Historie

Der Islam als Geburtshelfer Europas

In Wissenschaft und Publizistik wird heute viel darüber gestritten, wo die Anfänge Europas zu suchen sind. Viele finden sie in der Antike und andere aber erst im Mittelalter. Für diese Auffassung spricht die Verlagerung des historischen Kraftfeldes vom Saum des Mittelmeeres nach Norden, zu welcher der Islam entscheidend beigetragen hat.

Von Michael Borgolte Freitag, 17.06.2011, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 22.06.2011, 1:49 Uhr Lesedauer: 17 Minuten  |   Drucken

Europa entdeckt sich selbst
Obgleich sich die Muslime nur an den Peripherien des Kontinents festsetzen konnten, haben sie die Geschichte Europas nachhaltig beeinflusst. Durch ihre Eroberungen des vormals christlichen Nordafrikas, Persiens unter den Sassaniden und des Kaiserreichs von Byzanz in dessen asiatischen Provinzen hatten sie die antike Einheit der Mittelmeerwelt zerstört und Europa auf sich selbst verwiesen: Jetzt erst, im Mittelalter seit dem 8. Jahrhundert, entdeckte Europa sich selbst, vor allem, indem sich von Süden nach Norden die Kirche und nach dem Vorbild des Kaisers Konstantin des Großen das christliche Königtum verbreitete. Mit der Besiedlung Islands und teilweise sogar Grönlands, der Errichtung von Monarchien in Skandinavien und der Konversion der Litauer als letztem großen Volk Nordeuropas zum Glauben an den Gekreuzigten (1253/1386) waren die Expansionsmöglichkeiten aber erschöpft, zumal man sich bis ins 15. Jahrhundert kaum zu weiten Fahrten auf den Atlantik hinaus traute.

Den Muslimen hingegen war es gelungen, mit ihren frühen Eroberungen in der Levante die Wasserstraßen zwischen Mittelmeer und Indischem Ozean und teilweise auch den Zugang zu den asiatischen Seidenstraßen unter ihre Kontrolle zu bringen. Nicht nur für den Handel zwischen Okzident und Orient, sondern vor allem für den Kulturtransfer aus Persien, Indien und China besetzten sie im Mittelalter die Schlüsselposition. Lediglich zwischen dem frühen 13. und der Mitte des 14. Jahrhunderts waren die lateinischen Christen aus Westeuropa in der Lage, eigene Direktkontakte bis nach China zu pflegen. Ermöglicht hatten dies der Wagemut italienischer Kaufleute, die Eroberung des byzantinischen Reiches durch lateinische Kreuzzügler (1204) und die etwa gleichzeitige Gründung des mongolischen Großreiches durch Dschingis Khan. In den Zeiten der Großen Pest (vor allem von 1347 bis 1354) endete die Geschichte eines Weltsystems, das erstmals die kulturellen Inseln von Nordwesteuropa bis zum Fernen Osten miteinander verbunden hatte.

Einfluss des Islams
In Wissenschaft und Publizistik wird heute viel darüber gestritten, wo die Anfänge Europas zu suchen sind. Viele finden sie in der Antike und besonders bei der Freiheit und Demokratie der Griechen, andere aber erst im Mittelalter. Für diese Auffassung spricht die Verlagerung des historischen Kraftfeldes vom Saum des Mittelmeeres nach Norden, zu welcher der Islam mit seiner dynamischen Expansion entscheidend beigetragen hat. Über die Kontinentalisierung Europas geht aber die Funktion der Muslime als Geburtshelfer unseres Lebensraumes weit hinaus. Denn der Islam hat gerade von seiner vermeintlichen Randposition her die Geschichte Europas tiefgreifend beeinflusst. Entscheidend dafür waren die arabischen Eroberungen des 7. und 8. Jahrhunderts gewesen. Mit dem „islamischen Reich“ war eine riesige Zone für die Verbreitung von Gütern, Ideen und Techniken entstanden, die von China und Indien bis nach England reichte. Die Begegnung von Völkern, Kulturen und Religionen, nicht zuletzt des Islams mit Christentum und Judentum, haben Innovationen und Erfindungen von höchst nachhaltiger Wirkung angeregt.

