Leos Wochenrückblick
Wulffs Heimspiel in Dresden. Griechenland in drei Fallen.
Viel Wulff und wenig Sarrazin beim Evangelischen Kirchentag in Dresden. Außerdem: Geht Griechenland vor die Hunde?
Von Leo Brux Montag, 06.06.2011, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.06.2011, 1:42 Uhr Lesedauer: 8 Minuten |
Viel Wulff und kein Sarrazin beim Evangelischen Kirchentag in Dresden
(Quelle: zwei Artikel des Tagesspiegel)
Bundespräsident Christian Wulff war gern gesehener und gehörter Gast beim Evangelischen Kirchentag in Dresden. Der Islam gehöre zu Deutschland – Wulff erklärt, er habe diesen Satz bewusst gesagt,
um den Muslimen, die bei uns leben, ein Zeichen zu geben.
Er habe dazu 200 zustimmende Briefe erhalten – und 4200 ablehnende …
Margot Käßmann unterstützt ihn:
„Menschen muslimischen Glaubens gehören zu Deutschland und damit eben auch der Islam. Was sind das für hämische, menschenverachtende Pamphlete, die sich profilieren auf Kosten anderer? Wie fühlt sich ein türkischer Taxifahrer, dessen Tochter studiert, wenn ihm erklärt wird, er sei ‚Kopftuchmädchenproduzent‘?“
Wulff sieht beide Seiten – die Probleme und die Fortschritte – zusammen:
„Wir kommen voran, nicht schnell genug, aber wir kommen voran“, sagte er am Donnerstag bei einer Diskussionsrunde auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden. „Wir brauchen Offenheit gegenüber Fremden.“ Sie seien eine Bereicherung für die Gesellschaft, wenn sie sich an die Verfassung hielten. „Das Grundgesetz gilt für alle, egal welcher Religion sie angehören.“ Versäumnisse habe es zum Beispiel bei der Sprachförderung oder im Bildungssystem gegeben, auch sei die Arbeitslosigkeit unter jungen Migranten höher.
Auf der anderen Seite habe auch die Türkei ihre Hausaufgaben zu machen:
Die Türkei kritisierte Wulff allerdings wegen der Benachteiligung von Christen. „Es ist unzureichend, wie es mit den Rechten der Christen dort fortkommt.“ Die Türkei müsse die Ausbildung theologischen Nachwuchses ermöglichen. „Wenn wir hier Imame ausbilden, dann muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass dort auch christliche Theologen ausgebildet werden.“ Christliche Kirchen haben in der Türkei keinen Rechtsstatus, die Ausbildung von Priestern ist verboten. Seit Jahrzehnten müssen sie um ihr Eigentum kämpfen.
Der Tagesspiegel resümiert die Podiumsdiskussion:
Die Religion, der Islam, wird nicht mehr für schuldig erklärt, wenn Integration misslingt. Es geht viel mehr um soziale und wirtschaftliche Probleme, um Identität und um das Grundgesetz, an das sich „natürlich alle halten müssen“, wie Wulff sagt. So dürfe es auch nicht sein, „dass Kinder unter ihren erziehungsunfähigen Eltern Schaden nehmen“. Schulschwänzen müsse Konsequenzen haben. Das Publikum hört geduldig zu, applaudiert allen auf dem Podium gleichermaßen. Und am Ende fragt der Moderator: „Könnte es vielleicht sein, dass die Kopftuchmädchen unsere Zukunft sind?“ Weil sie fleißig seien und gewissenhaft. Und immer mehr von ihnen den Mut haben, eigene Wege zu gehen.
Von mir hervorgehoben.
Matthias Drobinskis Resümee in der Süddeutschen Zeitung: Es wurde eigentlich nichts Neues gesagt. Aber:
neu ist, wie das Publikum reagiert: Die Wutbürger und Islamkritiker sind weg oder schweigen. Vor vier Jahren noch fetzten sich in Köln der damalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, und muslimische Verbandsvertreter – und das Publikum bejubelte jeden islamkritischen Satz. „Da hat die Sarrazin-Debatte paradoxerweise Gutes bewirkt“, sagt Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland – „gerade die Intellektuellen diskutieren jetzt differenzierter.“
Wenn Verschiedenheit respektiert werde, sagt der Präsident am Schluss, dann könne auch das Gemeinsame wachsen – ein Patriotismus, der auch die Zuwanderer einschließe.
