Die Frage nach der Empathie und Sensibilität für Menschen mit Flucht- bzw. Einwanderungsgeschichte hat an Stellenwert gewonnen. Doch wird diese Frage losgelöst von alten Strukturen diskutiert - im Justizwesen, in den Medien, in der Gesellschaft. Von Robert Westermann
Dem Statistischen Bundesamt zufolge kamen im vergangenen Jahr so viele Menschen nach Deutschland wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Die meisten kamen aus Polen, aus Syrien kamen deutlich weniger Menschen nach Deutschland.
Der Tod von Flüchtlingen in einem Schlepper-Lkw hat die Debatte über die europäische Asylpolitik erneut entfacht. UN und Flüchtlingsorganisationen fordern sichere Einwanderungswege. Die Bundesregierung hingegen will stärker gegen Schlepper vorgehen.
Einwanderer aus Süd-Ost-Europa sind in lokalen Medien das Problem. Die Einheimische hingegen häufig überforderten Helfer. Wie eine aktuelle Studie über die Berichterstattung in lokalen Medien über Einwanderer zeigt, fehlt von Ausgewogenheit jede Spur.
Die Zahl der Flüchtlinge nach Europa wird steigen, denn es nicht absehbar, dass die Fluchtursachen verschwinden werden. Auf der anderen Seite wird der Ausbau der Festung Europa scheitern. Der einzige Ausweg sind legale Wege nach Europa. Prof. Jürgen Nowak erklärt im MiGAZIN, welche das sind: Von Prof. Jürgen Nowak
In Deutschland arbeiten drei Millionen Menschen in der Pflegebranche. Über 370.000 von ihnen haben einen Migrationshintergrund - die meisten kommen aus Polen, Bosnien und Kasachstan.
Neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge hat jeder fünfte Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund. Ursächlich dafür sind steigende Einwandererzahlen - vermehrt aus Europa. Jeder Dritte kommt wegen Verwandten, die bereits in Deutschland leben.
Jeder neunte Studierende in Deutschland stammt inzwischen aus dem Ausland. Das zeigt die Anziehungskraft deutscher Hochschulen. In Deutschland angekommen, stoßen viele Studierende aber auf Probleme. Nur jeder Zweite fühlt sich gut integriert.
Aus Sicht von Forschern ist die aktuelle Einwanderungsdebatte kontraproduktiv. Sie sei geprägt von Ängsten. Die positiven Seiten von Migration hingegen würden kaum berücksichtigt. Das sind Erkenntnisse aus einer aktuellen Migrationsstudie.
Erstmals seit 22 Jahren steht bei Deutschen das Thema Zuwanderung und nicht mehr die Arbeitslosigkeit an erster Stelle beim "Sorgenranking". Auch am kommen: immer mehr wollen Bekämpfung von Ausländerfeindlichkeit.