Mit Kunta Kinte in Alex Haleys Besteller „Roots“ bekam die Geschichte der Sklaverei für ein Millionenpublikum ein Gesicht. Buch und Fernsehserie wurden zu kulturellen Ereignissen – trotz späterer Kritik an historischen Ungenauigkeiten und aneren Vorwürfen. Von Konrad Ege
Die UN nennt den transatlantischen Sklavenhandel das schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die USA stimmen dagegen – und zeigen damit, wie schnell historische Verantwortung endet, sobald aus Erinnerung politische Folgen werden. Von Dr. Marc Ntouda
Der transatlantische Sklavenhandel hat bis heute gravierende Folgen. Die UN-Generalversammlung hat ihn nun als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ eingestuft. Vornehmlich westliche Länder haben dagegen gestimmt oder sich enthalten – darunter Deutschland. Von Helena Kreiensiek
Vorgezogene Arbeitserlaubnis klingt nach Hilfe für Geflüchtete, ist aber ein Spar- und Ausbeutungsmodell: arbeiten, zahlen, warten, leben in Unsicherheit – und am Ende droht die Abschiebung. Von Prof. Dr. Franz Hamburger
Aufarbeitung, aber keine Wiedergutmachung: Das ist die Haltung der Bundesregierung zu Unrecht im Kolonialismus. Ein Experte wertet das als Desinteresse am kolonialen Erbe und die Grünen kritisieren „formalistische Argumente“ der Regierung.
Das Goldene Zeitalter der holländischen Kolonialmacht hat eine dunkle Seite: die Sklaverei. Lange wurde darüber geschwiegen. Das passte nicht zum positiven Image. Nun steht das Land vor der schmerzhaften Wende. Von Annette Birschel
Ob Jeans, Geldschein oder Kleister: Baumwolle ist allgegenwärtig. Historisch war die Naturfaser gleichermaßen Motor der Industrialisierung wie der Sklaverei. Bis heute arbeiten Menschen in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen, um unsere Märkte billig zu versorgen, wie eine Ausstellung zeigt. Von Dieter Sell
Der Sänger Chico Buarque schrieb schon in den 70er Jahren über Ausbeutung von Mensch und Umwelt auf der Mega-Farm im brasilianischen Amazonasgebiet. Zwölf Jahre gehörte sie dem Volkswagen-Konzern. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Von Susann Kreutzmann
Die USA will mit einer staatlichen Kommission Sklaverei und mögliche Wiedergutmachung untersuchen. Abgeordnete Sheila Jackson Lee bezeichnet die Sklaverei als die „Ursünde von Amerika“.
Polizeigewalt, Armut, Benachteiligung: Die Black-Lives-Matter-Bewegung hat in den USA auch die Forderung nach Reparationen für die Sklaverei neu befeuert. Vor kurzem ist Kalifornien vorgeprescht. Von Konrad Ege