Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ wird zum Kinostoff: An einem See in Brandenburg wechseln Bewohner und politische Systeme. Besonders eindringlich wird das Schicksal einer jüdischen Familie geschildert. Die Konzentration auf knapp zwei Stunden hat allerdings ihren Preis. Von Barbara Schweizerhof
Nach fast einem Jahrzehnt endet „Babylon Berlin“. Das Finale führt vor Augen, wie die Weimarer Demokratie unterging und die Nationalsozialisten ihre Macht ausbauten. Eine historische Perspektive, die der Serie eine Gegenwartsnähe verleiht - beunruhigend aktuell. Von Julia Kilian
Maskierte Beamte, gewaltsame Festnahmen und Proteste: Laura Poitras zeigt in ihrem Dokumentarfilm „They're Here“ die Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE. Die Bilder sind verstörend – und wirken wie aus einem Horrorfilm.
Aktuelle Filme beschäftigen sich mit rechter Gewalt, strukturellem Rassismus und fehlender Aufarbeitung. Gemeinsam ist ihnen ein neuer Blick: Sie erzählen aus Sicht jener Menschen, die lange nur als Randfiguren erzählt wurden – die Betroffenen. Ihre Perspektive macht aus vermeintlichen Einzelfällen ein größeres Bild. Von Jens Balkenborg
Eine Staatsanwältin wird Opfer rechter Gewalt – und ausgerechnet ihre eigene Behörde bremst die Aufklärung. „Staatsschutz“ zeichnet ein verstörendes Bild institutioneller Verharmlosung und zeigt, was passiert, wenn Behörden rechte Gewalt nicht ernst nehmen. Von Britta Schmeis
Der Netflix-Film erzählt die wahre Geschichte der Berliner Initiative Jugend Rettet. Eine junge Crew rettete im Mittelmeer mehr als 23.000 Menschen und geriet anschließend selbst ins Visier italienischer Ermittler. Der Film macht sichtbar, wie humanitäre Hilfe durch politische Blockaden und juristische Verfahren unter Verdacht geriet. Von Cordula Dieckmann
Aram Arami kam als Kind aus dem Nordirak nach Deutschland, lebte im Asylheim und erlebte rechte Übergriffe in Berlin. Heute steht er als ARD-Ermittler vor der Kamera – mit Plänen für mehr. Von Birgit Reichert
Ein verpatztes Casting, ein plötzlicher Medienhype, rassistische Hetze: In „Bait“ kippt die Hoffnung auf den großen Durchbruch in eine Identitätskrise. Die Serie erzählt davon klug, komisch und unangenehm nah an der Wirklichkeit. Von Philip Dethlefs
Zwei neue „Tatort“-Kommissare, ein alter Reflex: Noch immer gilt es als Sensation, wenn Figuren mit Einwanderungsgeschichte einfach nur ihren Job machen. Edin Hasanovic hält der Republik damit einen Spiegel vor.
Die Berlinale gerät zwischen Kulturpolitik, Gaza-Debatte und Machtfragen unter Druck – und der Eindruck wächst, dass hier weniger um Kunstfreiheit als um politische Kontrolle gerungen wird. Die Solidaritätsbekundungen für Intendantin Tricia Tuttle reißen nicht ab. Von Markus Geiler