Wolfgang Schäuble

„Wir haben mit Türken ein besonderes Integrationsproblem.“

Mit dem Thema "Diversität gestalten - Globale und lokale Impulse für erfolgreiche Integration" beschäftigte sich am gestrigen Tag in Berlin eine internationale Tagung des Bundesministeriums des Innern und der Bertelsmann Stiftung.

Freitag, 19.06.2009, 6:29 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 1:05 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Integrationsprozess in den Kommunen
Im Mittelpunkt stand die Rolle der Kommunen im Integrationsprozess. „Die persönlichen Netzwerke, die unsere Gesellschaft tragen, bilden sich am stärksten in unseren Städten und Gemeinden. Dabei sind die in Deutschland traditionell starken Kommunen unser großes Plus in der Integrationspolitik – auch im internationalen Vergleich. Hier wird seit Jahren hervorragende Arbeit geleistet“, so der für Integration zuständige Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble.

Unter dem Motto „Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik“ haben das Bundesministerium des Innern und die Bertelsmann Stiftung bereits im Jahr 2005 in einem gemeinsamen Wettbewerb die Frage gestellt, wie den Kommunen die Integration gelingt. Vier Kommunen wurden für ihre überzeugenden Ansätze und Konzepte ausgezeichnet. Mit der Tagung am 18. Juni 2009 wurde an den Wettbewerb angeknüpft. Die damaligen Preisträger und Jurymitglieder werden der Frage nachgehen, wie sich ihre Strategien zur kommunalen Integrationspolitik weiterentwickelt haben.

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Integrationsproblem mit den Türken
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hob – einer Meldung in der türkischen Tageszeitung „Sabah“ zufolge – auch hervor, dass die Türken in Deutschland am meisten Integrationsprobleme haben: „Wir haben mit Türken ein besonderes Integrationsproblem.“ Er fügte hinzu: „Wir haben die Türken aus Anatolien hierher gebracht. Erst wollten sie nur Geld verdienen, mit der Zeit haben sie Familien gegründet und sind hier geblieben.“

Insbesondere türkische Frauen hätten ein Integrationsproblem. In Bezug auf den Spracherwerb seien Fortschritte erzielt worden. Der Familiennachzug sei an Kenntnisse der deutschen Sprache geknüpft worden. Damit habe man deutlich gemacht, dass der Spracherwerb Pflicht ist. Das Signal sei angekommen und angenommen, so in der „Sabah“.

Laut Schäuble sei die Integration trotz aller Schwierigkeiten „auf gutem Wege“. Dabei erwähnte er beispielsweise, dass immer mehr Familien ihre Kinder zu katholischen oder protestantischen Kindergärten schicken und Moscheen in Deutschland beim größten Teil der Bevölkerung Akzeptanz erfahren würden.

Faire Bildungschancen
Den Fokus auf die Bedeutung der Bildung im Integrationsprozess legte Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung: „Erfolgreiche Integrationspolitik ist eine der zentralen Herausforderungen für die Kommunen… Ohne faire Bildungschancen kann Integration nicht gelingen. Gerade gute frühkindliche Bildung und die Kooperation von Schulen mit kommunalen Partnern sind Erfolgsfaktoren für Integration. So eröffnen sich Chancen für jeden einzelnen, aber auch für die Entwicklung der Kommunen“.

Transatlantischer Austausch
Da der Umgang mit Vielfalt zunehmend auch eine internationale Dimension aufweist, stand neben den lokalen Initiativen der transatlantische Austausch im Vordergrund. Experten aus den USA, Kanada, Großbritannien und Italien berichteten über ihre Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt.

„Wir können uns in Zeiten der zunehmenden grenzüberschreitenden Mobilität und der weltweiten medialen Vernetzung nicht mehr darauf beschränken, Herausforderungen national lösen zu wollen. Unilaterale Entscheidungen bringen uns häufig nicht mehr weit. Gerade transatlantische Impulse sind eine Bereichung für unsere nationalen und europäischen Ansätze zur Integration von Zuwanderern“, erklärt Bundesminister Schäuble.

