Lavdije Zidi, Lehrerin, Bildung, Schule, Integration, Sprache
Lavdije Zidi © privat, Zeichnung: MiG

Kompass 2030

Bildung neu justieren

Die Ausgrenzung von Menschen hat zugenommen. Schulen, Lehrende und Lernende stehen vor einer Herausforderung. Fest steht: Der Kompass muss neu justiert werden.

Von Montag, 31.01.2022, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 30.01.2022, 19:11 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Menschenrechte, Demokratie und Wissenschaft vertragen sich nicht mit misanthropischer Gesinnung. Die Gesinnung, andere Menschen auszugrenzen, hat sich in den letzten zwei Jahren verstärkt. Die neu hinzugekommenen Differenzkategorien stellen eine große Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Welche Relevanz hat diese Erkenntnis für die Schule?

Schule im 21. Jahrhundert

Schule hat den Auftrag, Schülerinnen und Schüler gesellschaftsfähig zu machen. Um Schülerinnen und Schüler für eine nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren und sie dazu zu befähigen, die gesellschaftliche Realität von morgen mitzugestalten, ist es von entscheidender Bedeutung, diese Fragen ins Zentrum der pädagogischen Ausrichtung zu stellen:

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Welche Haltung, Einstellung und Werteorientierung sind in der Schule unverhandelbar?

Wie beeinflussen gegenwärtige Entscheidungen das Leben nachfolgender Generationen?

„Schule ist unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen als Ort des Zusammenlebens zu verstehen, in dem Schüler:innen lernen, was es heißt, Mensch zu sein.“

Für eine verantwortungsvolle Bildung halte ich es für notwendig, auf diese Fragen die richtigen Antworten zu finden. Schule ist unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen als Ort des Zusammenlebens zu verstehen, in dem Schüler:innen lernen, was es heißt, Mensch zu sein. Als Lehrerin eruiere ich die Möglichkeiten, dieser Frage unterrichtlich nachzugehen.

Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, wie wichtig es ist, einen Raum für kommunikative Resonanzen so aufzubereiten, dass junge Menschen lernen, zu verstehen, indem sie fair stehen, wenn sie den Zusammenhang von Selbst- und Fremdbildern reflektieren. Dadurch werden Reflexionsmomente generiert, die sehr spezifische Lernkanäle öffnen. Reproduktionsmechanismen werden im Selbstakt des Erkennens, Wollens und Tätigwerdens außer Kraft gesetzt. Es entsteht etwas Neues, was das Prädikat zukunftsfähig, adressatengerecht und dadurch erst nachhaltig verdient.

Wie ist das im Unterricht konkret möglich?

Zum Beispiel bietet der Deutschunterricht in der Arbeit mit Parabeln Gelegenheiten dazu, nachhaltige Lernprozesse in Gang zu setzen. Währenddessen ist es im Philosophie- und Ethikunterricht möglich, die Grundfrage der philosophischen Anthropologie – „Was ist der Mensch?“ – am Beispiel von Max Schelers Schrift „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ (1928) mit Schülerinnen und Schülern zu reflektieren.

Sustainable Development Goals

In der Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG) der Agenda 2030, die die Zukunftsvision der Staatengemeinschaft widerspiegeln, wird genau das gefordert: den Kompass neu zu justieren, der uns anzeigt, wohin der Weg gehen soll, wenn wir als Menschheit in Würde, Recht und Respekt miteinander (über-)leben wollen.

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