Studie

Türken finden sich in deutschen Medien nicht wieder

Die Akzeptanz deutscher Fernsehsender sinkt bei den türkischstämmigen Zuschauern. Dies geht aus einer Studie des Zentrums für Türkeistudien hervor, die im Auftrag des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums erstellt wurde und dem Stern bereits vorliegt.

Montag, 17.08.2009, 7:13 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken sehen lieber türkisches als deutsches Fernsehen. Mehr noch: Laut Studie wird türkisches Fernsehen und türkische Medien heute häufiger genutzt als noch vor einigen Jahren. Woran liegt das? Was bietet das türkische Fernsehen, was ARD, RTL & Co. nicht bieten? Grund dafür sei unter anderem, dass sich Türken vom deutschen Fernsehen nicht genügend unterhalten fühlten, sich darin zu wenig wiederfinden und wenn, dann nur klischeehaft und negativ.

Das deutsche Fernsehen werde aber auch mit Sachlichkeit und Distanz assoziiert. So würde Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen grundsätzlich als glaubwürdiger eingeschätzt als türkische. Die Befragten würden der deutschen Presse aber auch „Parteilichkeit, Oberflächlichkeit und Schlampigkeit“ vorwerfen, wenn es etwa um die Berichterstattung zum Hausbrand in Ludwigshafen geht, bei dem neun Menschen ums Leben kamen.

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Ein türkischer TV-Sender stellt seine TV-Stars vor.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=gC_mmMc5lu0[/youtube]

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister, Armin Laschet, sieht die deutsche Medienlandschaft in der Pflicht. Der Zuwachs der Nutzung von türkischen Medien hänge damit zusammen, dass sie mehr Unterhaltungssendungen anbieten und viel intensiver Emotionen ansprechen. Dennoch gehören Nachrichtensendungen zu den Lieblingsgenres türkischer Zuschauer, gefolgt von Unterhaltungsserien.

Die deutschen Medien müssten die Migranten dort abholen, wo ihre Interessen liegen: „Gebt den Zugewanderten eine Heimat in euren Medien“, forderte Laschet. Auch sei eine höhere Sensibilität von deutschen Berichterstattern geboten, wenn es um Katastrophenmeldungen, wie zum Beispiel in Ludwigshafen geht. Die Kritik an der Berichterstattung bezeichnete der Minister als „Alarmsignal“. Eine Lösung könnte sein, „dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte noch stärker als bislang in deutsche Redaktionen einziehen.“

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Auch der renommierte Migrationsforscher und Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Prof. Dr. Klaus J. Bade, forderte die Medien auf, mehr auf die Vorlieben der Migranten einzugehen. „Integration sollte auch im Fernsehen mit einer Vielfalt der Geschmäcker leben“, so Bade. Türkische Migranten würden aber als Nicht-EU-Ausländer nicht mal bei der Quotenmessung der Fernsehforschung berücksichtigt; ihre Vorlieben zählten also nicht.

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  1. municipal sagt:

    „Der Zuwachs der Nutzung von türkischen Medien hänge damit zusammen, dass sie mehr Unterhaltungssendungen anbieten und viel intensiver Emotionen ansprechen.“

    Wäre es nicht wünschenwerter und als langfristiges Ziel anzustreben, die hier lebenden (türkischen) Migranten ein wenig zu „entemotionalisieren“ , und sie zur mehr Sachlichkeit und nüchterner Betrachtung von Themen zu bewegen ?

    Beispielhaft dafür ist der Unterschied im Verhalten bei Demonstrationen oder Ereignissen
    in der Türkei und in Deutschland. Wer emotional aufgewühlt ist, und „schreit“, schreit irgendwann auch „hängt ihn auf“.

    Ich halte die wachsende Emotionalisierung auch der deutschen Bevölkerung, betrieben GERADE von den privaten Medien (um Quote zu machen) für eine der langfristig gefährlichsten Entwicklungen für den gesellschaftlichen Frieden.

    Gerade „wenn es um Katastrophenmeldungen, wie zum Beispiel in Ludwigshafen geht“ sieht man, WOHIN eine unsachliche,emotionale Haltung führt.

    • Mehmet sagt:

      Dann müssten Sie hiermit auch die Italiener, Spanier und Griechen entemotionalisieren. ;-) Wenn Ich ihnen mal von meiner Zeit in Spanien berichte, dann denken Sie gleich anders. Oder gehen Sie einfach mal nach Valencia für ein Paar Monate… ;-)

  2. „Die Kritik an der Berichterstattung bezeichnete der Minister als „Alarmsignal“. Eine Lösung könnte sein, „dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte noch stärker als bislang in deutsche Redaktionen einziehen.““

    Ich denke hier sollte es ausschließlich um Kompetenzen gehen, gerade im Bereich der Nachrichtensendungen. Die Zuwanderungsgeschichte eines Menschen sollte nicht Einstellungsgrund sein, es sei denn, es geht um ein entsprechendes Ressort. Aber dies ist dann ja auch wieder der Bereich der Kompetenzen.
    Und was die Unterhaltungssendungen angeht, hier geht es doch bei den privaten Anbietern eh nur um Zielgruppen und ihre Kaufkraft, bzw. Werbeeinnahmen. Da fühle ich mich (ohne Zuwanderergeschichte) ebenfalls zu 90% schlecht unterhalten.

