Es ist so, dass mir die Meinungen, die ich bezüglich des Ukrainekrieges zu haben glaube, immer wieder entgleiten, wenn ich mich selbst hinterfrage. Ein Erklärungsversuch in vier Akten. Von Sven Bensmann
Die Abschaffung kostenloser Schulbücher, Menschen ohne Krankenversicherung, pflegende Kinder: Besonders soziale Themen seien im vergangenen Jahr in den deutschen Medien zu kurz gekommen, stellt die Initiative Nachrichtenaufklärung fest. Viele der vernachlässigten Themen treffen Migranten besonders stark.
Hadija Haruna-Oelker erzählt in ihrem Buch „Die Schönheit der Differenz“ ihre persönliche Geschichte und verbindet sie mit gesellschaftspolitischem Nachdenken. MiGAZIN veröffentlicht exklusiv einen Auszug daraus. Darin nimmt uns die Autorin mit in eine Redaktionsbesprechung einer deutschen Zeitung. Von Hadija Haruna-Oelker
Man sieht halt immer den Splitter im Auge des anderen, nicht aber das Brett vorm eigenen Kopf. Fake-News verbreiten und Kinder töten immer nur die anderen. Wie schön die Welt ist, wenn man die Pixelanzahl ausreichend reduziert. Von Sven Bensmann
Eine 17-jährige Berlinerin wird in der Öffentlichkeit von mehreren Personen rassistisch beleidigt und ins Krankenhaus geschlagen. Die Polizei gibt das Geschehen falsch wieder. Medien berichten von einem Corona-Masken-Streit.
Die Berichterstattung über Migranten hat sich verändert, Chancen werden häufiger betont als Risiken. Einer Studie zufolge gilt das vor allem für den Arbeitsmarkt und beim Sport, ganz anders bei Kriminalität. Die Zeitungen „Bild“ und „Welt“ fallen besonders negativ auf.
Nachrichten über internationale Katastrophen haben gegenüber Meldungen über Promis oder Sport oft das Nachsehen. Das erschwert auch die humanitäre Hilfe, kritisiert die Hilfsorganisation Care.
Medienberichte über die Situation an der polnisch-belarussischen Grenze sind vergleichsweise rar. Ein verhängter Notstand und ein Anschlussgesetz in Polen untersagen Journalisten das Betreten der Grenzgebiete. „Reporter ohne Grenzen“ protestieren.
Migrantisch wahrgenommene Menschen sind in den Abendnachrichten unterrepräsentiert. Das geht aus einer aktuellen Erhebung hervor. Und kommen sie zu Wort, dann oft im Kontext von Migration und Flucht.
Die „Goldene Kartoffel“ geht in diesem Jahr an die Debatte über „Identitätspolitik in bürgerlichen Medien“. Neuen deutschen Medienmacher kritisieren, die Debatte habe rechtsradikale Thesen salonfähig gemacht.