Geht Griechenland vor die Hunde?
Die Berichte und Kommentare beschäftigen sich zum einen mit den Milliardensummen, die Europa bereitstellt, um den Finanzkollaps des Landes zu verhindern, und zweitens mit den zunehmenden Protestaktionen der Bevölkerung gegen den rigorosen Sparkurs der Regierung.
Wird damit klar, dass die Milliardengelder nicht an die Griechen gehen, sondern an die Banken – für den von Griechenland aus nicht mehr bezahlbaren Schuldendienst?
Wird weiter klar, dass – wenn die Dinge so weiter laufen – es zu einer Auswanderungswelle aus Griechenland kommen wird?
Den Finger in die eine Wunde – die Finanzseite der Sache – räumt Egbert Scheunemann, dem die Neue Rheinische Zeitung den Platz ein, die Sachlage ausführlich darzulegen. Drei Absätze seien daraus zitiert:
Was würde bei der unvermeidlichen Umschuldung geschehen?
Was eintreten wird, ist ein nicht systemgefährdender Schuldenschnitt (in dem Sinne, dass keine der betroffenen Banken wirklich in Gefahr kommen wird), eine Laufzeitverlängerung vorhandener Kredite und eine Senkung der Zinsen via Umschuldung hin zu zinsgünstigen Krediten der EZB oder anderer EU-Finanzinstitutionen (oder auch des IWF, der Weltbank etc.) – also das allein Vernünftige …
Es gibt jedoch ein Interesse, das
… eine Umschuldung, die völlig unvermeidlich ist (in Form, um es zu wiederholen, eines moderaten Schuldenschnitts, so moderat, dass keine der betroffenen Banken wirklich ins Trudeln käme, und in Form der Ersetzung der verbleibenden laufenden Kredite durch zinsgünstige Kredite mit langen Laufzeiten, gewährt von der EZB oder dem IWF), so lange wie möglich aufschieben möchte, um den für die europäischen Banken (und damit auch für seine) hochprofitablen derzeitigen Zustand solange wie möglich aufrechtzuerhalten.
Welches Interesse? Wer bekommt die europäischen Milliarden – und verdient dabei?
Griechenland erstickt an den ins Absurde gestiegenen Zinsen, die es inzwischen für neue Kredite zahlen muss, um alte ablösen zu können – auf dem freien Kapitalmarkt inzwischen, wie schon gesagt, bis zu 25 Prozent. Was Griechenland, wie auch schon gesagt, ‚zurück‘ bezahlt, sind zwischenzeitlich fast ausschließlich akkumulierte Zinsen, also etwas, was es zuvor nie bekommen hat. Das griechische Volk blutet, um die Raffgier der Banken zu befriedigen. Das sind die einfachen, aber wahren Tatsachen.
Mit einem rigorosen Sparprogramm allein kommt Griechenland nicht aus der Krise heraus. Denn dieses lässt die Wirtschaft und damit die Steuereinnahmen weiter schrumpfen, wodurch sich die Schulden noch erhöhen.
Zugleich haben die Griechen immer weniger Geld, immer weniger Arbeit. Noch haben viele private Ressourcen. Die werden bald aufgebraucht sein. Hunderttausende hat die nackte Not schon erreicht. Es ist kein Ende der Spirale abwärts zu erkennen. Wie schlimm kann es werden?
In dem Maße, in dem es ums nackte Überleben geht, werden Griechen auswandern. Sie dürfen gemäß Europarecht jederzeit nach Deutschland kommen, um hier zu wohnen und zu arbeiten.
Wann beginnt die Welle?
Nirgendwo habe ich bisher DIESE Frage gelesen.
Griechenland steckt aber nicht nur in der Schuldenfalle, sondern auch in der Schengenfalle.
Die Süddeutsche Zeitung (3.6.2011, Die Seite Drei) hat eine Reportage von Kai Strittmatter darüber, leider nicht frei online zugänglich.
Griechenland ist heute Ziel Nummer eins für Menschenschmuggler, seiner fast unkontrollierbaren Inselwelt wegen.
Noch 2008 zählte die EU die Hälfte aller Festnahmen von illegalen Immigranten in Griechenland. Anfang des Jahres waren es schon 90 Prozent: Neun von zehn Flüchtlingen, die nach Europa wollen, kommen über Griechenland.
Allein 2010 haben wohl 128 000 Illegale die griechische Grenze überquert.