    • Mehmet sagt:

      Genau wegen dieser Kompetenzen, um die Kultur der Minderheit zu verstehen, sollte man ja auch solche Leute einstellen ;-) Jemand, der spanische Wurzeln hat, wird besser geeignet sein, um spanische Produkte zu vertreiben.

      • Markus Hill sagt:

        Hm. Bei Produkten kann das manchmal stimmiger wirken. Im Journalismus kann das auch zu Befangenheit oder zum „Tunnelblick“ führen. Die Leistung als Journalist soll im Vordergrund stehen, keinesfalls die Herkunft. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Italiener über die deutsche oder türkische Innenpolitik schreibt, erscheint u. U. auch angenehm neutral.

  3. Selçuk sagt:

    Es mag sich zwar extrem anhören, aber die (aus meiner Sicht die Mehrzahl der) türkischen Sender kannst du echt in die Mülltonne schmeißen. Das fängt schon mit den Sendungen an, die früh morgens ausgestrahlt werden. Ich meine die von Müge Anlı, Seda Sayan, Petek Dinçöz, …

    Außerdem hält jeder Sender für einen Abend in der Regel zwei Serien parat, die nacheinander ausgestrahlt werden. Obwohl die erste dieser Serien in der Regel relativ früh beginnt, ca. 19 – 20 Uhr, endet die zweite erst gegen Mitternacht, dank den vielen Werbespots, die eingespielt werden und des Öfteren eine inakzeptable Dauer haben.

    Dann beginnen die Nachrichtensendungen, die mehr und mehr einem Magazin ähnlich werden. Ich würde mir mehr Sachlichkeit auch für viele der restlichen Sendungen wünschen. Das gilt aber nicht für die eigentlichen Magazinsendungen, weil die einfach nicht mehr zu retten sind.

    Was fehlt im türkischen Fernsehen? Wissenschaft! Mir ist keine einzige Sendung wie „Quarks & Co.“ oder „alpha-Centauri“ bekannt. Fall es doch welche gibt, lasse ich mich gerne belehren.

    • municipal sagt:

      @ Selcuk

      Danke für Ihre Einschätzung , und wie schon gesagt, der „Weg“ des deutschen Privatfernsehens ist ähnlich, wenn auch noch nicht so weit „fortgeschritten“.

      Und dann fordert ein deutscher Minister für Integration, man solle diese „Entwicklung“ zum Wohl der Migranten unterstützen ? Hilft das diesen Menschen bei der Meinungsbildung ?

      • Mehmet sagt:

        Es würde insofern helfen, dass es ein Symbol für „Wir als deutscher Staat kümmern uns um eure Belange“ ist. Jedoch würde man, wie Selcuk erwähnt, durch zB wissenschaftliche Sendungen einen besseren Dienst leisten.

        • municipal sagt:

          @ Mehmet

          ZIEL sollte es doch sein, das die BELANGE der hier in der x-ten Generation lebenden Migranten mit denen der deutschstämmigen IDENTISCH wären, oder wollen Sie ein Paralleluniversum auf Dauer ?

          • Mehmet sagt:

            Ziel sollten nie Identische Belange sein, denn dann sprächen wir hier von Assimilation und nicht von Integration. Die Aufgabe des der kulturellen Eigenheiten Ursprungslandes ist hier nicht Gegenstand der Diskussion. Wovon wir jedoch auf jeden Fall reden können, ist eine möglichst großen Schnittmenge der Belange, um beiderseitiges Verständnis zu erhöhen.

            • Schneter sagt:

              wsa ist denn so schlimm an Assimilation? Wollen Sie und ihre Folgegenerationen auf immer Ausländer sein in Deutschland, der seine UR-Heimat nur vom Hörensagen und drei Wochen Ferien im Jahr kennt? Das ist doch erbärmlich….. das ist doch kein Zukunftsmodell.

              • Mehmet sagt:

                Stimmt. So eine Art Zukunftsmodell wäre erbärmlich. Viel besser wäre es für Deutschland, diese Menschen als Brückenbildung zur Türkei zu bewegen. Sei es Studium oder Ausbildung. Möglichkeiten für die Wirtschaft gibt es zur Genüge.

