Die Festnahme Maduros wirkt wie ein Triumph der Gerechtigkeit. Doch wer genauer hinsieht, erkennt ein anderes Signal: Wenn Staaten Macht über Recht stellen, wird eine gefährliche Grenze verschoben. Von Nasim Ebert-Nabavi
Es ist ein Trugschluss, Geschichte werde nur von den Sesshaften geschrieben. Die Menschheitsgeschichte ist eine Chronik der Bewegung. Nicht das Verharren, sondern der Aufbruch haben unsere Zivilisation geformt. Von Mustafa Yeneroğlu
Weihnachten zeigt kurz, dass ein anderes Leben möglich wäre. Doch während Krisen und autoritäre Reflexe wachsen, verliert die Gesellschaft die Vorstellungskraft für Veränderung. Utopisches Denken ist deshalb keine Träumerei – sondern nötig. Von Joachim Glaubitz
Die Rente entscheidet über Würde und Armut im Alter – und für viele Migranten fällt dieses System besonders hart aus. Prekäre Arbeit, Diskriminierung und Ausschlüsse wirken ein Leben lang. Von Dr. Soraya Moket
Die europäische Mitte spricht längst wie die Rechte. Abschottung wird Normalität, Menschenrechte verhandelbar. Für Migranten ist das keine abstrakte Debatte mehr, sondern eine Existenzfrage: Bleiben oder erneut gehen müssen? Von Kiflemariam Gebre Wold
Ein halbes Jahr Regierung reicht für kompletten Verschleiß: ein Kanzler mit Rededrang, ein CSU-Chef auf Erbfolgekurs und eine Koalition im Selbstzerlegungsmodus. Statt Führung gibt es Dauerfremdschämen – frohe Weihnachten. Von Sven Bensmann
Rassismus bestimmt und blockiert leise, aber systematisch ganze Lebenswege: Name, Hautfarbe oder Religion bestimmen, wer überhaupt eine Wohnung besichtigen darf. Von Dr. Soraya Moket
Wer vor Krieg flieht, bekommt vielleicht Schutz – wer vor Klimakrise, Ausbeutung und Armut flieht, nicht. Das EU-Asylsystem trennt Geflüchtete von „Wirtschaftsmigranten“ und macht diejenigen rechtlos, die es ausbeutet. Von Luisa Elleser
Während Politik und Wirtschaft über Fachkräftemangel klagen, scheitern qualifizierte Bewerber aus dem Iran an deutschen Konsulaten. Folge: verlorene Verträge, gebrochene Versprechen. Von Zohreh Shirazi
Wenn in der Heimat Krieg herrscht, verändert das auch die Menschen, die längst woanders leben. Die Geschichte Jugoslawiens zeigt, wie politische Konflikte ganze Diaspora-Gemeinschaften spalten – und nachwirken. Von Aleksandar Abramović