„Und fast alle landen in Athen“, sagt Bürgermeister Giorgios Kaminis.
Flüchlinge werden an den „Schengen-Grenzen“ abgefangen, in den „Schengen-Grenzländern“ kaserniert und „behandelt“ – und der Rest von Europa kann auf Grenzkontrollen verzichten.
Einige Hunderttausend ohne (legale) Arbeit, ohne Perspektive, illegal in der Stadt lebend, massiert in bestimmten Vierteln … das geht nicht gut.
Athen ist zur unsichersten Großstadt Europas geworden. Ein Dschungel, wie ein Einwohner das nennt. Großartiges Wetter, großartige Einwohner, großartiges Essen, eine aufregend lebendige Metropole – aber die Schuldenkrise mit ihrer Folge, der Verarmung eines großen Teils der Bevölkerung, und die Schengenfalle als Dreingabe bringen die Stadt an den Rand des Abgrunds. Sechs von zehn Einwohnern geben an, sie würden gern wegziehen. Sie haben Angst. Der Bürgermeister stellt fest:
„Athen kollabiert.“
Zur Schuldenfalle und zur Schengenfalle kommt eine dritte: die Elitenfalle.
Die gesamte politische Klasse ist diskreditiert. Der Bürgermeister von Athen rechnet bei den nächsten Wahlen mit einem
Weimarer-Republik-Phänomen: Die extreme Linke und die extreme Rechte werden profitieren.
Die Eliten werden versuchen, ihr Schäfchen ins Trockene zu retten und die Krisensuppe von den kleinen Leuten auslöffeln zu lassen. Das Europa der Eliten wird sie dabei unterstützen. Die Bürger aber werden sich weiter radikalisieren – nach links und nach rechts.
Gibt es konstruktive Lösungsansätze?
In keinem Zeitungsartikel und auch online nicht finde ich ein Programm für die Gesamtkrise, ein umfassendes Konzept, eine Vision. Weder Politiker noch Journalisten scheinen ihren Blick auf so etwas zu richten.
Auf dem Syntagma-Platz im Zentrum der Stadt versammeln sich täglich tausende, protestieren gegen die Sparmaßnahmen der Regierung und die Finanzspiele der Banken und der EU – und üben sich in direkter Demokratie – anknüpfend an die antike Tradition. Ob daraus etwas entstehen kann in einer Stadt mit 5 Millionen?
1. Als Weg aus der Schuldenfalle gäbe es die Möglichkeit der Umschuldung samt einem Teilverzicht auf Rückzahlung sowie bezahlbaren Krediten für den Staat. Den Teilverzicht verhindern (vorerst) die Banken, die noch nicht genug Blut aus dem Land herausgesaugt haben. Für die Banken spart die griechische Regierung immer noch nicht genug, verhält sich die Regierung immer noch nicht neoliberal und menschenfeindlich genug.
Eine Umschuldung, die die Schulden Griechenlands hinreichend reduziert und dem Land wieder eine bezahlbare Kreditaufnahme möglich macht – das wäre also das eine.
2. Eine Umstrukturierung des griechischen Staates – eine Entmachtung der bisherigen Eliten, Sicherung von hinreichenden Steuereinnahmen, eine schlanke und effiziente Verwaltung – zusammen mit einem starken Sozialstaat – das wäre das Zweite.
3. Eine Neuorganisation der Schengenverpflichtungen – materielle und organisatorische Hilfe für Griechenland im Umgang mit den Flüchtlingen – das wäre das Dritte.
Ein solches Dreierpaket ist utopisch. Warum? Weil es voraussetzen würde, dass Eliten aus Einsicht und freiwillig im Interesse des Volkes handeln würden.
Drum gebe ich der Frau Recht, die Strittmatter in der SZ zititiert:
„Wer immer behauptet, er könne diese Probleme lösen, der ist ein Lügner.“
Machen wir uns also auf die Katastrophe gefasst. Aktuell Meinung
Wir informieren täglich über das Wichtigste zu Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Unterstüzte diese Arbeit und verpasse nichts mehr: Werde jetzt Mitglied.
MiGGLIED WERDEN- Szenarioanalyse Was passiert, wenn AfD regiert?