Agrarische Gesellschaften profitierten dabei zunächst durch Verbreitung neuer Kulturpflanzen. So haben die arabischen Ausgriffe nach Osten dem Mittelmeerraum unter anderem aus Indien Reis, Zuckerrohr, Zitrusfrüchte und Baumwolle, aus Persien Auberginen und Artischocken, wohl auch den Spinat, eingebracht. Sie erreichten Europa über Spanien meist im 10., wenn nicht durch die Kreuzzügler aus der Levante erst im 12. Jahrhundert (Aprikosen). Was in Monsungebieten üppig gedeiht, muss anderswo künstlich bewässert werden, so dass die neuen Pflanzen auch zum technologischen take off beitrugen. Im muslimischen Spanien setzte sich die syrische Irrigation so erfolgreich durch, dass man geradezu von einer „Schöpfradrevolution“ spricht. Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität verschaffte Handel und Städtewesen Aufschwung und Wohlstand. Kein Wunder, dass bald auch die Christen die neue Technik übernahmen und nach Verdrängung der Muslime beibehielten.

Viel einschneidender noch als die Bereicherung des Speisezettels war die Verbreitung des Papiers, das wiederum die Araber durch ihre kriegerischen Begegnungen mit den Chinesen im 7. Jahrhundert kennengelernt und im Kalifat (Bagdad 794) auf Kosten des Papyrus eingeführt hatten. In Europa verdrängte es das Pergament, das für eine Massenproduktion von Schriftgut viel zu teuer war. Über Nordafrika wurde der neue Beschreibstoff nach Andalusien und Sizilien vermittelt.

Für die Papierherstellung blieben die Christen auf die muslimischen Experten angewiesen. In Italien etablierten sich eher im Norden Zentren der Herstellung und des Exports von Papier (Genua, Bologna), während Papiermühlen jenseits der Alpen erst später bezeugt sind (1338 im französischen Troyes, 1390 in Nürnberg, 1494 im englischen Stevenage). Durch Verwendung des Papiers multiplizierten sich die Adressaten von Verwaltung und Politik, Recht, Wissenschaft und Kultur um ein Vielfaches: „Mehr als Könige und Kriege veränderte es das menschliche Leben und trug dazu bei, Europa von einer mündlichen zu einer schriftlichen Kultur zu machen.“ (R.I. Burns)

Entfaltung einer freien Wissenschaft und Philosophie
Zusammen mit den Pflanzen und den Technologien hatte die Araber aus dem Osten ein Strom wissenschaftlicher Literatur erreicht. Chinesische Werke waren zwar nicht darunter, dafür aber die reiche Überlieferung Indiens und Persiens, während die Eroberung byzantinischer Städte und Klöster den Muslimen auch Zugang zur antiken Naturwissenschaft und Philosophie der Griechen verschaffte. Angereichert durch die Kommentare und Ergänzungen der Araber floss das gelehrte Wissen aus dem Orient bis zum hohen Mittelalter auch Unteritalien und Spanien zu, wo es adaptiert und weiter bearbeitet wurde. Im Osten wie im Westen entstanden, wenngleich zeitlich versetzt, regelrechte Übersetzerkreise, welche die fremdsprachigen Abhandlungen den neuen Lesern im Arabischen, Kastilischen/Katalanischen und Lateinischen besser zugänglich machten.

In Bagdad erwarb sich besonders der Kalif al-Mamun (813-833) Verdienste um die Sammlung und Übersetzung griechischer und persischer Werke. Für ihn war unter anderem der wohl aus Persien stammende al-Khwarizmi tätig, der sich von der Mathematik der Inder inspirieren ließ. Mit einem seiner Werke begründete al-Khwarizmi die Algebra, während er in einer anderen Schrift den Gebrauch der indischen – später arabisch genannten – Zahlen und die grundlegenden arithmetischen Operationen lehrte. Das zweite Buch fand zwar nicht das Interesse seiner arabischen Zeitgenossen und ist im Original verloren. Beide Abhandlungen wurden jedoch während des 12. Jahrhunderts in Spanien ins Lateinische übersetzt. Der verballhornte Autorname in der lateinischen Fassung von al-Khwarizmis Buch über die indischen Zahlen „Algoritmi de numero Indorum“ wurde bis heute zum mathematischen Terminus technicus „Algorithmus“.