              • Mehmet sagt:

                Und was so schlimm an Assimiliation ist? Dass jeder dazu gerängt wird, die Deutsche Kultur anzunehmen, spricht nicht gerade für eine Gesellschaft, die sich pluralistisch schimpft. Weg mit den unterschiedlichen Kulturen, weg mit den unterschiedlichen Religionen… Wir leben die Demokratie! Oder war es doch.. hm… welche idealistische Strömung vertrat diesen Standpunkt nochmal?

                • municipal sagt:

                  @ Mehmet

                  Die deutsche Kultur ist schon lange nicht mehr DIE deutsche Kultur. Wir leben in einem international geprägten Land, das seine Freiheit(en) nach den Errungenschaften der Aufklärung ( und letztlich damit verbunden,der französischen Revolution) nach schwesten „Geburtswehen““gefunden“ hat.

                  Der Mensch wird als Individuum gesehen und soll sich frei entfalten, die Grenzen dafür sind recht weit gesetzt. Es gilt die Gleichberechtigung von Mann und Frau (und nicht „Gleiches gleich und Ungleiches ungleich“, wie es in der Islamischen Charta des KRM verklausuliert ist). Kinder sollen sich FREI entfallten, und mündige Bürger werden, die sich nicht irgendwelchen religiösen Zwängen oder Gruppendruck unterordnen.

                  DAS ist der Unterschied und die RICHTSCHNUR.

                  Für ALLE Menschen in diesem Land.

                  Und das ist NICHT verhandelbar.

    • Mehmet sagt:

      Da stimme ich Ihnen zu. Ich weiß allerdings nicht, welche Sendungen man in der Türkei noch empfängt.

      • Selçuk sagt:

        Ich habe mich vor kurzem mit meinen Familienangehörigen, die in der Türkei leben, über dieses Thema unterhalten. Ich habe gesehen, dass wir die gleiche Meinung teilen und sie sind auch unglücklich über diese Lage.

        Was die Wissenschaftssendungen angeht: Es gibt einpaar Sendungen, aber leider im Pay-TV.

  4. Kosmopolit sagt:

    Seit Anfang der 90er Jahre nehmen islamische Vereinigungen sowie türkische nationalistische Gruppierungen in der BRD auffällig zu. Die fundamentalistischen islamischen Vereinigungen streben eine geeinte islamische Welt, in der die Trennung von Politik und Religion aufgehoben ist, sowie eine eigenständige islamische Gesellschaft der hier lebenden MuslimInnen an. Sie instrumentalisieren die Religion, indem sie versuchen, sich mit dieser eine Lobby für ihre politischen Aktivitäten zu schaffen.
    Permanente Propaganda türkischer Medien bezweckt die Herausbildung starken Nationalbewußtseins mit Richtung auf ein großtürkisches Reich (in Anlehnung an das osmanische Reich). Auf diese Weise soll der Vielvölkerstaat Türkei zusammengehalten, von den eklatanten wirtschaftlichen und innenpolitischen Problemen in der Türkei abgelenkt und Frust und Verunsicherung der MigrantInnen in religiöse Bahnen gelenkt werden.
    Bei vielen türkischen Jugendlichen fällt die nationalistische Beeinflussung nach dem Motto: „Die Türkei ist das Größte, es gibt nichts Größeres“ auf fruchtbaren Boden, begünstigt durch die ausgeprägte Ausgrenzungs- und Diffamierungspolitik der BRD.
    Mit Hilfe der deutschen Innenpolitik mischt sich der türkische Staat, über die DITIB, in die politischen Belange ein. Aussagen Erdogans in Deutschland tun ihr übriges, die Parallelgesellschaft zu fördern. Keiner kommt auf die Idee, dass hier unterschiedliche Wertesystem aufeinander prallen. Wir haben kein Migrantenproblem, sondern ein Problem mit dem türkischenen/libanesischen/arabischen Wertesystem des Islam.
    Diesem Kulturkreis reicht folgender Grundsatz aus;
    fremd denken, fremd glauben, fremd verstehen, fremd fernsehen, sich fremd fühlen – aber von den Deutschen Errungenschaften und Sozialsysteme profitieren.
    Beschämend ist die Tatsache, mit welchen Niveau hier dieses Klientel zufrieden ist. Wie können hier gesellschaftliche Probleme aufgearbeitet werden? Der Koran atmet einen anderen Geist.

    • „Diesem Kulturkreis reicht folgender Grundsatz aus; fremd denken, fremd glauben, fremd verstehen, fremd fernsehen, sich fremd fühlen – aber von den Deutschen Errungenschaften und Sozialsysteme profitieren.“

      Wenn Sie diesen Kulturkreis so gut durchschaut haben, wie sieht es dann mit anderen Kulturkreisen aus? Können sie z.B. auch den Kulturkreis den die Deutschen (dann natürlich auch alle) angehören so differenziert darstellen?

