Corona machte den Plänen eines Fachkräftezuzugs einen Strich durch die Rechnung. Das neue Gesetz, das auch Menschen mit Berufsausbildung erlaubt, mit einer Jobofferte in der Tasche nach Deutschland zu kommen, konnte bislang kaum Wirkung entfalten.
Kaum ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft und schon wird es ausgebremst vom Coronavirus. Laut Bundesagentur macht sich die Pandemie bereits auf die Fachkräfteeinwanderung bemerkbar. Auch ein Rückgang des Fachkräftebedarfs sei möglich.
In rund 50 Berufen gibt es laut Bundesagentur für Arbeit Engpässe, mehr als eine Million Arbeitskräfte werden gesucht, die meisten von ihnen Fachkräfte mit Berufsabschluss. Ein neues Gesetz soll den Mangel lindern. Er tritt an diesem Sonntag in Kraft. Von Bettina Markmeyer
Ausländische Pflegefachkräfte warten derzeit bis zu drei Jahre auf ein Visum und ihre Berufsanerkennung in Deutschland. Das dauert Gesundheitsminister Jens Spahn zu lange.
Die Bundesagentur für Arbeit warnt vor überzogenen Erwartungen an das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Zunächst einmal müsse Deutschland als Einwanderungsland bekanntgemacht werden. Bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse soll die neue Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung unterstützen.
In Nigeria gibt es mehr Menschen, als der Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren aufnehmen könnte. Würde Deutschland Nigeria zum Partnerland für das Fachkräfteeinwanderungsgesetz machen, könnten beide Länder profitieren. Ein Gastbeitrag Von Lars Castellucci
Bamf-Chef Sommer dämpft die Erwartungen an das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz. Er plädiert für mehr Anwerbung aus Südeuropa und weniger aus Entwicklungsländern. Die Identitätsfeststellung von neu ankommenden Flüchtlingen sei immer noch kompliziert.
Das Kabinett hat den "Nationalen Aktionsplan Integration" beschlossen. Unumstritten ist der Plan nicht. Union-Fraktions-Vize vermisst die Phase der „Rückkehr“. Linke fordert Aktionsplan gegen Rassismus. Den Grünen ist das Bekenntnis als Einwanderungsland zu zaghaft.
Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt: Die Zahl der Altenpflegekräfte aus dem Ausland steigt. Dabei kommen fast 60 Prozent der zuletzt Eingewanderten aus Nicht-EU-Staaten, vor allem aus dem Westbalkan.
Bei der Anwerbung von Pflegefachkräften aus dem Ausland dringt der Wohlfahrtsverband Caritas darauf, auch die Belange der Migranten zu berücksichtigen. Die Interessen Deutschlands und die der Herkunftsländer seien gleichwertig. Von Dirk Baas