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  1. Synapse sagt:

    „Wir haben die Türken aus Anatolien hierher gebracht“. Eine Steilvorlage für die MIGAZIN’ler. Wahrheit ist, daß die Türken sich anwerben ließen, weil sie hier gutes Geld verdienen konnten. Wahrheit ist auch, daß der türkische Staat Druck machte, damit der eigene Arbeitsmarkt entlastet wurde und später, damit die Familien nachziehen konnten, und dabei auf seinen Status als NATO-Partner pochte:
    „Im Dezember 1960 wurde die türkische Regierung offiziell beim Auswärtigen Amt vorstellig. Es ist nicht untypisch, daß die türkische Regierung ihrem Wunsch durch den Hinweis auf deutsche Wirtschafts- und militärpolitische Interessen Nachdruck verlieh. Der Botschaftsvertreter wies darauf hin, daß „die türkische Regierung es als eine Zurücksetzung betrachten müsse, wenn sie trotz ihres lebhaften Wirtschaftsaustausches mit der Bundesrepublik und trotz ihrer Mitgliedschaft in der NATO hinter anderen, praktisch ebenso weit entfernten Staaten wie Griechenland zurückgesetzt würde.“ Die Türkei war sich sehr wohl ihrer guten Beziehungen zur Bundesrepublik und ihrer entscheidenden strategischen Bedeutung für die NATO bewußt und war gewillt, dies auszuspielen.“
    (Karen Schönwälder, „Einwanderung und ethnische Pluralität“ (2002), S. 251-252)
    Also, liebe MIGAZIN’ler: bitte nicht „die Deutschen haben uns versklavt“. Versklavt wurden die Schwarzen in Amerika. Wenn die Amis jetzt einen Dunkelhäutigen zum Präsidentgen wählen, ist das ihr Bier. Daraus kann man keinen Anspruch ableiten, daß Deutschland einen türkischstämmigen Bundeskanzler benötigt.

    • Die MiGAZIN-Redaktion hat lediglich das wiedergegeben, was Herr Schäuble laut der türkischen Tageszeitung Sabah auf der Tagung gesagt haben soll. Weder gibt der Artikel irgendeine Meinung der MiGAZIN-Redaktion wieder, noch wird ein türkischer Bundeskanzler gefordert. Was bewegt Sie zu diesem Kommentar?

      • Synapse sagt:

        In der Regel folgt aus einem das andere. Hat doch Cem Özdemir nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Grünen davon gesprochen, daß ohne seine Eltern Deutschland nicht das wäre, was es heute ist (was zu beweisen wäre, der Krieg war 1945 zu Ende, 1961 wurde das Anwerbeabkommen mit der Türkei geschlossen). Und zig türkischstämmige Kolumnisten, etwa bei der „Frankfurter Rundschau“, haben Özdemir mit Obama verglichen und (aufdringlich fordernd) davon gesprochen, daß die Zeit reif wäre für einen türkischstämmigen Bundeskanzler (hmm – wieso nicht für einen griechischstämmigen, oder italienischstämmigen, oder ein Aussiedlerkind?). Ich finde es auch sehr bezeichnend, daß das MIGAZIN aus einer türkischen Zeitung zitiert und nicht aus einer deutschen…

        • wieso nicht für einen griechischstämmigen, oder italienischstämmigen, oder ein Aussiedlerkind?

          Özdemir steht meines Erachtens stellvertretend für Menschen mit Migrationshintergrund.

          Ich finde es auch sehr bezeichnend, daß das MIGAZIN aus einer türkischen Zeitung zitiert und nicht aus einer deutschen…

          Die Redaktion hat selbstverständlich geschaut, ob es weitere Informationen diesbezüglich gibt. Auch in den deutschen Zeitungen. Nach bisherigem Kenntnisstand der Redaktion hat aber keine deutsche Zeitung die Worte Schäubles aufgegriffen.

          Ziel von MiGAZIN ist es, auch Themen anzusprechen, die im Mainstream nicht vorkommen oder nicht ausreichend berücksichtigt werden bzw. Themen aus einer anderen Perspektive aufzuzeigen. Wenn Integration ein beidseitiger Prozess ist, müssen auch solche Themen den Zugang zu deutschsprachigen Lesern finden. So bekommt auch die Mehrheitsgesellschaft eine Vorstellung davon, womit sich Migranten beschäftigen, was deren Sorgen sind, was sie antreibt etc. MiGAZIN versucht in diesem Sinne ein Lücke zu füllen und füreinander zu sensibilisieren. Meine Empfehlung: MiGPRESS.

          Ich kann Ihre Skepsis einem Medium wie MiGAZIN gegenüber nachvollziehen. MiGAZIN ist anders. MiGAZIN zitiert auch mal aus türkischen Tageszeitungen weil keine deutssprachige Presse darüber berichtet. Ungewöhnlich.

