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Köche arbeiten in der Küche (Symbolfoto) © de.depositphotos.com

Amtliche Zahlen

Wo Einwanderer ganze Branchen tragen

Pflegekräfte fehlen, Fahrer werden gesucht, Gastronomie und Bau klagen über Personalengpässe. Gleichzeitig zeigen die neuen Zahlen: Gerade in vielen dieser Berufe arbeiten besonders viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte – und tragen ganze Berufsgruppen.

Montag, 28.09.2026, 13:34 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 28.09.2026, 13:34 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Pflege, Gastronomie, Bau: Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte sind in vielen Bereichen der deutschen Wirtschaft unverzichtbar. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) aller abhängig Beschäftigten im Jahr 2025 hatte Wurzeln im Ausland, wie das Statistische Bundesamt anhand von Daten aus dem Mikrozensus mitteilte.

In vielen Berufen hierzulande sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte demnach überdurchschnittlich stark vertreten: Nach Angaben der Wiesbadener Behörde traf dies im vergangenen Jahr auf mehr als die Hälfte der Köchinnen und Köche zu (56 Prozent). Auch in der Lebensmittelherstellung (55 Prozent), in der Bodenverlegung (54 Prozent), im Gerüstbau (51 Prozent) sowie in der Fleischverarbeitung (51 Prozent) war es die Mehrheit der Beschäftigten.

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Ein Drittel der Beschäftigten in der Pflege mit ausländischen Wurzeln

Deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund auch in weiteren sogenannten Engpassberufen, in denen Fachkräfte knapp sind: bei Berufskraftfahrern (41 Prozent), im Hotelservice (40 Prozent) sowie in der Kranken- und Altenpflege (33 Prozent).

Den geringsten Anteil an Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte in einem Engpassberuf in Deutschland gab es den Daten zufolge 2025 im Rettungsdienst (7 Prozent), unterdurchschnittlich war er auch in der Landwirtschaft (15 Prozent).

Arbeitsmarkt-Integration steigt mit der Aufenthaltsdauer

Wie schnell Eingewanderte auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen, hängt den Angaben nach auch von Herkunft und Aufenthaltsdauer ab. Besonders hoch ist die Erwerbstätigkeit bei Menschen aus anderen EU-Staaten: Von den 25- bis 59-jährigen Männern, die weniger als fünf Jahre in Deutschland lebten, waren 2025 bereits 89 Prozent erwerbstätig, bei den Frauen waren es 73 Prozent. Bei Eingewanderten aus Afrika lagen die Quoten bei 79 beziehungsweise 47 Prozent. Deutlich niedriger waren sie bei Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten: Hier waren 57 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen erwerbstätig.

Mit längerer Aufenthaltsdauer steigen die Erwerbstätigenquoten deutlich und auch die Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden kleiner. Unter Eingewanderten aus Afrika, die bereits 20 bis 25 Jahre in Deutschland lebten, waren 82 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen erwerbstätig. Bei Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten waren es 87 beziehungsweise 79 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung im Alter von 25 bis 59 Jahren lag die Erwerbstätigenquote bei Männern bei 88 Prozent und bei Frauen bei 81 Prozent.

Eine Person hat nach Definition des Bundesamtes eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. (dpa/mig) Aktuell Panorama

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