- Zivilgesellschaft unter Druck Deutschland rutscht bei Freiheitsrechten weiter ab
- Rüdiger Lohlker im Gespräch „Islamismus“ ist Plastikwort gegen Muslime
- Seenotrettung Nach Beschuss gerät „Sea-Watch 5“ in Italiens Visier
- Gutachten Verdacht auf strukturelle Diskriminierung in…
- Sachsen-Anhalt Ministerpräsident Schulze: Einwanderung besser als…

@Leo Brux
„Sie glauben, den türkisch-deutschen Taxifahrer gibt es nicht, der ein Kopftuchmädchen hat, das studiert und besser Deutsch spricht und logischer denkt als Sie?“
Wissen sie was Herr Brux, die Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass ich das Risiko eingehe: Ja, das denke ich!
„Womit wir feststellen dürfen: SIE sind inkompetent, nicht Margot Käßmann.“
OK, sie haben mich überredet, ich gebe auf: Ich bin blöde und ein elender Fremdenhasser. Morgen geh ich zur NPD und lass mich rekrutieren. Sie haben mir den richtigen Weg gezeigt Herr Brux und dafür will ich Ihnen danken.
Und natürlich werde ich nie weder in Versuchung geraten die grossartige Frau Käßmann oder den türkischen Meister Erdogan zu kritiseren, da dies ja nur auf meine inkompetenz hinweist.
IRONIE OFF
Eigentlich sind wir doch alle inkompetent, denn das Problem wurde noch immer nicht gelöst! Eigentlich quatschen wir uns nur einen ab, aber da draussen passiert gar nichts. Sie Herr Brux versuchen genauso wie Käßmann auch nur Profit aus der Situation zu ziehen um wie in ihrem Fall Stimmen für die Grünen zu sammeln indem sie hier grenzenlose Toleranz Vortragen und Käßmann muss halt versuchen auf jeder Veranstaltung irgendeinen unausgereiften pseudo-intelligenten Gedanken zu verkünden.
Europa,
wieviele türkisch-stämmige Taxifahrer dürfte es in Deutschland geben? – Über tausend, schätze ich. Da spricht dann die statistische Wahrscheinlichkeit ziemlich gegen Sie …
Vor allem: Sie haben mein Argument nicht verstanden. Ich habe was gesagt vom Gebrauch von Metaphern, bei Sarrazin, bei Käßmann. Wahrscheinlich geht das über Ihren Horizont. Oder haben Sie nur nicht richtig gelesen? Wie geht mein Argument mit der Metapher einerseits bei Sarrazin, andererseits bei Käßmann? Lesen Sie nochmal nach!
Wie kommt es, dass (angeblich) die Grünen „Profit aus der Situation ziehen“, wie Sie vermuten? Vielleicht liegt es an der Qualität, die uns begegnet, wenn wir zum Beispiel posts von „Europa“ geboten bekommen? Diese penetrante Kombination von Niveaulosigkeit und verbiesterter Fiesheit.
@Leo Brux
Sarrazin hat ein Bild von der türkisch-deutschen Unterschicht gezeichnet, das verächtlich ist und verächtlich sein sollte.
Sarrazin hätte es nicht nötig gehabt ein schlechtes Bild der türkisch-deutschen Unterschicht zu zeichnen, wenn nicht das jahrzehntelange Versagen der Türken selbst dieses Bild unter Anwendung von versuchter Zwangsassimilierung der Kurden und anderer Minderheiten bestätigen würde.
http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-10382/Skubsch%20030.pdf
Und die Türken die sich in Deutschland der Bildung zugewendet haben, haben dies zum Einen ihrem eigenen Willen, aber auch den vorhandenen Bildungsresourcen in Deutschland zu verdanken. Es hätten im Vergleich nicht einmal die Hälfte dieser Leute die Möglichkeit in der Türkei gehabt überhaupt so weit zu kommen. AUSSER sie hätten zur kemalistischen Elite gehört. Und selbst dann hätten wohl die meisten im Ausland studiert.
Und aufgrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums was fast ausschließlich die bildungsfernen Bevölkerungsanteile im Osten betrifft glaube ich kaum das die Türkei es jemals schafft seine Bevölkerung umfassend in Bildung zu bringen.
