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Agentur für Arbeit, Arbeitsamt, Gebäude, Arbeitslosigkeit
Bundesagentur für Arbeit (Archiv) © Tim Reckmann @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Arbeitsagentur-Chef

„Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr“

Nach Einschätzung des Bundesarbeitsagenturchefs Scheele gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus, wenn nicht deutlich mehr Einwanderer ins Land kommen. Die Diakonie fordert eine bessere Integration von Migranten.

Mittwoch, 25.08.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2021, 21:25 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, appelliert an die Bundesregierung, deutlich mehr Einwanderer ins Land zu holen. Durch die demografische Entwicklung nehme die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte im typischen Berufsalter bereits in diesem Jahr um fast 150.000 ab, sagte Scheele der „Süddeutschen Zeitung“. In den kommenden Jahren werde es noch „viel dramatischer“.

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Deutschland könne das Problem nur lösen, indem es etwa Ungelernte qualifiziere, Arbeitnehmerinnen mit unfreiwilliger Teilzeit länger arbeiten lasse – und vor allem, indem es ein Einwanderer ins Land hole, sagt Scheele. „Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Also deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.“ Er warnte, dass in allen Branchen Arbeitskräfte fehlen werden. „Man kann sich hinstellen und sagen: Wir möchten keine Ausländer. Aber das funktioniert nicht.“

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Filiz Polat, migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, fordert ein Einwanderungsgesetz und bezeichnet die aktuelle Arbeitskräfteeinwanderung als „Hürdenlauf“. Der Bundesregierung fehle der Mut. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin zu starr und hindern den so dringend benötigten Zuzug von Arbeitskräften, anstatt ihn zu fördern“, erklärte Polat am Dienstag in Berlin. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen seien die praktischen Hindernisse nur schwer zu überwinden und so bleibe es für sie fast unmöglich, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu beschäftigen. Zudem sei es nicht nachvollziehbar, warum Geflüchtete, die in Deutschland Ausbildung gemacht haben abgeschoben werden.

Diakonie fordert bessere Integration

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sagte in Berlin, die Bemühungen zur Integration von Migranten müssten verstärkt werden. Das sei kein Selbstläufer. Es „braucht politischen Willen und Investitionen in differenzierte Deutschkurse, Migrationsberatung und Förderprogramme zur Erwerbsintegration.“ Von den Menschen, die nach 2015 nach Deutschland gekommen sind, haben laut Lilie mittlerweile die Hälfte eine Arbeitsstelle. Das sei ein großer Erfolg und unbedingt ausbaufähig.

„Wenn sich Flüchtlinge aus Afghanistan oder anderen Ländern auf den Weg machen, sollte Deutschland seinen Beitrag leisten, um sie aufzunehmen und ihnen den Weg in die Berufstätigkeit erleichtern“, sagte der Diakoniechef: „Das erwarten wir auch von der Politik und der neuen Bundesregierung.“ (epd/mig)

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