In seiner Dankesrede kritisiert Philippe Sands Deutschlands Haltung gegenüber Israel ungewöhnlich scharf. Der Träger des Friedenspreises verlangt, Völkerstraftaten klar zu benennen, und warnt vor Einschränkungen der öffentlichen Debatte. Von Sandra Trauner
Menschen mit Migrationserfahrung sind im Bundestag deutlich unterrepräsentiert. Organisationen beklagen Hürden, Intransparenz und aussichtslose Listenplätze. Sie fordern Reformen zudem das kommunale Wahlrecht. Ein Dossier zeigt, warum die deutsche Wiedervereinigung dies zumindest in einem Teil Deutschlands zunichtemachte.
US-Vizepräsident JD Vance kritist Microsoft, amerikanische Mitarbeiter durch Ausländer zu ersetzen. Der Tech-Riese soll vorerst keine neuen Anträge auf dauerhaftes Bleiberecht für ausländische Mitarbeiter stellen dürfen. In Indien sorgt die historisch aufgeladene Wortwahl von Vance für scharfen Protest.
SPD und Grüne versprachen umfassenden Schutz vor Diskriminierung durch Behörden. Vier Jahre später liegt ein deutlich kleinerer Entwurf vor: Kommunale Stellen bleiben ausgenommen, neue Entschädigungsansprüche fehlen. Klagen dürfen nur staatlich anerkannte Verbände.
Ein neunjähriger Roma-Junge wird in Serbien von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung geschlagen. Die Öffentlichkeit ist empört, die Politik fordert Konsequenzen. Doch das Strafverfahren wird gegen eine kleine Zahlung an einen Hochwasserfonds eingestellt. Dagegen kämpft die Familie jahrelang. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Land verurteilt.
Ein 28-Jähriger wird bei einem Festnahmeversuch der US-Einwanderungsbehörde ICE in seinem Auto angeschossen. Ein fünfjähriges Kind befindet sich währenddessen im Fahrzeug. New Yorks Bürgermeister Mamdani reagiert scharf und fordert die Abschaffung. Die ICE sei bis ins Mark verrottet.
Hans-Thomas Tillschneider sollte am Jahrestag des rechtsextremen Anschlags in Halle das Parlament vertreten. Doch vor der Synagoge bildeten Studierende eine Menschenkette und ließen ihn nicht rein. Ein Blick auf seine ältere Reden erklärt den Protest.
Nach vier Jahren sinkender Verfahrensdauer kehrt sich der Trend um: Wer gegen einen Asylbescheid klagt, wartet je nach Bundesland wieder länger – und je nach Bundesland unterschiedlich lange. Das Bamf spielt dabei eine maßgebliche Rolle.
Shida Bazyar hat mit ihrem Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Sie erzählt von jüdischen Familien, die aus einer Kleinstadt verschwinden, und von Bewohnern, die ihre Mitverantwortung verdrängen. Jahrzehnte später: Wiederholt sich die Geschichte? Ein hochaktueller Roman. Von Edgar Pocius
Drei Jahre nach dem Hamas-Terror hat sich der Alltag vieler Juden in Deutschland verändert. Eine Studie dokumentiert Angst und Ausgrenzung – und zeigt, wie unterschiedlich jüdische Menschen auf Israels Krieg im Gazastreifen blicken. Antidiskriminierungsbeauftragte Ataman fordert Konsequenzen.