          Sie haben nun die Möglichkeit, Ihre Skepsis zu hinterfragen. Dafür ist MiGAZIN da.

          • Synapse sagt:

            @ senol
            „Özdemir steht meines Erachtens stellvertretend für Menschen mit Migrationshintergrund.“
            Hier liegt der Anspruch und das Problem. Türkische Interessenvertreter sagen „Migranten“ und meinen „Türken“. Das „Migazin“ ist bei genauem Hinsehen auch nur ein „TurkMagazin“. Die TGD setzt sich ebenfalls gerne für „Migranten“ ein, bei Analyse ihrer Forderungen wird deutlich, daß sie zumindest nur Moslems meint, denn wie ist es zu werten, wenn sie bezüglich der Häftlinge in Deutschland auf Berücksichtigung von deren Essgewohnheiten pocht? Damit meint sie sicher nicht, daß der italienische Häftling Parmesan auf die Spaghetti kriegt…

            • Das “Migazin” ist bei genauem Hinsehen auch nur ein “TurkMagazin”.

              Das MiGAZIN befindet sich derzeit noch in der Betaphase (s.o. neben Banner). Das Angebot wird langsam aber stetig erweitert. Eine gewisse Türkenlastigkeit wird sich aufgrund deren zahlenmäßigen Größenordnung dieser Migrantengruppe und der Themenvielfalt aber kaum verhindern lassen.

              Die TGD setzt sich ebenfalls gerne für “Migranten” ein

              TGD steht für „Türkische Gemeinde in Deutschland“ und somit für einen Teil der Migranten. Und wenn sich die TGD für Moslems einsetzt, dann für Menschen aus vielen Ländern. Eben „Migranten“. Ob der Name „TGD“ dann noch passend ist? Das besprechen Sie aber lieber mit der TGD.

              Im Übrigen möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Sie mit jedem Kommentar eine andere Kritik vortragen. Sie werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass das für mich äußerst mühselig ist.

          • Teleprompter sagt:

            „Özdemir steht meines Erachtens stellvertretend für Menschen mit Migrationshintergrund.“

            Würden Sie das auch sagen, wenn Özdemir, sagen wir, polnischstämmig, wäre?

            Wenn Özdemir polnischstämmig wäre, wüssten Sie davon vermutlich gar nichts. Es wäre überhaupt kein Thema. Das ist Integration: wenn Herkunft kein Thema ist. Doch was macht man mit Einwanderern, die ihre Herkunft ständig selbst zum Thema machen? Wieso machen sie das eigentlich? Was bezwecken sie damit? Ich verstehe das nicht. Auch Özdemir hat die Herkunfts-Karte ja ganz bewusst und demonstrativ ausgespielt. Will er wegen seiner Herkunft gewählt werden? Ich dachte immer, die Grünen wollen wegen ihrer Umweltpolitik gewählt werden. Fragen über Fragen …

            • Würden Sie das auch sagen, wenn Özdemir, sagen wir, polnischstämmig, wäre?

              Ja, würde ich.

              Wenn Özdemir polnischstämmig wäre, wüssten Sie davon vermutlich gar nichts.

              Hypothetisch. Unsterstellung. Dann ebenso hypothetisch und unterstellend: Möglicherweise läge das am Mainstream, der ihn nicht mit seinem Migrationshintergrund in den Vordergrund gestellt hätte.

              Auch Özdemir hat die Herkunfts-Karte ja ganz bewusst und demonstrativ ausgespielt.

              Ich kann mich nicht erinnern, dass er das getan hätte. Ganz im Gegenteil. Wenn er auf Fragen in Bezug auf seinen Migrationshintergund antworten muss, kann dieser Eindruck natürlich leicht entstehen.

              Ich dachte immer, die Grünen wollen wegen ihrer Umweltpolitik gewählt werden.

              Klar. Auch. Aber wenn das die Grünen lesen… Vor den Europawahlen hat die Financial Times Deutschland eine Wahlempfehlung für die Grünen ausgesprochen wegen derer wirtschaftlicher Kompetenz und Weitsicht. Sie sollten versuchen, über den Klischeerand hinauszuschauen.