Von besonders großer praktischer Bedeutung war ein drittes Werk mit astronomischen Tafeln, das die Berechnung der Himmelskörper erlaubt. Es beruhte auf einer Urschrift in Sanskrit, doch berücksichtigte der Gelehrte von Bagdad auch griechische und persische Überlieferungen. Schon in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts benutzten und bearbeiteten arabische Mathematiker am Kalifenhof von Cordoba al-Khwarizmis Tafelwerk, das in dieser Form auch in Spanien von lateinischen Gelehrten übersetzt wurde. Nur die so im 12. Jahrhundert entstandenen Versionen in der westlichen Wissenschaftssprache, nicht aber die arabischen Originale, sind überliefert.

Unter den fremden Einflüssen, welche die Kultur der islamisierten Araber prägten, blieben die griechischen hinter denen aus dem mittleren Orient kaum zurück, zumindest in der Frühzeit. Die Araber konnten dabei von älteren Übersetzungen hellenistischer Werke ins Syrische profitieren. Die Verwandtschaft semitischer Sprachen erleichterte die sekundäre Übertragung ins eigene Idiom, bevor sich die arabischen Gelehrten selbst an die griechischen Originale trauten. Andererseits erreichten sie die Werke der Alten über mittelpersische Versionen.

In der Philosophie waren sie so gründlich, dass sie im 10. Jahrhundert über den ganzen Aristoteles verfügten und von Platon einige Dialoge in arabischer Sprache hatten. Auch Neuplatoniker, Stoiker und Neupythagoreer fanden ihr Interesse. Von den Medizinern, allen voran von Hippokrates und Galen, erstrebten sie erschöpfende Textcorpora in ihrer eigenen Sprache, in der Botanik schätzten sie Dioskurides, in den Naturwissenschaften im Übrigen Euklid, Archimedes und Ptolemaios. Wiederum ging die Aneignung der antiken Texte mit der Abfassung eigener Traktate einher.

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  1. Ein interessanter kulturhistorischer Überblick, der deutlich macht, dass die Antwort auf die Leitfrage, wann beginnt „Europa“? davon abhängig ist, was man unter „Europa“ verstehen will: einen geografischen Raum, einen landwirtschaftlich-technisch geprägten Kulturraum oder ein religiös-weltanschaulich geprägtes Wertesystem.
    Wenn heute von Europa und europäischer Tradition die Rede ist, wird an die letzte dieser Definitionen gedacht. Und hier besinnt man sich erst seit der Auseinandersetzung mit Sarazin, dass unser Wertekanon auch von jüdischen Denkvoraussetzungen geprägt ist, wobei sowohl Jüdisches als auch Christliches nur durch die humanistische Renaissance und die philosophische Aufklärung gefiltert in Geltung stehen.

  2. Kritiker sagt:

    Man sollte den Artikel besser auf den heutigen Nahen Osten und die Türkei beziehen. Es ist zwar richtig das die Entzweiung der Historie geschuldet ist nur jetzt wäre es an der Zeit das die oben genannten Länder endlich einen brauchbaren Beitrag zur Menschheit leisten und nicht in dumpfem Nationalismus bzw. im waffenähnlichen Gebrauch ihrer eigenen Religion verharren. Vielleicht kann man ja in Zukunft postiveres aus dieser Gegend erwarten. Wenn nicht wird es eben wieder heissen:
    Djelaleddin Rumi, persischer Dichterphilosoph, 1207-1273: „Die Erbauung der Welt Ist ein Merkmal der Griechen, die Vernichtung der gleichen Welt ist den Türken vorbehalten.“

    Bin mal gespannt. Wenigstens haben Sie von dieser bescheuerten Gazaflotte Abstand genommen.

  3. Quine sagt:

    Das Vordringen des Islam bzw. seine Zurückschlagung hat für die Entstehung des Abendlandes aus den Völkerwanderungsreichen am Rande der christlichen Welt wohl eine ähnliche Bedeutung wie der trojanische Krieg (frühantiker „Kreuzzug“ ?) für die Entstehung der griechisch-römischen Kultur.

