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Migration und Integration in Deutschland

Warum werden sie hineingelassen? Um die Bürger des Staates von harter und unangenehmer Arbeit zu befreien?

Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Ratgeber

„Durchblick Pflegeversicherung“ jetzt auch in türkischer Sprache

Die Pflegeversicherung ist ein komplexes und selbst für Menschen, die der deutschen Sprache mächtig sind, ein meist undurchsichtiges Gebiet. Für Menschen, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, ergeben sich kaum überwindbare Hürden.

Die Familien- und Krankenpflege e. V. Essen ist Herausgeber der Broschüre „Durchblick Pflegeversicherung“ und hat sich zum Ziel gesetzt, für Transparenz zu sorgen. Die Broschüre bündelt Informationen rund um die Pflegeversicherung, die für Pflegebedürftige und deren Angehörige gleichermaßen gedacht sind.

Die Autorinnen, Frau Mechthild Nijhuis und Frau Claudia Schröder, klären auf über das Verfahren der Beantragung einer Pflegestufe bis hin zu einem möglichen Widerspruch gegen ein Pflegegutachten. Ein eigenes Kapitel ist außerdem der Einstufung pflegebedürftiger Kinder gewidmet.

Erhältlich ist die Broschüre zum Selbstkostenpreis von 2,50 € im Gesundheits- und Beratungszentrum Essen-West der Familien- und Krankenpflege e.V., Altendorfer Str. 355-357, 45143 oder unter der Rufnummer 0201/706011.

Die bereits in mehreren Tausend Exemplaren vertriebene deutsche Fassung ist nun auch in türkischer Sprache unter dem Titel „Her yönüyle Bakım sigortası“ erhältlich und die aus der Pflegereform 2008 hervorgehenden Änderungen sind in die Broschüre bereits eingeflossen.

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26 Kommentare
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  1. Kati V. sagt:

    Unsere lieben Einwanderer sollten lieber unsere Sprache lernen, statt sich auf das Drucken unserer Broschüren auf türkisch zu verlassen. Das fördert nur das Desinteresse an Integration.

  2. stefan sagt:

    Wie sagte die Beauftragte der Bundesregierung für “Migration”, Prof.Dr.Maria Böhmer, doch so schön:

    “Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind uns willkommen, sie sind eine Bereicherung für uns alle.”

  3. Sabine v.C. sagt:

    Nur wenn die Deutschen die türkische Sprache lernen, kann Integration gelingen 🙂

  4. Andre sagt:

    … das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Kann meinem Vorredner nur Recht geben. Sind die Sozialkassen denn immer noch nicht genug geschröpft??

  5. Sedef sagt:

    Hätte Deutschland von Anfang an – und damit meine ich die letzten 40 Jahre – eine vernünftige Integrationspolitik betrieben, ja dann hätte man sich solche Broschüren sparen können, weil dann wahrscheinlich jeder Türke aus 1. Generation auch die deutsche Sprache beherrschen würde.

    Fakt ist: die Integrationspolitik der Deutschen hat nicht stattgefunden (zumindest ist sie gescheitert!!!!)
    UND DAFÜR SOLLEN JETZT DIE TÜRKEN AUS 1. GENERATION VERANTWORTLICH GEMACHT WERDEN????
    Find ich ECHT LUSTIG 🙂

  6. Boli sagt:

    Ich denke mal bei der 1. Generation ist der Zug eh abgefahren. Da kommt die Regierung billiger mit Broschüren als diese Leute noch irgendwie zu versuchen deutsch zu lernen. Richtig, eine Intergrationspolitik hat nicht stattgefunden. Hätte man allgemein hin jedem Ausländer eine max. Arbeitserlaubnis von 5 Jahren gegeben um Geld zu verdienen mit einer anschließenden Ausreisepflicht für weitere 5 Jahre bevor man wieder eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis stellen darf wäre diese Politik wenigstens konsequent gewesen und hätte dieses Disaster verhindert da so keinerlei Hoffnung auf dauerhafte Niederlassung aufgekommen wäre und somit auch kein innerer Widerspruch bezüglich Heimat und Identität und die Deutschen hätten so die Dinge besser unter Kontrolle gehabt. Aber es hat nicht sollen sein.

  7. Selçuk sagt:

    „Erhältlich ist die Broschüre zum Selbstkostenpreis von 2,50 € im Gesundheits- und Beratungszentrum Essen-West der Familien- und Krankenpflege e.V., …“

    Heißt das denn nicht, dass der Käufer die Kosten übernimmt?