              • Teleprompter sagt:

                “ Wenn Özdemir polnischstämmig wäre, wüssten Sie davon vermutlich gar nichts.“
                „Hypothetisch. Unterstellung. Dann ebenso hypothetisch und unterstellend: Möglicherweise läge das am Mainstream, der ihn nicht mit seinem Migrationshintergrund in den Vordergrund gestellt hätte.“

                Nochmal meine Frage von oben: Wieso muss der Migrationshintergrund eigentlich in den Vordergrund gestellt werden? Eigentlich ist das rassistisch. Ein Rassist tut genau das: er definiert Menschen über ihre Abstammung, ihre Herkunft. Wenn der „Mainstream“ in Deutschland sich dem widersetzt, wie Sie dankenswerter Weise unterstellen, dann spricht das sehr für diesen Mainstream.

            • Ozan sagt:

              Ist der ihrerseits angeführte Punkt eventuell auf die etliche Jahre länger zurückliegende Einwanderung von Polnischstämmigen Migranten nach Deutschland zurückzuführen?

              • Teleprompter sagt:

                Es hängt nach meiner Meinung eher mit dem europäischen Konsens zusammen, dass Herkunft eigentlich irrelevant ist, oder sein sollte. Wenn Sie jetzt sagen, das war vor gar nicht so langer Zeit aber noch anders, dann haben Sie recht. Aber eben, genau dorthin wollen heute wir nicht wieder zurück. Um keinen Preis.

  2. Bill sagt:

    Wenn Herr Schäuble transatlantische Impulse bei der Integration begrüßt, soll er seine ablehnende Haltung gegenüber der doppelten Staatsbürgerschaft aufgeben, wie es alle englischsprachige Länder schon längst getan haben.

  3. Susi sagt:

    [QUOTE]Dabei erwähnte er beispielsweise, dass immer mehr Familien ihre Kinder zu katholischen oder protestantischen Kindergärten schicken[/QUOTE]

    Ja genau, und wenn sie dann da sind, verlangen sie, daß die Kreuze abgehängt werden, die katholischen Nonnen auf ihre Tracht (immerhin Berufsbekleidung) verzichten, christliche Feiertage wie z.B. Ostern und Weihnachten nicht mehr mit den Kindern begangen werden und Schweinefleisch vom Speiseplan verschwindet. Irgendwie müßte doch Integration umgekehrt ablaufen, oder?

  4. G.Keldermann sagt:

    “Wir haben mit Türken ein besonderes Integrationsproblem.”

    Der Mann hat recht.

    Aber ich würde es einschränken auf „mit einem nicht kleinen Teil der türkischen Bevölkerung“.

    Das muß KLAR ausgesprochen (werden dürfen) und die Gründe sind zu analysieren und zu BENENNEN.

    Nur SO wird Veränderung möglich.

    Und, wem dieses Lamd und seine „Spielregeln“ nicht gefallen, sollte es verlassen.

    ICH würde das tun, wenn es so wäre.

  5. Hans sagt:

    Die beste Integration ist die Assimilation. Klar, daß die Türken das nicht wollen. Die Deutschen wollen allerdings nicht türkisiert werden. Die Forderung des türkrischen Außenministers nach türkischen Schulen in Deutschland ist selbsterklärend. Da dürfte dem dümmsten Politiker klar werden, daß hier eine rote Linie überschritten wurde.

    Ohnehin wandern jetzt schon weniger Türken ein als aus. Die Zahl der Einbürgerungen machte den Rückgang der türkischen Bevölkerung nicht wett. Auf Deutsch: die Türken werden weniger in Deutschland, trotz hoher Geburtenrate.

    Im Interesse aller Beteiligten sollte die Einwanderung von Türken komplett gestoppt werden. Das würde das Integrationsproblem in 10-20 Jahren lösen. Die ärgsten Integrationsverweigerer würden einsehen, daß sie hier nie eine türkische Kolonie errichten können. Sie würden entweder ausreisen, oder die anderen Türken bei der Assimilierung nicht mehr stören. Zusätzlich könnte man mit Rückmigrationsprogrammen arbeiten. Es wäre zu erwarten, daß zusätzlich zu den 30.000 türkischen Auswanderen von heute weitere 20.000 pro Jahr in die Heimat zögen.

    Es wäre für alle Beteiligten das Beste. Die Türkei ist auch ein schönes Land. Wir könnten in Frieden nebeneinander leben, und uns im Sommer im Urlaub besuchen. Ein Austausch auf Wirtschaftsebene und unter Studenten wäre jederzeit wünschenswert, ganz im Gegensatz zu der Massenmigration in Parallelgesellschaften.