    Grotesk ist es aber zu behaupten, die westlich-christlichen Staaten hätten die Türken „vom Kontinent“ ausgeschlossen. Die Osmanen hatten sich selbst unter dem Ziel der Unterwerfung der Ungläubigen „eingeladen“. Invasorische Aggression zurückzuweisen ist also verwerflicher „Ausschluss“ ?
    Ziemlich wirrer Kram. Dann der Aufstand gegen die Kreuzzüge oder die Kolonialmächte wohl auch ein „Ausschluss gewesen ?

  4. saggse sagt:

    Zweifellos hat die Auseinandersetzung mit dem Islam ihre Spuren in der Entwicklung des Kontinents Europa hinterlassen. Allerdings scheint es mir sehr euphemistisch zu sein, dabei von „Geburtshilfe“ zu sprechen – nicht zuletzt angesichts der Tatsache, daß jene Regionen Europas in welchen der „Geburtshelfer“ am längsten tätig war, nicht gerade zu den prosperierendsten Gegenden gehören.

  5. Leo Brux sagt:

    Eine schöne Website, die mit zahlreichen Beispielen und auch gut bebildert zeigt, wie sehr Borgolte recht hat:

    http://www.geschichteinchronologie.ch/islam/Hunke_arab-kultur-in-europa.htm

    Ohne die Übernahmen aus der Kultur der islamischen Länder gäb es den heutigen Westen als dominante Kulturmacht wohl gar nicht. Europa hätte sich möglicherweise nicht aus seiner Mittelalterlichkeit heraus modernisiert.

  6. Kehrhelm Kröger sagt:

    Witzig, dass die, die immer pedantisch darauf bestehen, Islam und orientalische Kultur sauber zu trennen, jetzt „den Islam“ als Geburtshelfer für Kartenspiel, Kartenschach, Gewürze, Zimtsterne, Liedgut, Waffen, Burgenbautechnik, Papierherstellung usw. ausmachen—also die Religion. Dabei hat doch bei sonstigen Kulturbestandteilen und Gepflogenheiten von Migranten das alles immer gar nichts mir den Islam zu tun! Wenn der Islam uns das Kartenspiel gebracht hat, dann hat der Islam uns wohl auch die Kultur des Ehrenmords gebracht. Na ja, man kann natürlich auch richtig feststellen, dass unter „Kultur islamischer Länder“ alles das zusammenfällt, was in Gesellschaften entwickelt wurde, die auf Territorien lebten, die unter islamischer Oberherrschaft standen—da wird ein Schuh draus. Allerdings waren die schöpferisch Tätigen in solchen Gemeinwesen selten Muslime, schon gar keine Gebürtigen.

    Und dass Europa sich ohne den Islam/die Muslime nicht aus der Mittelalterlichkeit heraus modernisiert hätte, ist eine Flunkerei der Linken, um die zivilisatorische Überlegenheit des Abendlands zu leugnen.

    • Leo Brux sagt:

      K. Kröger,
      mit der zivilisatorischen Überlegenheit des Abendlandes war es bis ca. 1500 nicht weit her …

      Die offene Verachtung der nahöstlichen Welt, ihrer Bevölkerung und Kultur zieht alles zusammen: Religion, Kultur, Ethien … Man kann gut sehen, wenn man das alles so zusammenzieht, dann war diese orientalische Welt einer der Geburtshelfer der westlichen Moderne. Der Islam speziell hat immerhin einen Rahmen geschaffen dafür – durch seine Toleranz. So konnten sich auch Nichtmuslime ökonomisch und kulturell entfalten – sehr zum Vorteil aller.

      Dass die schöpferischen Leistungen im islamischen Raum nicht auch von gläubigen Muslimen gekommen wären – was soll man zu so einer Äußerung sagen? Eine Liste aufstellen mit den vielen prominenten Namen kreativer Muslime?

      Die „Kultur des Ehrenmords“ kenne ich aus der alten germanischen Kultur auch, Herr Kröger, und ich kenne sie aus Süditalien. Wieso soll die was spezifisch islamisches haben? Genauso wie das Christentum, so hat sich auch der Islam gegen diese archaische Handlungsweise ausgesprochen.

