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Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Reem Alabali-Radovan (SPD) im Bundestag

Modernes Einwanderungsland

Integrationsbeauftragte für Einbürgerung von Fachkräften

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Alabali-Radovan, will internationale Fachkräfte auch durch eine vereinfachte Einbürgerung anlocken. Im Wettbewerb mit Kanada und anderen Ländern müsse sich Deutschland als modernes Einwanderungsland präsentieren.

Montag, 31.01.2022, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 30.01.2022, 12:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Deutschland muss nach Überzeugung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), mehr für die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland tun. Die Bundesrepublik müsse sich als modernes Einwanderungsland präsentieren, das neue Perspektiven bietet, sagte die Politologin, die zuvor Integrationsbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern war, dem Berliner „Tagesspiegel“: „Dazu gehört dann auch die mögliche Einbürgerung.“

„Wir wollen die Mehrfachstaatsangehörigkeit ermöglichen und die Einbürgerung erleichtern“, betonte Alabali-Radovan. Ziel müsse sein, dass Menschen, die bereits hier sind, auch gerne hierbleiben wollen. Dazu gehöre mehr als ein Arbeitsvertrag. Auch Sprachkurse und die Möglichkeit zu gesellschaftlicher Teilhabe gehörten dazu.

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„In Konkurrenz mit anderen Ländern“

„Wir stehen hier in Konkurrenz mit anderen Ländern, die schon lange als Einwanderungsländer gelten, wie Kanada beispielsweise“, sagte Alabali-Radovan. Eine veränderte Gesetzgebung reiche jedoch nicht aus, um die benötigten Fachkräfte ins Land zu holen, betonte die Integrationsbeauftragte. Sie wolle deshalb Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) dabei unterstützen, „Werbung für Deutschland zu machen“.

Kanada gilt als eines der weltweit erfolgreichsten Länder bei der Anwerbung von ausländischen Fachkräften. In dem Land gilt ein Punktesystem, wonach gezielt benötigte Fachkräfte ins Land geholt werden. Umgekehrt ist Kanada ein beliebtes Zielland für Menschen rund um den Globus aufgrund einer gelebten Willkommenskultur sowie erfolgreicher Integrationsmaßnahmen.

Nach Überzeugung von Alabali-Radovan muss auch das Aufenthaltsgesetz mit Blick auf Duldungen und Perspektiven für Aufenthaltserlaubnisse überarbeitet werden. Unternehmen, die Arbeitskräfte benötigen, hätten kein Verständnis für Abschiebungen und unsichere Aufenthaltsrechte Beschäftigter. Deren Sicht sei, „wir haben hier Fachkräftemangel, wir brauchen sie, wir wollen sie nicht abschieben“. (epd/mig)

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