      Alleine die Existenz dieser einen Seite (migazin) führt ihren Kommentar ad absurdum, nur so nebenbei.

      • Kosmopolit sagt:

        Eine Assoziierung zwischen einem großen Teil der Türken und dem Islam ist angebracht. Wenn hier die DITB eine Religion einführen will, die eine Trennung von Staat und Kirche nicht kennt. Wenn diese Religion heute im 21. Jahrhundert wortwörtliche Regeln aus dem 7. Jahrhundert einführen will, gegen den Willen großer Teile der Mehrheitsgesellschaft ( siehe Koran), halte ich das für bedenklich, zumal Migranten anderer Kulturkreise mit dem Grundgesetz und den hiesigen Regeln keine Probleme hat. Das diese anderen Migranten (meine Familie ist Multikulti!) auch ihre Gebräuche und Sitten pflegen, ist ja auch kein Problem, da sie das gleiche Wertesystem präferieren. Das ist der kleine feine Unterschied. Ich empfehle ihnen, sich mit dieser barmherzigen Religion (ISLAM) zu beschäftigen, damit sie eines Tages mit reden können, wegen der Unterschiede!!
        Wer in der Türkei sich umsieht, wird feststellen müssen, das dieses Land aufgrund der innenpolitischen Sachlage eines schönen Tages implodiert. Hier gibt es genug Menschen, die sich vor einer Islamisierung fürchten. Leider kenne ich wenige Türken hier, die dieses Problem „hier“ deutlich ansprechen.
        Zum Schluss; im Focus der ca. 10 Mill. Einwanderer in der BRD wird überwiegend der türkisch/libanesisch/arabische Kulturkreis zitiert. Russlanddeutsche saufen und schlagen auch ihre Frauen, aber nicht aufgrund des grünen Buches, oder verschrobener Wertevorstellungen.
        Vielleicht kommt irgendwann Friede in den Rest der Welt, wenn alle sich auf islamischen (türkischen) Niveau befinden.

  5. Ali As Men sagt:

    Inhaltlich sind bei deutschen Sendern im Vergleich zu türkischen ein hohes Gesamtniveau zu beobachten, was andere Deutschtürken hier sicherlich bestätigen können.
    Ich bin der Meinung das türkische Medien sind auf die schnelle Kohle ausgelegt, schlecht Recherchiert, Billig. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich mal einen kurzen Abend auf einem türkischen Sender durchhalten konnte ohne das ich mich aus trotz gegenüber der penetranten Bombardierung mit lauter und aufdringlicher Werbung umgeschalten habe.
    Den bewusten Konsum von türkischen Sendern schätze ich, wenn man die Zeit in der der Fernseher bei vielen Türken konstant einfach so läuft, als sehr viel niedriger ein.
    Wenn es nur mehr Anreitze gebe die Türken dazu bringen könnten auf Deutsche Sender umzuschalten es bräuchte nicht viel!
    Weg vom Grundtenor der negativen Berichterstattung über Türken.

    • Markus Hill sagt:

      „Weg vom Grundtenor der negativen Berichterstattung über Türken.“
      Warum sehen Sie dass als eine Voraussetzung an?
      Sollen wir jetzt ein „Türken-negativ-Nachrichten-Meldungsverbot“ einführen?
      Die Benennung von Missständen soll dazu führen, dass die Missstände abgestellt werden. Sinn der Berichte ist, Aufklärung zu betreiben. Jahreland wurde nicht darüber berichtet, obwohl jedem mit Augen im Kopf diese Missstände mitbekommen hat. (Natürlich gibt es dumme, implizit hetzende Berichterstattung. Die unterstelle ich aber nicht den Hauptmedien als Absicht).
      Manchmal habe ich den Eindruck, dass hier zwei Diskussionskulturen aufeinander prallen. Sachliche Kritik ist nichts Negatives sondern eher als eine Einladung zur Kommunikation bzw. zur Problemlösung zu sehen. Problem zu nennen, führt auch zu einer gewissen Klarheit im Denken und gerade zu weniger Emotion bei Sachfragen. Das hilft oft bei der Lösungsfindung.

      • Ali As Men sagt:

        “Weg vom Grundtenor der negativen Berichterstattung über Türken.”

        Was ist daran Missverständlich?
        Das ist doch Deutsch oder?
        Wieso setzen Sie es damit gleich, dass ich „keine negative Berichterstattung“ fordern würde?

        Wenn Sie mir gegenüberstehen würden hätte ich Sie gerne mal gefragt was ihnen spontan positives zu Türken einfällt. Döner hätte ich nicht akzeptiert und ohne Recherche wäre den meisten wohl auch nicht eingefallen. Somit kann es ja wohl auch nichts geben oder?