    Nichts für ungut. Ich bin gespannt, ob der Kommentar erscheint.

  6. Boli sagt:

    Das mit dem Kreuz stimmt leider! Ein Kumpel von mir hat es selbst vor 1-2 Monaten erlebt. Bei einer Elternbesprechung hat sich ein türkischer Elternteil bärischst über ein Kreuz an der Wand aufgeregt. Der war in dem Moment kaum zu beruhigen. Die Kindergartenleiterin war schon kurz davor nach zu geben. Mein Kumpel und später sogar andere offensichtlich türkische Freunde von ihm haben ihn aber dann wieder zurechtgestutzt und auf verträgliches Maß gebracht. Es ist mir nicht bekannt, das muslimische Kinder in solch einem Kindergarten christlich beten müssen, Schweinefleisch aufgetischt bekommen und ähnliches. Da hängt nur ein Kreuz an der Wand.
    Also wenn mir der Typ unter die Augen gekommen wäre hätte ich ihm schon beigebracht, das ich manchmal genau die gleichen Gefühlsregungen wie er beim Kreuz habe, wenn mir auf der Straße muslimische Kopftücher über den Weg laufen. Und jetzt?
    In Frankreich sind schon Muslime in Krankenhäusern her gegangen und haben das Kreuz einfach mal von der Wand genommen und in den Mülleimer gehauen. Soll ich jetzt draußen rumlaufen und Muslimaschreck spielen?
    Wie schon gesagt. Nicht einmal die Türken sind sich in dieser Frage einig.

  7. Umut sagt:

    Ich habe auch ein Integrationsproblem mit Herrn Schäuble. Die Migranten fühlen sich immer mehr unter Druck gesetzt durch die Aussagen und Gesetze der Bundesregierung !

    • G.Keldermann sagt:

      @ Umut

      Der „Druck“ den Sie meinen ist die Aufforderung zur Integration und Spracherwerb.

      Traurig genug, das so etwas Selbstverständliches überhaupt eingefordert werden muß.

      Warum sind es denn nur die Migranten aus dem islamischen Kulturkreis ?

      Von den anderen hört man eigentlich nichts.

      Wenn SIe ein Problem damit haben, lesen Sie nochmals meinen Beitrag von 13.02 Uhr.

      • Battal Gazi sagt:

        Dass der Umut sich deutsche Sprache in Wort und Schrift angeeinget hat ist nicht zu überlesen.
        Was also soll die Aufforderung das Land in dem er evtl. geboren ist zu verlassen?

        Gibt es nicht Seiten die genau auf dich abgestimmt sind und auf denen du dich nicht mit den Ausländern ärgern musst?
        Im Netz große reden halten… Bin ja schon neugierig was für ein Mensch sich hinter solch einem Weltbild verbirgt.

      • Umut sagt:

        @Keldermann:
        Ich meine nicht den Druck zur Integration und zum Spracherwerb. Ich bin in Deutschland geboren und beherrsche die deutsche Sprache sehr gut.Die Migranten wissen was ich mit Druck meinte.Das brauche ich nicht genauer zu erläutern.Wenn ich es genauer erläutern würde, dann kann ich mir schon wieder vorstellen, wie die Keldermanns sagen werden, ja dann kannst du doch ausreisen etc…

        • G.Keldermann sagt:

          @ umut

          Aber bitte doch ja. Benennen Sie bitte , welchen Druck Siemeinen.
          Wenn Migranten über diese Druck bescheid wissen, ist es doch wichtig, es den Nicht-Migranten zu erklären.

          Und gehört doch absolut (wie von Herrn Senol richtigerweise gefordert) zum Thema „Türken als besonderes Integrationsproblem“.

