Der Triebtäter

Stille Nacht, heilige Nacht?

Wer's glaubt! Was Sie schon immer über Weihnachten wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten. Alles was man dazu wissen muss und noch mehr: im neuen Triebtäter!

Von Dienstag, 17.12.2013, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 19.12.2013, 7:52 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Ho, Ho, Ho! Es weihnachtet sehr in diesem Lande, und für all die Ungläubigen da draußen, die nicht so ganz genau wissen, worum es bei diesem Fest geht, will ich heute mal eine Auszeit von den Hitlervergleichen nehmen und mich stattdessen als kultureller Vermittler anbieten, will ich erklären, was genau es damit eigentlich auf sich hat.

An Weihnachten nämlich Gedenken die Feiernden traditionell einer Zeit, in der noch alles einfacher war: Der Vorweihnachtszeit, in der abgesehen vom manchmal hektischen Gesuche nach Geschenken die pure Ruhe herrschte: Eine Ruhe vor dem Sturm. Dies tun sie stets passend zur Wintersonnenwende, wenn also die Abende wieder länger werden und somit die Grillsaison eingeleitet wird.

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Dazu finden sich die Menschen in größeren Familienverbänden zusammen, um bei fettigem Essen und Alkohol so lange so eng aufeinander zu hocken, bis einer weint: Gewöhnlich ist das Mutter, weil sie zu all dem Ärger mit den Anverwandten auch noch all das Essen anrichten und den Alkohol servieren muss – ein Vernichtungskrieg gegen das zentrale Nervensystem, dem früher oder später aber ein jeder erliegt, erliegen muss.

Diese Form der Familienfeier, die sich dieser Tage größter Beliebtheit erfreut, ist dabei erstaunlich jung: Erst vor rund hundert Jahren erfand ein us-amerikanischer Brausehersteller Weihnachten, kleidete verlauste, unrasierte Penner in die Firmenfarben, die, einem Zufall sei Dank, auch die Firmenfarben der Deutschen Bahn waren, und schickte sie mit ebendieser durchs Land.

Ursprünglich zum Nikolaustag sollten sie dann Kindern mit süßer koffeinhaltiger Plörre eine kleine Freude machen – allein, mit der Bahn hatte niemand gerechnet, weshalb die ersten Weihnachtsmänner erst ab dem späten 24. Dezember an ihren Bestimmungsorten eintrudelten, viele gar noch später: Erst hieraus ergab sich die Notwendigkeit, Weihnachten auf zwei Tage plus den „Heiligabend“ zu erweitern.

Weitgehend geklärt scheint inzwischen auch die Herkunft der Begriffe Heiligabend und Weihnachten. So gehen Forscher davon aus, dass sich der Begriff des „Heiligabend“ erst in den Fünfziger Jahren allmählich durchsetzte, als es schon üblich geworden war, den Kindern selbst kleine Geschenke zu machen. Das oft minderwertige Spielzeug war schlicht nur am ersten Abend noch „heilig“ (neudeutsch: funktionstüchtig, heil, intakt), wanderte deshalb schon am nächsten Tag direkt in den Müll.

„Weihnachten“ hingegen entstammt bereits den frühesten Erfahrungen mit Familienfesten, die, wie bereits beschrieben, zumeist im „Weyhnkrampfe“ (Weinkrampf) gipfelten und bis heute traditionell darin gipfeln, die vormoderne Rechtschreibung „Weihnachten“ blieb bis heute erhalten und hat sämtliche Rechtschreibreformen überlebt.

Wer will es den Menschen da verdenken, dass im Anschluss an diese Tortur das alte Jahr dicht gemacht und in die Luft gesprengt wird, anlässlich eines Rituals das gemeinhin als Silvester bekannt ist.

Aber das ist eine andere Geschichte…

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  1. Lionel sagt:

    Es ist schon erstaunlich, was manche Muslime den Christen so alles beibringen wollen.
    In meiner Bibel für den kath. Religionsunterricht aus den 70er Jahren war in der Zeittafel im Anhang das Jahr 7 v. Chr. als das
    wahrscheinliche Geburtsjahr Jesu verzeichnet.
    Weihnachten „feiert“ auch kein bestimmtes Datum (das ist an sich völlig unerheblich), sondern ein Ereignis.

    Weshalb der es zu der Festlegung auf den 25. Dezember kam (der genaue Termin ist ja unbekannt), wurde auch im Religionsunterricht erörtert:
    „Die Heiden pflegen nämlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages der Sonne zu feiern und zu ihren Ehren Lichter zu entzünden. Zu diesen Riten luden sie oft auch Christen ein. Da nun die Lehrer der Kirche sahen, dass sich viele Christen zur Teilnahme an diesen Festen verleiten ließen, beschlossen sie, fortan am selben Tag das Fest der wahren Geburt zu begehen“, so ein spätantiker christlicher Autor (zit. nach Wikipedia)

    Das Christentum war Mitte des 4.Jahrhunderts noch keineswegs Staatsreligion und musste sich mit einer Vielzahl von heidnischen Traditionen/Kulten auseinandersetzen; zudem hatte Weihnachten als christliches Hochfest noch überhaupt nicht die heutige Bedeutung – das Wichtigste ist übrigens immer noch Ostern.

    Nebenbei: Was sollen diese Abfälligkeiten über den Apostel Paulus?
    Was soll der als jüdischer Toralehrer im 1. Jahrhundert mit dem Mysterienkult des des Sol Invictus zu tun gehabt haben?