      Seltsam, dieses Bedürfnis, Leistungen anderer zu leugnen und schlecht zu machen. Statt sich an diesen Leistungen zu freuen.

  7. KTL sagt:

    Mein Vorschlag zur Güte wäre wir einigen uns darauf, daß der Islam mit beidem in Verbindung gebracht werden darf: Mit Kartenschach UND mit Ehrenmord!?
    Der Freispruch für Geert Wilders sagt das auch in etwa so.

    • Leo Brux sagt:

      KTL,
      darauf kann ich mich nicht einlassen, denn es ist eben nicht der Islam, dem wir den Ehrenmord verdanken. Der Ehrenmord war schon bei uns, BEVOR es den Islam gab. Beschäftigen Sie sich mal mit altgermanischer Kultur! Oder mit den Verhältnissen in Süditalien noch vor 100 Jahren. Im katholischen Spanien war’s wohl nicht anders.

      Im Sinne Ihres Vorschlags könnte ich auch sagen: Einigen wir uns darauf: KTLs posts kann man mit beidem in Verbindung bringen, mit der Aufklärung und mit dem Holocaust.
      In diesem Falle würde ich sowohl eine schwache Verbindung mit der Aufklärung durchaus sehen, als auch eine mit dem Holocaust, aber letzteres werden Sie natürlich ärgerlich bestreiten – aus verständlichen Gründen. Drum nehm ich meinen Vorschlag wieder zurück.
      Und Sie hoffentlich den Ihren.

  8. KTL sagt:

    @ Leo Brux
    Mag ja sein daß es hier zur Germanenzeit und in Italien vor 100 Jahren auch schon Ehrenmorde gegeben hat. Man hat das aber hierzulande mittlerweile geschafft abzustellen und das vor geraumer Zeit, wenn mir nichts entgangen ist.
    In islamischen Kulturen ist der Ehrenmord ein sehr aktuelles Thema.

    • Leo Brux sagt:

      KTL,
      da haben Sie recht, zumindest für einige der islamischen Länder.
      Bei uns heute bringt man Frau oder Kinder oder Mann aus anderen Gründen um.

      Die islamischen Länder, in denen es noch Ehrenmord gibt, werden sich dieser moderneren Motivation für innerfamiliäre Morde sicher bald anschließen.

  9. Pointe ala Pointe sagt:

    KTL

    Nur weil man in Deutschland „Ehrenmorde“ als „Familiendrama“ verkauft, heißt es nicht, dass es hier keine Probleme gibt. Mord aus Eifersucht oder anderen Gründen ist per se ein „Ehrenmord“, weil man sich in seinem Stolz oder seiner Ehre verletzt fühlt. Erweitern Sie lieber Ihren Horizont und reduzieren nicht kriminelle Taten auf den religiösen Hintergrund.

  10. Pointe ala Pointe sagt:

    @ Kröger
    „Wenn der Islam uns das Kartenspiel gebracht hat, dann hat der Islam uns wohl auch die Kultur des Ehrenmords gebracht. “

    1. Der Islam kann keinen Ehrenmord gebracht haben, weil es den Ehrenmord schon lange Zeit davor gab. Zudem bin ich gespannt, mit welcher Qulle Sie Ihre haltlose Behauptung belegen möchten. Ich persönlich kenne keine einzige Koranstelle und keinen islamischen Gelehrten, der Ehrenmord als „islamisch“ einstufen würde.

    2. Der Islam hat durch seine wissenschaftsfreundliche Einstellung zum Fortschritt beigetragen. Im Gegensatz dazu die wissenschaftsfeindliche Kirche, die viele Wissenschaftler und Gelehrte auf den Scheiterhaufen geschickt hat. Europa hat sowohl die geistige und auch die wissenschaftliche Entwicklung im Orient für sich nutzen und weiterentwickeln können, sodass man von einer „islamischen Renaissance“ sprechen könnte. Nur lässt es Ihre europäische Arroganz nicht zu, diese Tatsache anzuerkennen. Dagegen erkennt die heutige „islamische“ Welt die westliche Überlegenheit in Sachen Forschung und Technik an. Wir sollten schon immer objektiv bleiben Herr Kröger.