          • umut sagt:

            @Keldermann:

            Der Druck, dass die Gesetze über Miranten gemacht werden, die Gesetze ohne die Migranten gemacht werden, die Gesetze gegen die Migranten gemacht werden. Warum wird nicht mit den Migranten zusammen gearbeitet,wenn man angäblich eine gute Migration erreichen will, zusammen kann man doch viel mehr erreichen als wenn einer über den anderen entscheidet.Mit dem neuen Zuwanderungsgesetz fühlen sich viele Migranten sehr verletzt.Viele Migranten sind von den neuen Gesetzen sehr betroffen, wie zum Beispiel der Ehegattennachzug nach einer geschlossenen Ehe. Es werden Paare monatelang,jahrelang oder auch für immer getrennt,wenn sie nicht die Möglichkeit haben im Ausland deutsch zu lernen.Die Migranten sind ja nicht gegen das Erlernen der deutschen Sprache,aber sie wollen mit ihren Partnern zusammen kommen und denen in Deutschland die deutsche Sprache beibringen, so müssten dann die Ehepartner nicht hunderte,tausende Kilometer im Ausland irgend wohin fahren,um die deutsche Sprache zu erlernen.Aber wenn sie in Deutschland sind und die deutsche Sprache lernen, dann kann auch der Ehepartner in Deutschland beim Erlernen der Sprache behilflich sein und das ganze Umfeld würde auch Deutsch reden.Solche Gesetze meine ich, wo viele Migranten sich sehr verletzt fühlen,weil sie anders behandelt werden, als Amerikaner oder andere Bürger, die ohne deutsche Sprachkentnisse beim Ehegattennachzug nach Deutschland kommen können. Also im neuen Zuwanderungsgesetz gibt es eine Diskriminierung.Durch solche Gestze fühlen sich viele Migranten unter Druck und leiden sehr unter solchen Gesetzen !

    • Markus Hill sagt:

      Vorher wurde entweder nur diskutiert oder überhaupt nicht diskutiert. Die Themen liegen jetzt auf dem Tisch. Man merkt, dass dieser produktive Druck seine Wirkung zeigt. Dinge bewegen sich. Ungeschminkt werden die Probleme angesprochen. In den ersten Wellen natürlich Betroffenheit, Verteidigungshaltung von Teilen der Betroffenen. Natürlich kriegt auch Nichtbetroffene diesen Druck mit. ABER: Es geht endlich voran. Güteabwägung: Fortschritt in der Sache versus temporärer Betroffenheit. Da möchte ich lieber, dass mit etwas Friktionen Dynamik in die Diskussion getragen wird. Die Gefühle werden da auf beiden Seiten wieder abkühlen und man wird Sachlösungen vorantreiben.

  8. Hans Schneter sagt:

    @ Hans

    Sie haben vollkommen recht, natürlich wäre es das beste. Vielleicht sollte man statt Integrationsbemühungen hier in Deutschland mehr in sinnvolle Rückführungsprogramme investieren. Die Türkei ist ein tolles Land, es boomt, ist relativ unabhängig und von den sonstigen Vorzügen wie Wetter, Essen und Lebensfreude muss man nichts erzählen. Dort wird den heissblütigen und temperamentvollen Jugendlichen frühzeitig der Flügel gestutzt, sie können sich sinnvoll in die Gesellschaft eingliedern und ein glückliches Leben führen.

    Ich kenne einige Türken, alle hier geboren; alle fühlen sich als Türken, als Ausländer. Ganz im Gegensatz zu anderen, die schaffen irgendwie den Spagat zwischen der einen und der anderen Kultur. Aber vielleicht haben diese Türken recht, vielleicht sind sie wirklich für immer Türken. Wir sollten ihnen die Möglichkeit schaffen, es zumindest auszuprobieren. Einen Baum pflanzt man auch um, wenn er in der falschen Erde steckt und aufgrund feindlich gesinnter Einflüsse nicht sein volles Potential entfalten kann.

    • Rückführungsprogramme

      Wissen Sie, dass diese Idee mittlerweile fast 30 Jahre alt ist und schon damals nichts gebracht hat. Ich finde es ja toll, dass Sie hier Mitdiskutieren. Ein wenig mehr Konstruktives könnte aber schon dabei rum kommen. Sie verschwenden Ihre Energie. Machen Sie sich lieber Gedanken darüber, wie man sich gegenseitig näher kommt. Daran führt kein Weg vorbei.

      • G.Keldermann sagt:

        @Ekrem Senol

        Vor 30 Jahren hatten wir auch andere (Wirtschafts-) Verhältnisse.

        Warum sollte man Menschen, denen es hier nicht richtig gefällt, eine „Veränderung“
        nicht schmackhaft machen?

        Näherkommt ? Zu welchen Spielregeln,Herr Senol ?

        • Vor 30 Jahren hatten wir auch andere (Wirtschafts-) Verhältnisse.

          Vor 30 Jahren hatten wir viel weniger Migranten, die in Deutschland geboren wurden, in Deutschland aufgewachsen sind, binationale Ehen eingegangen sind oder die deutsche Staatsbürgerschaft hatten. Gegengewicht genug für Ihre (Wirtschafts-) Verhältnisse?