Das alles ist der Grund für die Situation vieler Türken – Kurden in der Türkei
und Deutschland. Und wenn Sarrazin auf die Genetik zu sprechen kommt. Man kann nicht im Grundsatz sagen, das Türken oder Kurden genetisch minderwertig sind. Nur Leo! Wenn Sie ehrlich sind gibt es immer noch viel zu viele Verwandtenheiraten in diesem Kulturkreis zwischen Cousin und Cousinen richtig? Sie wissen hoffentlich das Inzucht die eigene Genetik auf Dauer schwer schädigt! Es soll schließlich alles in der Familie bleiben oder?!
http://www.wdr.de/themen/gesundheit/2/erbkrankheiten/index.jhtml
http://www.welt.de/vermischtes/article732888/Wenn_der_Cousin_mit_der_Cousine_schlaeft.html
Wann wird dieses Tabuthema eigentlich offen angesprochen und vor allem tatkräftig gelöst?
Leo! Sarrazin hätte NIE eine Chance gehabt, wenn nicht so viele Menschen dieses Landes die Auswirkungen über weiter oben
genannte Problematik am eigenen Leib und tagtäglicher entsprechender „Kommunikation“ zu spüren bekommen würden.
Liebe Türken! Bleibt wie ihr seid!!!
Kritiker,
die Reihenfolge ist:
(1) Wir holen Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland.
(2) Viele von ihnen bleiben und gründen Familien bzw. holen Familienmitglieder nach.
(3) Wir dulden das widerwillig (weil GG und Europa das so wollen) – weigern uns aber, Integrationspolitik zu machen, und weigern uns, den Einwanderern das Gefühl zu geben, dazuzugehören.
(4) Statt dessen versucht man sich an einer Rückführungspolitik.
(5) In der gesamten Zeit herrscht bei einer Mehrheit der Bevölkerung eher Ablehnung der Migranten vor.
(6) So kommt es zu einigen (eigentlich überraschend wenigen) Integrationsdefiziten.
(7) Die werden nun aufgebauscht, wie üblich setzt man unter Spießern auf Abwehr und Ausgrenzung, und dazu gehört auch, dass man die Defizite den Einwanderern selber in die Schuhe schiebt.
Kritiker, soweit es überhaupt Defizite gibt, haben SIE sie verursacht. (Zusammen mit Ihresgleichen.)
Bildungspolitik: Die Türkei hat riesige Begabungsreserven und ein Bildungssystem, das bisher auch nicht entfernt in der Lage ist, diese Reserven zu entwickeln. Es wird auch noch einige Zeit dauern, bis man in der Türkei genug Ehrgeiz in gute Bildung stecken wird. Zwar wird es schon besser – aber nur langsam.
Das Problem der Verwandtenheiraten ist ein aufgebauschtes Problem – typisch für biologische Deppen, dass ihnen dieses Thema so wichtig wird. Mit der kulturellen Modernisierung der Osttürkei wird dieses marginale Problem schwinden.
Die Türken werden bleiben wie sie sind – also werden sie sich verändern. Denn so sind wir Menschen: Wir bleiben, wie wir sind, INDEM wir uns ständig verändern. (Wer sich nicht ändert, stirbt ab und aus.)
@Leo Brux
Solange wie gestern von 50 Millionen Wahlberechtigten gut 6,5 Millionen Menschen eine Nazipartei wählen werden die Konflikte nicht weniger werden und dadurch auch die Minderheitenkonflikte nicht zu lösen sein, was eine erfolgreiche Bildungspolitik erst gar nicht zulässt. Ironischerweise ist die Situation der Kurden genau so wie Sie es den Deutschen vorwerfen dem Gleichen oder besser gesagt einem noch schlimmeren Ablehnungsverhalten gegenüber den Kurden zu vergleichen. Nur das in Deutschland nicht eine ganze Kleinstadt an Menschen also ca. 40000 Menschen ermordet wurden.
Ich stelle eine andere Prognose für die Zukunft. Die Türkei wird sich schon bald mit einer Zweistaatenlösung Frieden erkaufen müssen. Ich verweise hier auch auf den israelisch palästinensischen Konflikt. Man kann diese beiden Konflikte nicht eins zu eins vergleichen, jedoch geht es in beiden Fällen darum das ein Volk nicht über eigenes Land verfügt. Fairerweise sollte jeder Anrainerstaat auf dem Gebiet von Kurdistan also die Türkei, Iran, Irak und Syrien entsprechend ihrer Landmasse Gebiete abtreten. Erst dann wird es wirklichen Frieden geben und auch nur der Hauch einer Chance das es so kommt wie Sie es sich vorstellen. Allerdings wird die Türkei dadurch ein großes demografisches Problem bekommen wenn die Kurden wegfallen. Die Einwohnerzahl wird sich auf gut 50 Millionen Menschen verringern was die Leistungsfähigkeit der türkischen Wirtschaft schwächen wird. Also zuschauen und abwarten.