  8. Markus Hill sagt:

    Ich finde es auch lustig, dass Sie für das Versagen von vielen türkischen Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder die Schuld bei den Deutschen suchen. Zum einen beweisen andere, erfolgreiche Einwanderergruppen, dass es auch anders geht – ohne auf „Papa Staat“ zu verweisen. Zum anderen verschweigen Sie bewusst oder unbewusst, dass die Deutschen zu der damaligen Zeit gar kein Einwanderungsland sein wollten. Hätten Sie heute die Wahl, hätte man diese Form von türkischer Einwanderung nie zugelassen. Bildungsferne Schichten, Analaphabeten etc. – alles das, was ein Einwanderungsland eben NICHT benötigt.
    Was ich vermisse, ist auch die Anerkennung von ihrer Seite für die sozialen Massnahmen der deutschen Regierung. Anstatt bei Ablauf von befristeten Arbeitsverträgen die Leute einfach aus dem Land zu „schmeissen“, hat die deutsche Regierung eine humane Regelung (eher in Form einer Duldung, die die Bevölkerung zum grossen Teil nie mitgetragen hat) gewählt. Es sei fairerweise dahingestellt, ob das Motiv mehr ein Soziales (man hat vorher den türkschen Arbeitsmarkt entlastet, später hätte man die Leute wieder in die sichere Arbeitslosigkeit in Richtung Türkei abgeschoben) oder einfach nur Feigheit, Konfliktunfähigkeit und Opportunismus. Das ist insofern unerheblich, als dass die Gastarbeiter wohl auch nicht aus eigenem Antrieb gehen wollten. So schlimm und böse und fremdenfeindlich war Deutschland da wohl doch nicht.
    Aus diesem damaligen humanen Akt den Deutschen noch im Nachhinein einen Strick drehen zu wollen, empfinde ich als sehr unfair. Zusätzlich habe ich den Eindruck, dass Sie BESTIMMTE GRUPPEN in der türkischen Community indirekt auch noch als unmündige Bürger („Bitte, Papa Deutscher Staat hilf, wir sind unfähig zur verantwortungsbewussten Erziehung der eigenen Kinder!“) stigmatisieren. Hätte man diese unfähige Schicht von Eltern einer staatlichen Vormundschaft unterstellen sollen?
    Wie so oft, „Jammern“ hilft wenig. Wer in einem fremden Land lebt und die Sprache nicht lernen möchte bzw. noch nicht einmal den Sinn eigener Investitionen von Geld und Zeit für das Sprachelernen erkennt, sollte nicht im Nachhinein auch noch für so ein Verhalten belohnt werden. Die gleiche Ignoranz bei anderen Themenfeldern, wo ich ganz klar von einer Bringschuld ausgehe, verurteile ich bei deutschen bildungsfernen Schichten (nämlich die gelebte Verantwortungslosigkeit und der Mangel an Eigeninitiative) genauso. Hier geht es aber um bestimmte Gruppen in der türkischen Community, die sozusagen „den Schuss noch nicht gehört haben“.
    Nochmals: Die normalen Steuerzahler in diesem Land sind nicht dafür verantwortlich, dass jemand unwillig oder unfähig oder sich beim Erwerb der Sprache extrem schwer getan hat. Die erste Stelle der Aktivität sollte da ganz klar vom Einwanderer ausgehen. Wenn dieses gute Gefühl dem Einwanderungsland vermittelt wird, sind Förderungen etc. natürlich erforderlich. NUR: Da steht Deutschland jetzt am Anfang. Die Probemfälle aus den 60er Jahren sind da noch eine „Altlast“. Zumal das in der Regel nicht die hart arbeitenden Gastarbeiter der ersten Generation verursacht haben, sondern seltsamerweise Generation (en) danach. Den Begriff Eigenverschulden würde ich hier auch nicht ganz ausser Acht lassen.
    Ich weiss, dass dies eine Betrachtung mehr durch die „deutsche Brille“ ist und dass diese Punkte sehr ungern von MANCHEN türkischen Migranten gehört werden. Das schmälert aber keinesfalls den sachlichen Aussagegehalt. Man kann sich bei Migrantenthemen – bei nur Migranten-seitiger Sicht – vielleicht manchmal eitwas „in die eigene Tasche lügen“, wenn man immer die Schuld bei der anderen Seite sucht. Ist aber nicht schlimm, beim Dialog und beim Austausch geht es ja auch nicht um Beliebtheitspunkte, es sollen ja auch verschiedene Mosaiksteine für das Gesamtbild zusammengefügt werden.

  9. Markus Hill sagt:

    PS: Um beim Thema Soziales und Humanität zu bleiben – natürlich ist es in Ordnung, diesen älteren Leuten heute einen türkischsprachigen Leitfaden zur Verfügung zu stellen. Das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen. Als generellen Ansatz würde ich dem aber absolut widersprechen. Irgendwann muss dieser „Widersinn“ (viele Jahre in einem Land leben und noch nicht einmal die Landessprache beherrschen) einfach einmal aufhören. Sollte spätestens in der nächste Generation absolut „out“ sein.:-)

  10. Selçuk sagt:

    Hat keiner eine Antwort auf diese Frage? Evtl. die Redaktion? Ich frage deshalb, da bis jetzt von zwei Kommentatoren behauptet wird, dass der Staat bzw. die Steuerzahler dafür bezahlen müssen. Stimmt das wirklich?


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