  2. Die Emotionale sagt:

    @ Achmed

    sie sehen den Splitter im fremden Auge, aber nicht den Balken im eigenen Auge

    Erklärung:
    „Anderen kleinlich jeden Fehler ankreiden, aber die eigenen, schwerwiegenderen Fehler nicht sehen oder nicht sehen wollen“ :(

  3. Gerd Richter sagt:

    @Achmed
    Das Weihnachtsfest ist AUCH Kommerz, das hat aber weniger mit dem Christentum zu tun, als mit unserer kapitalistischen und wohlstandsorientierten Gesellschaft zu tun. Besoffene die zu viel Glühwein getrunken habe, habe ich meinem Leben noch nicht gesehen und ich war schon auf vielen Weihnachtsmärkten! Muss wohl ein Vorurteil sein oder Neid. ;)

    Respekt vor anderen Sitten und Gebräuchen würde Ihnen besser zu Gesicht stehen. Und das reduzieren des wichtigsten Fest der Christen und Europäer auf die schlechten Eigenschaften kommt immer schlecht an. ;)
    Versuchen Sie sich mal vorzustellen, der Herr Bensmann würde den Ramadan (FASTENmonat) auf das allabendlich Fressgelage reduzieren und auf die schlechte Laune hungriger Muslime und den dazu passenden Atem! Da würde auf muslimischer Seite wohl das Lachen im Halse stecken bleiben und Herr Bensmann müsste sich eine andere Seite suchen die seine Artikel veröffentlicht! ;) ;)

  4. Achmed sagt:

    Herr Richter, es gibt keine „Freessgelage“ an Ramadan. Die Muslime fasten und wenn man fastet, frisst man nichts abends. Der Magen wird klein und man kommt mit viel weniger aus. Ausserdem gehen wir in uns und versuchen Gott möglichst nahe zu sein. […]

  5. Gero sagt:

    @ Achmed: Herr Richter, es gibt keine “Freessgelage” an Ramadan. Die Muslime fasten und wenn man fastet, frisst man nichts abends. Der Magen wird klein und man kommt mit viel weniger aus. Ausserdem gehen wir in uns und versuchen Gott möglichst nahe zu sein. […]
    ____

    Da sind Sie aber schlecht informiert, Achmed. Gerade in muslimischen Ländern ist die Völlerei im Ramadan zunehmend ein Problem.

    Schauen Sie sich den Artikel in der Frankfurter Rundschau an – eine Zeitung, die gewiss nicht im Verdacht steht,. islamfeindklich zu sein….

    http://www.fr-online.de/panorama/ramadan-das-grosse-essen,1472782,3378112.html

    Uns Sie, Achmed, gehören doch sicher zu denjenigen, die ihrerseits Toleranz einfordern. Es stünde iIhnen gut an, ebenfalls diese Eigenschaft zu kultivieren….

  6. Selfie sagt:

    @Achmed
    „Und das es ein Heidenfest ist, macht es nicht besser.“

    Ihre Toleranz beschränkt sich also lediglich auf monotheistische bzw. abrahamitische Relgionen!? Das machts auch nicht besser!

    Ich habe selten einen Vierzeiler gelesen, der mehr Intoleranz erkennen lässt, als dieser Kommentar von Ihnen! Falls Sie in unserer Gesellschaft niemals in den Genuss von Toleranz kommen sollten, dann suchen Sie die Gründe dafür am besten bei sich selbst, denn es wäre fatal, wenn unsere Gesellschaft gegenüber Intoleranten tolerant wäre. Den Fehler hat man damals schon bei den Nazis gemacht!

    Und der Autor sollte seine Familien- und Weihnachtserlebnisse nicht verallgemeinern.

    Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

  7. C.Marianne sagt:

    Sehr geehrter Herr Bensmann,
    ehrlich gesagt ist es mir millionfach lieber einem angeblich „heidnischen und naiven Christentum“ anzugehören, als einem aus Besserwisserei und Bitterkeit entstandenen Weltbild wie das Ihrige. Ich mag Weihnachten, ich mag den Kerzenglanz, die Düfte, das Geschenkeaussuchen, das Basteln, die wunderschönen Lieder und das Warten aufs Christkind. Ich freue mich jedes Jahr auf den angeblich heidnischen Kult, der angeblich ins Christentum eingedrungen sein soll. Und mir ist es sowas von wurscht, ob Sie als „studierter Experte“, oder andere notorische Christentumkritiker, oder Tawhid-Muslime mit Dawa-Drang (Missionierung der „Ungläubigen“), stets etwas am herrlichen Weihnachtsfest herumzumäkeln haben. Und angesichts der kindischen Verbohrtheit gewisser Anhänger eines freudlosen und monotonen Monotheismus` und einer ideologisierten „geistigen Elite“, feiere ich bewusst Weihnachten, um die Geburt des dreifaltigen Gottes zu verkünden (selbst, wenn der Tag rein symbolisch ist). Ihnen noch viel Bitterkeit beim Schwarzmalen.

  8. Umdenker sagt:

    C.Marianne

    Auch Ihnen ein frohes Weihnachtsfest. Gerade dieses Jahr feier ich Weihnachten ganz intensiv, bin ich doch wieder in die Kirche eingetreten. Wie viele meiner Freunde. Wir müssen uns aus Gründen wieder zum Christentum orientieren. Nur so bleiben wir wehrhaft der neuen Weltordnung gegenüber!