Das Problem der Verwandtenheiraten ist ein aufgebauschtes Problem – typisch für biologische Deppen
Leo, Sie können rechnen? Sie halten also jede VIERTE Ehe in der Türkei die eine Verwandtenehe ist für ein aufgebauschtes Problem? Wieso sind dann bei den Türken – Kurden so viele vererbbare Genkrankheiten im Gegensatz zu anderen Völkern bekannt, was die grosse Gefahr birgt das eben biologische Deppen dabei raus kommen? Und das Problem zieht sich durch ganz Europa wo Muslime unter sich sind. Vor allem noch in Großbritannien mit den Pakistanis. Aber das ist ja alles kein Problem. Es belastet halt noch zusätzlich die Krankenkassen.
Die Türkei hat riesige Begabungsreserven und ein Bildungssystem, das bisher auch nicht entfernt in der Lage ist, diese Reserven zu entwickeln.
Welch Sarkasmus! Wenn ich einen Haufen bildungsferner Menschen vor mir habe, dann habe ich NATÜRLICH ein riesiges Begabungsreservat. Nur was nutzt mir das wenn die eigene nationalistische Doktrin aktiv daran arbeitet Bildung zu verhindern? Ich erinnere Sie nur daran das für diesen Schwachkopf Atatürk ein eigenes Schulfach bereitgestellt ist. Vergeudete Zeit!! Ich weiss schon. Wahrscheinlich kommt bald Mohammedkunde dazu. Das wird einen massiven Bildungsschub nach vorne bringen. Ironie off!
Die Türken werden bleiben wie sie sind – also werden sie sich verändern.
Na da bin ich aber gespannt. Sie haben sich bisher verändert ja. Vom Kemalismus hin zum Islamismus. Suuuper!! Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben bedeutet das nur Dinge ausgetauscht werden aber alles so bleibt wie es ist. Wirkliche Veränderung sieht anders aus. Die Wahl gestern in der Türkei zeigt nur das die Türken immer noch nicht vom Führerprinzip loslassen können. Und es ist wurscht ob der sich Atatürk (Vater der Türken!!) oder Sultan Erdogan nennt.
Kritiker,
wenn das mit den Verwandtenehen so ein großes Problem wäre, dann wären die betreffenden Gemeinschaften schon längst ausgestorben.
MHP: Eine schlimme und unappetitliche Partei, aber schon wesentlich zahmer als früher, jetzt sogar auf Verständigungstrip mit den Kurden. – Ist diese Partei schlimmer als Sie selber, Kritiker? Wenn Sie mal berücksichtigen, wie pöbelhaft Sie schreiben … Merkt man da nicht eine gewisse Verwandtschaft?
Kurden: Wahrscheinlich wird in den nächsten Jahren das Kurdenproblem einvernehmlich zwischen AKP, CHP und BDP gelöst werden. Es ist jedenfalls der Lösung so nah wie noch nie. Ein eigener Kurdenstaat steht auch nicht auf der Agenda der BDP. Sorge macht mir, was die BDP der AKP dafür als Zugeständnis machen wird. Das Präsidialsystem, auf Erdogan zugeschnitten?
Schwachkopf Atatürk: Wer Atatürk einen Schwachkopf nennt, ist offensichtlich selber einer.
Bildungsreserven: Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass die Türkei hier durchaus Fortschritte macht? Warum so viel höhnische Verachtung? Dass die Türkei ökonomisch so große Fortschritte macht, hätten Sie doch auch nicht gedacht, oder?
Islamismus: Die kritischen Beobachter sind sich einig: Islamismus hat’s unter Erdogan nicht gegeben und wird’s auch weiter nicht geben.
Abschließend: Werfen Sie mal einen Blick auf das, was Sie geschrieben haben, Kritiker. Was für ein Bild bekommt der Leser da von Ihnen? – Dass er es hier wohl nicht mit einem Kritiker, sondern einem Hetzer zu tun hat: Da ist keinerlei Abwägen, keinerlei Differenzierung zu finden. Das Minimum an Respekt, das Kritik erfordert, fehlt ebenso wie das Minimum an Selbstkritik, das Kritik erst erträglich macht. Alles nur Hass und Verachtung.
So ein Mensch sind Sie also.