        • Markus Hill sagt:

          Kein Thema. Dann sind wir uns ja zumindest in dem Punkt einig. Türken – allgemein – und Positives so pauschal ausgedrückt, spontan: Treuer Bündnispartner in der Geschichte, harte Arbeiter im Ruhrgebiet , bei persönlichen Freunden und Bekannten die „Warmherzigkeit“ (wenn man, auch nach einigen „engagierten Streitgesprächen, deren Herz gewonnen hat) und Hilfsbereitschaft. Eine Gruppe von Türken wird Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Notfällen (Überfall etc.) eher zur Seite stehen.
          Nur – wir beide sprechen dann hier von persönlichen Kontakten, ich führe da auch nicht so gern „die Türken“ da mit kategorisieren. Worüber wir uns alle in diesen Blogs die Köpfe heiss reden, sind doch nicht die Zuschreibungen auf persönlicher Ebene, sondern die Presse über das Verhalten einer bestimmten Gruppe innerhalb der türkischen Communitiy. Die Deutschen meinen halt, dass diese Gruppen langsam Druck bekommen sollten, da es wohl 5 vor 12 ist. Unberechtigterweise bekommen alle anderen in der Community diesen Unwillen, weitere Probleme stillschweigend hinzunehmen, als „Gegenwind“ von der Presse etc.mit. Die, die aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse oder Bildungsferne solche Blogs wie diese hier nicht lesen können oder wollen. Man braucht da noch nicht einmal einen Gegensatz zwischen Deutschen, Türken, Deutsch-Türken und anderen Nationaliäten zu konstruieren.
          PS: Selbst, wenn mir beim Begriff „Türken“ nur Negatives eingefallen wäre, würde das ja nichts am Wahrheitsgehalt von vielen Kritikpunkten an der Kategorie der „Problemtürken“ ändern. Das nur als Stichwort zu dem Thema Sachdiskussion. Bei aller Sympathie für das Anliegen von zu Unrecht an den Pranger gestellten Türken, kann es ja auch nicht darum gehen, sich konfliktscheu „anzbiedern“. Bei den Diskussion hier sieht man oft, dass es NATÜRLICH Interessensgegensätze zwischen Deutschen und Türken geben kann. Das ist ein ganz normaler Vorgang bei Migrationsthemen – Interesse der „Stammbevölkerung“ und Migranten. Das hat auch, wie bei Arbeitsausandersetzungen eine Komponente von Verteilungskampf: „Der Deutsche und andere erfolgreiche Einwandergruppen wollen halt keine Steuergelder für einen zukünftigen ‚uneinsichtigen türkischen-stämmigen Hartz-IV-Empfänger‘ (Klischeebild) bezahlen, ist aber gegenwärtig bereit, Geld für Sprachkurse etc. zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Wunsch bildet er auch eine Interessengemeinschaft mit allen anderen Steuerzahlern – unabhängig von deren Nationalität.“ (Um eine die ganze unselige Diskussion über Türken, Deutsche, Rasse und Verschwörung etc. einmal mehr auf eine Sachebene zu bringen – es geht profan gesagt um normal Zukunftsfragen für eine Gesellschaft, da leben wir hier alle unter einem Dach).

      • Selçuk sagt:

        „Sachliche Kritik ist nichts Negatives sondern eher als eine Einladung zur Kommunikation bzw. zur Problemlösung zu sehen. Problem zu nennen, führt auch zu einer gewissen Klarheit im Denken und gerade zu weniger Emotion bei Sachfragen. Das hilft oft bei der Lösungsfindung.“

        Da würde ich Ihnen zustimmen. Sachliche Kritik ist nichts Negatives und ist bei mir und sicherlich auch bei Menschen in meiner Umgebung willkommen. Berichterstattungen mit abwertendem Inhalt, auch indirekt, ist aber nichts, was zur Problemlösung beiträgt, sie bewirkt eher das Gegenteil. Ich nehme an, dass Sie mir in dem Punkt zustimmen würden.

      • Selçuk sagt:

        „Sollen wir jetzt ein “Türken-negativ-Nachrichten-Meldungsverbot” einführen?“

        Aus dem Beitrag von „Ali As Men“ kann ich so eine Forderung nicht rauslesen. Generell ist es ja absurd eine gesamte Bevölkerungsgruppe, wie die Türken, negativ darzustellen.

        • Markus Hill sagt:

          Ich war mir aber nicht sicher, ob das nicht gemeint ist. Zumal ich auch andere Beiträge gelesen habe. Es ist ja jetzt klargestellt. Natürlich ist eine pauschale Beschimpfung und Hetze gegen Türken unfair und zu verurteilen. Fairerweise muss man sagen, dass die entsprechenenden türkischen Gruppen mit Problemen und die Verbände es der Presse leicht machen, immer Stoff für neue, negative Meldungen zu geben. Bei Aussiedlern (ähnlich grosse Gruppe, heterogener, auch oft zu Beginn schlechte Deutschkenntnisse) findet die Presse da nicht so viel.
          Vieles, von dem, was scheinbar gegen Türken vorgebracht wird, ist auch noch vermixt mit Vorbehalten gegen den Islam. Das vermute ich einfach einmal.

