstrategie. Von Bettina Rühl
Zum Weltflüchtlingstag warnen 275 Organisationen vor einer restriktiveren Asylpolitik in Deutschland und Europa. Sie kritisieren, dass Geflüchtete im Wahlkampf zu Feindbildern gemacht und grundlegende Rechte infrage gestellt werden.