Für viele galt Günter Leifheit als eine am Gemeinwohl orientierte Lichtgestalt – eine Erfolgsgeschichte aus der Wirtschaftswunderzeit. Doch der Unternehmer war einst überzeugter Nazi und bei einer SS-Eliteeinheit. Von Karsten Packeiser
London will wieder besonders schutzbedürftige Geflüchtete über sichere Wege aufnehmen – mit Option auf dauerhaftes Bleiberecht. Für neue Asylfälle gelten dagegen kürzere Schutzfristen. Deutschland geht beim Resettlement derzeit in die andere Richtung.
International werben, national ausbremsen: Rheinland-Pfalz will Fachkräfte aus Kenia, den Philippinen, Kolumbien und Usbekistan gewinnen. Parallel soll das Welcome Center durch den deutschen Verfahrensdschungel lotsen – denn gerade daran scheitert die Vermittlung häufig.
Griechenland will während seiner EU-Ratspräsidentschaft 2027 ein Rückkehrzentrum in Afrika starten. Deutschland plant mit. Gefordert wird für bestimmte Krisenlagen zudem die Aussetzung des Rechts auf Asyl.
Die UN wollen den Schutz vor rassistischer Diskriminierung verstärken. Viele Forderungen ihrer neuen Erklärung betreffen auch Deutschland. Die Bundesregierung blieb dem Treffen jedoch fern – mit Verweis auf 25 Jahre alte Vorgänge.
Sprachbarrieren betreffen einer Forschungsgruppe zufolge zehn Prozent aller Patientenkontakte in Deutschland. Sie fordern, professionelle Verständigung in der Gesundheitsversorgung. Die Politik dürfe nicht weiter auf die Übersetzung von Kindern und Reinigungskräften setzen.
Pflegekräfte fehlen, Fahrer werden gesucht, Gastronomie und Bau klagen über Personalengpässe. Gleichzeitig zeigen die neuen Zahlen: Gerade in vielen dieser Berufe arbeiten besonders viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte – und tragen ganze Berufsgruppen.
Zum Auftakt der Interkulturellen Woche gibt es deutliche Töne: Menschen würden wieder nach Herkunft, Religion oder Nutzen bewertet. Dem stellt die Aktionswoche bundesweit Tausende Veranstaltungen für Vielfalt, Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben entgegen. Von Katharina Rögner
Bundesinnenminister Dobrindt hat 17 Amtskollegen aus Europa eingeladen. Er will den Kurs in der Flüchtlingspolitik weiter verschärfen. Zentrale Themen sind der Schutz der EU-Außengrenzen sowie Abschiebungen – auch in Drittstaaten. Menschenrechtler warnen vor Grundrechtsrisiken.
2025 gingen deutlich mehr Asylverfahren an den Verwaltungsgerichten in Schwerin und Greifswald ein. Bundesdaten zeigen: In Tausenden Fällen kassierten Richter Asyl-Bescheide des Bamf. Das Land reagiert mit zusätzlichen Richterstellen.