      • Mehmet sagt:

        Hier sind zwei Kritikpunkte anzubringen. Wenn man in Deutschland die „Migranten“ früher nur als Gastarbeiter gesehen hat (also so ca 30 Jahre), dann muss man erst einmal deren Herzen gewinnen, um dann zusammen einen Weg zu gehen und Kritik ausüben zu können. Hierzu gehört das Eingeständnis eigener Fehler.
        Eigene Fehler: Man ist heute der Ansicht, dass die eigenen Fehler darin lagen, dass die Notwendigkeit zur Integration nicht gesehen war. Ich gebe Ihnen da recht, dass die Türken sich auf jeden Fall auf die Deutschen zubewegen müssen. Integration ist aber auch eine wechselseitige Angelegenheit. Wahlkampagnen wie die von Koch werden wohl kaum zu einer Integration führen. Wenn die Republikaner dies gemacht hätten, hätte ich das verstanden. Aber dies von der CDU, einer der zwei großen Parteien zu sehen, ist ziemlich erschütternd.

        Dies und der Grundtenor, dass nicht sachliche, konstruktive Kritik, sondern eher negativ formulierte die Medien überfluten, stimmt einen nicht positiv bezüglich der Intergrationswilligkeit der Deutschen. Das Problem wird auf die Türken verlagert. Dass man selbst nicht willig ist, diese Kultur aufzunehmen, will man nicht sehen.

        • Markus Hill sagt:

          Ich bin da etwas positiver gestimmt. Meine Alltagserfahrung in Frankfurt sagt mir, dass sich da etwas von gegenseitigem Verständnis entwickelt. Spreche ich mit „normalen“ Türken (nicht die aus der Presse:-), gibt es da in der Regel keinen Unterschied in vielen Diskussionspunkten. Selbst „überzeugte Türken“ sagen mir, dass sie sich vorstellen, dass ihre Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen sollten. Sie mögen Deutschland, natürlich auch mit kritischen Punkten. (Wichtig, vielleicht nicht ganz repräsentativ: Meine Kontaktpersonen haben Berufsausbildung, arbeiten oder befinden sich im Studium).
          Koch ist gescheitert, die Rechtsradikalen bekommen keinen grossen Zuruf. Die Leute hier können das gut unterscheiden, dass ist mein Gefühl.

    • Selçuk sagt:

      „Weg vom Grundtenor der negativen Berichterstattung über Türken.“

      Das würde ich mir auch wünschen, doch ich glaube, dass nicht dies der Grund ist, warum manche sich lieber türkische Sendungen angucken als deutsche. Ich glaube, dass viele diese Berichterstattungen aus dem Fernsehen überhaupt nicht mitbekommen. Das ist aber nur eine Vermutung von mir, ich könnte auch absolut falsch liegen.

      Das was die Leute an den türkischen Sendern hält, sind meiner Meinung nach die türkischen Serien und Filme. Es gibt (sehr) gute, zum Teil Verfilmungen von Romanen, von denen manche auch mir gefallen. So etwas findet man im deutschen Fernsehen nicht. Ich glaube, dass die Mehrzahl der (deutschen) Filme und der (deutschen) Serien dem türkischen Publikum einfach nicht gefallen. Mir gefallen diese auch nicht, überhaupt nicht. Aber das was ich im türkischen Fernsehen nicht finde, finde ich im deutschen: Wissenschaftssendungen, interessante Reportagen oder Diskussionen.

      Wer also mehrere Sprachen kann, ist klar im Vorteil ;-)

      Nebenbei bemerkt: Mehr Sachlichkeit würde ich mir auch in diesem Forum wünschen. Von bestimmten Personen besonders.

    • emire sagt:

      Ist Bauer sucht Frau Qualitativ besser ?

      welche Sendungen als Absurdum an sich:

      Gräfin gesucht,die gesamte Kochpalette,Trödelking,Superstar und der wieter Alltägliche Wahnsinn.
      Vielleicht doch Arte mit seine Dämagogischen Landkarten erklärungen.
      ARD oder ZDF,antiquiert und nicht mehr Zeitgemäß und doch eine Nötigung auf den Geldbeutel(gruß GEZ)

      Das Türkische Fernsehen ist einfach gestrickt,Serien,Musik,Enterainment,Bunt,Schillernd.
      Das Deutsche Fernsehen ,Stocksteif,ermüdend,Blechernd,Langweilig.
      Schaut mal ein bisschen USA TV an ,damit ihr das schätzt was ihr habt.

