Als die Bundesrepublik in den 50er und 60er Jahren dringend benötigte Arbeitskräfte im Ausland anwarb, sollten sie nur „Gastarbeiter“ sein. Für Carmen Gonzalez und Apostolia Thomaidou war der Weg lang, bis sie in Deutschland heimisch geworden sind. Macht man heute die gleichen Fehler? Von Christine Siefer
Deutschland orientiert sich bei der Einbürgerung an den USA und Frankreich: Die Wartezeit von bislang acht Jahren soll künftig auf fünf Jahre verkürzt werden. Der Doppelpass wird erlaubt. Die Lebensleistung von „Gastarbeitern“ wird anerkannt. Die Antidiskriminierungsbeauftragte sieht weiter Nachbesserungsbedarf.
Die Bundeskunsthalle in Bonn stellt in einer Ausstellung Fragen an das Einwanderungsland Deutschland. Im Mittelpunkt stehen die Themen Rassismus und Diskriminierung. Von Claudia Rometsch
Die Einbürgerungsreform ist laut SPD „zum Greifen nah“. Die Pläne sehen deutlich kürzere Fristen, Erleichterungen für „Gastarbeiter“ sowie die Annahme von Mehrstaatigkeit vor. Nicht eingebürgert wird, wer für sich nicht sorgen kann oder strafrechtlich in Erscheinung getreten ist.
Unter großem Andrang ist in Leipzig die Buchmesse gestartet. In den Hallen war große Freude über das Wiedersehen der Branche zu spüren. Die Trägerinnen und Träger des diesjährigen Buchmesse-Preises wurden ausgezeichnet – darunter Dinçer Güçyeter, der einst als Gastarbeiter nach Deutschland kam. Von Inga Jahn und Birgit Zimmermann
Allwöchentlich marschieren aus Deutschland zurückgekehrte Mosambikaner, die als Vertragsarbeiter in der DDR aushalfen, vor das Arbeitsministerium in Maputo. Sie fordern die ihnen vorenthaltenen Löhne ein. Seit Jahrzehnten warten sie vergeblich.
Die Gruppe der älteren Menschen mit Migrationserfahrung wächst und wird bedeutender. Dennoch gibt es große Forschungslücken. So viel steht fest: Ältere Migranten sind oft ärmer, gesundheitlich benachteiligt und trotzdem nicht unglücklicher.
60 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen: Zwischen dem Dank an die Gastarbeiter aus der Türkei und dem Umgang mit ihnen klafft eine riesige Lücke. Die Lebensrealität ist geprägt von Ablehnung. Von Ekrem Şenol
„Sie sind nicht 'Menschen mit Migrationshintergrund' - wir sind ein Land mit Migrationshintergrund!“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einer Veranstaltung zum 60. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens in Berlin türkische Einwanderer als wichtigen Teil Deutschlands gewürdigt.
Im Buch „The Unsettling of Europe“ beschreibt Geschichtsprofessor Peter Gatrell Wanderungsströme in der Nachkriegszeit. Dahinter stecken ganz unterschiedliche Schicksale. Von Dr. Helene Guldberg