          Warum sollte man Menschen, denen es hier nicht richtig gefällt, eine “Veränderung” nicht schmackhaft machen?

          Menschen, denen es hier wirklich nicht gefällt, werden es auch fremde Hilfe schaffen, wegzukommen. Alles andere ist nur Blabla. Flüchtlinge, die selbst den Tod in Kauf nehmen, bezeugen es. Wer weg will, den hält nichts. Wer bleibt, will bleiben. Sie sollten nicht so viel auf chronische Nörgler hören.

          Näherkommt ? Zu welchen Spielregeln,Herr Senol ?

          Sie mögen rhetorische Fragen ;) Die Spielregeln in absteigender Reihenfolge: Europarecht, Art. 79 II GG, Grundgesetz, formale Gesetze, Verordnungen und Satzungen, formale Landesgesetze, Landesverodnungen und Landessatzungen

          • G.Keldermann sagt:

            @Ekrem Senol

            Ich habe NICHT von Zwang gesprochen, Menschen, denen die Gesellschaftsordnung hier nicht gefällt, außer Landes zu bringen. Aber vielleicht fällt dieser Schritt einigen (auch in ihrem eigenen Interesse) leichter, wenn man sie dabei unterstützt.

            Sie und ich wissen doch auch, das z.B. ein gebürtiger Türke, der zeitweise eine andere Staatsbürgerschaft angenommen, später vom türkischen Staat wieder die türkische zürückbekommt.Wie der türkische Staat bei Kindern von gebürtigen Türken verhält ist „offiziell“ nicht bekannt.

            Die „chronischen Nörgler“ gibt es zur Genüge.

            Da Sie meine „rhetorische Frage“ nun doch (aus Ihrer Sicht) beantwortet haben, kann ich mir den Hinweis nicht verkneifen, das in innerstaatlichen Dingen (glücklicherweise noch)
            hauptsächlich die Bundesgesetze gelten.

            Der von Ihnen bemühte § 79 II GG (Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages und zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates) dürfte Veränderungen, die Ihnen vielleich vorschweben, als äußertst unwahrscheinlich erscheinen lassen.

            • Ich habe NICHT von Zwang gesprochen

              Habe ich Ihnen doch auch nicht unterstellt.

              Sie und ich wissen doch auch, das z.B. ein gebürtiger Türke, der zeitweise eine andere Staatsbürgerschaft angenommen, später vom türkischen Staat wieder die türkische zürückbekommt.

              Das gehört der Vergangenheit an. Seit dem sich die türkischen Konsulate nach dem Wegfall der sog. Inlandsklausel die Finger verbrannt haben und Tausende Menschen in Mitleidenschaft gezogen haben, gibt es diese Praxis nicht mehr. Meines Erachtens hätte es diese Praxis nie geben dürfen.

              Wie der türkische Staat bei Kindern von gebürtigen Türken verhält ist “offiziell” nicht bekannt.

              Da gibt es nichts, was offiziell oder inoffiziell unbekannt ist. Kinder türkischer Eltern bekommen die türkische Staatsbürgerschaft. Seit der Optionsregelung erhalten sie zusätzlich auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

              § 79 II GG

              Sorry. In die Normenhierarchie gehört selbstverständlich der Art. 79 Absatz 3 GG und nicht 2. Mein Fehler. Aber Sie wussten doch, dass es sich hierbei nur um ein Tippfehler handeln kann ;) Die Normenhierarchie ist klar definiert.

            • delice sagt:

              Was machen wir mit den echten deutschen mit Rechtsaußen-Dunk, die dieses Deutschland ablehnen, und sich sogar eine Diktatur hier wünschen?

              • Hans Schneter sagt:

                Was sollte man denn mit den Bürgern eines Landes machen, die Ihrer Meinung nach nicht die richtige politische Einstellung haben? Töten? Einsperren?

      • Hans Schneter sagt:

        „Ich finde es ja toll, dass Sie hier Mitdiskutieren.“
        Danke Herr Senol, das finde ich nett. Ehrlich.

        “ Ein wenig mehr Konstruktives könnte aber schon dabei rum kommen. Sie verschwenden Ihre Energie.“
        Machen Sie sich bitte keine Sorgen Energie, das geht schon in Ordnung.