  6. Ali As Men sagt:

    Meine Einschätzung bzgl. der schnellen Kohle … zielt auf das Gesamtbild der türkischen Medien ab. Es gibt auch Serien die ich mir gern ansehe wenn mein Nervenkostüm und Tagesform es zulässt ( 8O Werbung 8O ).

  7. municipal sagt:

    @ Ali As Men

    …bei deutschen Sendern im Vergleich zu türkischen ein hohes Gesamtniveau zu beobachten…

    „Tal der Wölfe“ 1 und 2 , Spielfilm und Serie ein Begriff ?

    …bewusten Konsum von türkischen Sendern schätze ich, wenn man die Zeit in der der Fernseher bei vielen Türken konstant einfach so läuft, als sehr viel niedriger ein…

    Wenn der Fernseher den ganzen Tag zu Hause läuft und die Kinder damit aufwachsen,führt das zu welchen Ergebnissen ?

    „Weg vom Grundtenor der negativen Berichterstattung über Türken.“

    Der Grundtenor ist SACHLICH, Dinge, die nicht in Ordnung sind, müßen klar benannt werden. „Kopf in den Sand“ und beschönigen/verschweigen bringt da nichts, sondern das Fördern von kritischem Denken, zusammen mit der Bereitschaft durch Selbstreflektion Kritik zu „ertragen“ und aufzuarbeiten.

  8. Ali As Men sagt:

    — Zitat municipal @ Ali As Men

    — …bei deutschen Sendern im Vergleich zu türkischen ein hohes Gesamtniveau zu beobachten…

    — “Tal der Wölfe” 1 und 2 , Spielfilm und Serie ein Begriff ?

    ??? Weder Spielfilm noch Serien habe ich gesehen. Wozu sollte dieses Beispiel dienen?

    Zitat Ali As Men

    –…bewusten Konsum von türkischen Sendern schätze ich, wenn man die Zeit in der der Fernseher bei vielen –Türken konstant einfach so läuft, als sehr viel niedriger ein…

    Zitat municipal
    –Wenn der Fernseher den ganzen Tag zu Hause läuft und die Kinder damit aufwachsen,führt das zu welchen –Ergebnissen ?

    Kommen Sie mal von den ständigen unproduktieven Schuldzuweisungen runter. Lesen Sie mal was hier geschrieben steht und lassen Sie es wirken statt reflexartig nach gegenargumenten zu suchen.

    Ich bin selbstkritisch mehr als ich es manchen gegenüber eingestehen werde! Es geht nicht darum das Ego von einzelnen aufzuwerten indem man ständig unreflektiert wiederkehrende gleiche Kritik wiederlegt nur weil manche der Meinung sind ohne ernsthafte Kritik aus den eigenen Reihen argumentativ schwächere mit filigranen Wortgefechten an die Wand klatschten zu können.

    Es geht hier glaube ich um das Zusammenwachsen von Deutschen und Türken.

    • Markus Hill sagt:

      „Es geht hier glaube ich um das Zusammenwachsen von Deutschen und Türken.“
      Guter Satz. Da ist es nicht schlimm, wenn es etwas Reibung gibt.
      Viele der Punkte vom Vorredner verstehe ich nur zum Teil. Das Argument mit den türkischen Kindern vor dem Fernsehen (überdurchschnittlich) ist wohl eher aus dieser Medienstudie übernommen. Irgendwo sollte sich das wohl wiederfinden. Zum Beispiel wird der Punkte angesprochen, aber nicht gezielt drauf eingegangen (Sollte eher einer sachlichen Feststellung dienen und nicht irgend jemanden beschuldigen).
      Ich lege die Äusserungen von Municipal so wahr, dass dieser nicht das Gefühl hat, dass viele der genannten kritischen Punkte sachlich widerlegt worden sind. Ansonsten könnte ich mir die „Vehemenz“ der Ausführungen bezüglich der Freiheit für Kritik und klarer Problembenennung nicht erklären.

      • Ali As Men sagt:

        Dann sollen municipal und konsorten die kontraproduktiven Kommentare lassen und die füsse still halten. Ich sehe das auch so das die Zeit nach langen Diskussionen einen Weg aufzeigen wird. Ich sehe es aber auch so, daß es nicht von Menschen geschaft werden kann die nur Schuldzuweisungen oder mangelnde Empathie aufweisen schon garnicht empirische Erfahrungen besitzen.

        • municipal sagt:

          @ Ali As Men

          Netter Gesprächston. „Konsorten“.

          …..kontraproduktiven Kommentare lassen und die füsse still halten….

