Zwei Flüchtlingsboote kentern vor den Inseln Samos und Lesbos, fünf Menschen sterben, 54 werden gerettet. Nun stellt sich heraus: Vier der Toten waren Kinder, davon eines ein elf Monate alter Säugling.
Nach Darstellung von mehreren Zeugen hat die griechische Küstenwache maßgeblichen Anteil am Bootsunglück im Mittelmeer mit Hunderten Toten. Sie soll das Boot mit Seilen zum Kentern gebracht und dann weggefahren sein.
Die Besatzung des Seenotrettungsschiffs „Nadir“ hat im Mittelmeer 36 Menschen gerettet, darunter Frauen und Kinder. Wegen der Wetterverhältnisse drohte es zu kentern - Wasser drang bereits ein.
Hunderte Menschen werden vor Griechenland in einem rostigen Fischkutter auf den Grund des Mittelmeers gerissen, nur wenige überleben. Nun kommen immer neue Details ans Licht - über die Rolle der Schleuser, der Küstenwache und die Zustände an Bord. Von Alexia Angelopoulou und Takis Tsafos
Das erneute Sinken eines Flüchtlingsbootes im Mittelmeer mit möglicherweise Hunderten Toten löst Trauer und Wut aus. Seenotretter erheben schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Das am Mittwoch gesunkene Boot wurde bereits am Dienstag gesichtet. Es steht ein ungeheuerlicher Vorwurf im Raum: Hat Griechenland zum Unglück beigetragen? Derweil beschlagnahmt Italien ein privates Seenotrettungsschiff.
Im Mittelmeer sinkt ein Fischkutter, auf dem Hunderte Geflüchtete zusammengepfercht waren. Sie wollten von Libyen nach Italien. Nur 104 Menschen konnten gerettet werden, es gibt kaum noch Hoffnung auf weitere Überlebende. Offiziellen Angaben zufolge haben die Opfer Hilfe abgelehnt.
Auf dem mehrtägigen Transborder SummerCamp in Nantes/Frankreich kommen Aktivisten und Betroffene zusammen. Sie berichten und diskutieren über die EU-Flüchtlingspolitik an den Außengrenzen. Valeria Händel und Kerem Schamberger waren dabei. Von Valeria Hänsel und Kerem Schamberger
Inflation und Rohstoffknappheit überschatten in diesem Hitzesommer andere Nachrichten – auch die nicht abreißenden Geschehnisse in den EU-Grenzregionen bleiben weitestgehend unbeachtet. Eine Einordnung. Von Lukas Geisler
Wissenschaftler Simeonidis ist sich sicher: An EU-Grenzen finden Pushbacks statt - und zwar systematisch und täglich -, und Frontex ist daran beteiligt. Im Gespräch erklärt er, warum Menschenrechtsverletzungen an den EU-Außengrenzen möglich sind und wie Corona zum Vorwand wurde. Von Paul-Philipp Braun
Die Deutsche Verena Fink hat sich vor fünf Jahren entschlossen, nach Griechenland zu gehen, um Menschen auf der Flucht zu helfen. „Hier passe ich hin. Hier kann ich so sein, wie ich möchte“, sagt sie.