        „Machen Sie sich lieber Gedanken darüber, wie man sich gegenseitig näher kommt“
        Ich für meinen Teil habe entschieden, das im Kleinen zu schaffen. Wie gesagt, ich habe ein paar nette türkische Freunde, aber auch Freunde aus anderen Ländern mit anderen Bräuchen und anderen Sitten. Wir kommen gut klar, keine Frage. Allerdings liegt das Näherkommen an beiden Seiten. Und wir sind allesamt keine Nationalisten. Und sich ein klein wenig Sorgen um seinLand (dafür wird mich Delice köpfen => dein Land, du hast kein Land!) wird man sich ja wohl noch machen dürfen.

        Also, fangt klein an!

        Gute Nacht alle zusammen
        H.Schneter

  9. emire sagt:

    Integration ?

    Was ist das ?

    ´
    Assimilation ?

    Was ist das ?

    Wir alles aussprechen was die Türken befürchten.
    Juden waren Integriert und Assimiliert,jeder weiß was passierte….
    Das war zu Hart,mitnichten…
    Das ist die Realität !

    Wählt die richtige Deutsche Partei,die uns nach Hause schickt und ihr seid uns los.

    • Hammercastle sagt:

      Aha, darauf habe ich beim lesen der Kommentare die ganze Zeit gewartet. Der klägliche Versuch die Türken der Bundesrepublik Deutschland in die Rolle der Juden des dritten Reiches drücken, damit die Deutschen ihr Mundwerk halten und endlich hinnehmen, dass Deutschland eine Zweigstelle der Türkei zu werden hat und das alles wegen nicht einmal 3MIO Türken im Land. Wenn sich die Türken nur halb so sehr einbrigen würden wie es die Juden getan haben, lieber Emire, nämlich mit Universitätsprofessoren, Ärzten, Unternehmern ( und damit ist mehr gemeint als Handyhöker, Dönerbuden oder Gemüsehändler), Bankern und sogar Nobelpreisträgern dann könnte man Gespräche auf Augenhöhe in Betracht ziehen. Da dies aber nicht so ist sind ganz andere vor euch in der Schlange nicht zu letzt die Juden. Was die Rolle der mit unerträglichen Opressionen belegten Minderheiten angeht wie z.B.den Generalverdacht der ständigen Missionierung so fällt mir da eher die christliche Minderheit in der Türkei ein. Also kehre vor deiner eigenen Tür.

  10. Hans Schneter sagt:

    „Juden waren Integriert und Assimiliert,jeder weiß was passierte….“

    Ich bitte Sie, Emire… denken Sie bitte nochmals darüber nach, was Sie da vom Stapel gelassen haben. Es geht hier nicht um Ethnien, hier geht es um Menschen, die sich nicht nur weigern, sich ein wenig anzupassen, indem sie hiesige Kultur respektieren, hier geht es vor allem um Menschen, die unsere Kultur und unsere Gesellschaft verabscheuen. Die sollen gehen, bitte. Die anderen nicht.

    Aber nicht immer das gleiche Klagelied vom armen Türken, der so benachteiligt ist, und um sein Leben fürchten muss wie die Juden früher.

    • Ozan sagt:

      Oh mein Gott, was ein hanebüchender Blödsinn… Kinder, Kinder… schaltet doch zur Abwechslung mal das Hirn ein, bevor ihr auf die Tasten haut….

    • delice sagt:

      Die Juden waren bestens assimiliert!

      Schauen Sie nach jüdischstämmigen Bankern, Kaufleuten, Unternehmern, Schriftstellern, Wissenschaftlern, Musikern, Schauspielern, Komponisten, Politikern usw.!

      Schauen Sie sich deutsche Firmengründungen an, die damals schon die Größten waren, und heute arisiert noch bestehen!

      Die Liste der Wissenschaftler ist unendlich lang, auch die der Nobelpreisträger mit einer jüdischen Herkunft!

      Hat das alles sie davor verwahrt, nicht in der Gaskammer zu enden?! Wohl nicht!

      • Synapse sagt:

        Die genaue Kenntnis dieser Vorgänge (?) hat Millionen von Türken nicht daran gehindert, nach Deutschland zu kommen und hier zu bleiben. Ich kann daraus nur den Schluß ziehen, daß diesselben niemals ein solches Schicksal für sich erwarten würden. Wieso auch, waren sie doch bei Völkermorden stets in der aktiven Rolle (1915).