          Es wäre an der Zeit, das die modernen,integrierten Menschen hier sich endlich SELBST um die „Probleme/Problemfälle“ in ihrer Communitykümmern würden, und nicht länger versuchen sie mit ihren „Füssen“ unter den Teppich kehren zu wollen. Es hilft nämlich NICHT zu sagen, ich bin doch nicht so, was habe ich mit denen zu tun.

          Empathie ? Sind wir im Kindergarten, und man hat Angst vor einem deutlichen BUHHH?

          Und wie können SIE beurteilen, welche „empirischen Erfahrungen“ (merkwürdige Wortschöpfung) ich habe?

          Antworten Sie doch mit Gegenargumenten. Warum kommt da nichts, außer (letztendlich) Beschimpfungen ?

  9. municipal sagt:

    @ Ali As Men

    „Weder Spielfilm noch Serien habe ich gesehen. Wozu sollte dieses Beispiel dienen?“

    Machen Sie sich schlau. Kann man im Net. Einfach googeln.

    „Kommen Sie mal von den ständigen unproduktieven Schuldzuweisungen runter. Lesen Sie mal was hier geschrieben steht und lassen Sie es wirken statt reflexartig nach gegenargumenten zu suchen.“

    Was Sie als „unproduktive Schuldzuweisung“ bezeichnen, ist eine sachliche Darstellung der Verhältnisse. Und Wesen und Sinn eines Diskurses ist der Austausch von Argumenten und Gegenargumenten. Wo bleiben IHRE zum Thema oder meinen?

    …indem man ständig unreflektiert wiederkehrende gleiche Kritik wiederlegt nur weil manche der Meinung sind ohne ernsthafte Kritik aus den eigenen Reihen argumentativ schwächere mit filigranen Wortgefechten an die Wand klatschten zu können…

    Dieses „filigrane Wortgeflecht“ bitte nochmals durchlesen, und ent-filegrieren.

    • municipal sagt:

      @ Ali As Men

      Nachtrag

      HIER gibt es Infos zum Thema Medienkonsum/Migranten/Kinder unter der Überschrift „Mediale Ghettoisierung „von Prof.Dr.Ali Ucar.

      Auszug

      73,5 % der türkischen Kinder, 61,4 % der Kinder anderer Nationalitäten (Kinder aus Libanon, Palästina, ehemaligen Jugoslawien etc.) sehen täglich zwischen 2 – 6 Stunden fern, während bei deutschen Kindern der Fernsehkonsum relativ niedrig erscheint, 66,7 % weniger als eine Stunde. Bei Kindern anderer Nationalitäten wird von mehr als 30 % länger als 4 Stunden und sogar 15,4 % länger als 6 Stunden täglich Fernsehen konsumiert.

      .) Wie die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, ist der Fernsehkonsum bei Migrantenkindern extrem hoch.

      2.) In vielen Familien läuft das Fernsehen den ganzen Tag ununterbrochen: Beim Essen, Unterhalten, beim Spielen in der Wohnung, auch wenn Besuch da ist. Wenn die Kinder kein eigenes Zimmer haben, steht das TV-Gerät im Wohnzimmer. Unter den Kindern hat immer einer Interesse fernzuschauen, wenn einige andere Kinder in der Wohnung oder auf dem Hof spielen. In einer solchen Situation wird die Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern (Raum und Zeit für Gespräche) beeinflusst bzw. erheblich beeinträchtigt.

      UND WICHTIG weiter:

      nsbesondere in türkischen Filmen wird ein Rollenklischee hinsichtlich der Rollen der Geschlechter vermittelt. Die Kinder lernen schon in der Grundschule über das Fernsehen, was ein „richtiges türkisches Mädchen“ oder „ein richtiger türkischer Junge“ sei. Sie übernehmen schon einseitig orientierte Rollenklischeebilder. Die häufige Gewaltanwendung in den Familien (innerfamiliäre Gewalt bei türkischen Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik ist erheblich hoch, siehe dazu: Pfeiffer, C. / Enzlmann, D. / Wetzels, P.: Innerfamiliäre Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und ihre Auswirkungen, Forschungsbericht Nr. 80, im Internet http://www.unics. uni-hannover.de/n5x5link/index/html) einerseits und vermittelte Gewaltanwendung im Fernsehen gegen Kinder und Frauen andererseits trägt zur Verfestigung der Klischeevorstellungen (schon im Schulalter) bei.

      http://www.lehrer-info.net/kompetenz-portal.php/cat/12/aid/148/title/Fernsehkonsum_bei_Migrantenkindern

      • Ali As Men sagt:

        Huch, jetzt dachte ich Sie gehen in sich. 8-)
        Hätte ich mir denken können, daß Sie stattdessen eine umso längere Wiederholung zum Besten geben. :eekout:

        • municipal sagt:

          @ Ali As Men

          Verstehen Sie DAS unter einem sachlichen Gegenargument? Oder haben Sie keines und wollen nur nicht bestätigen, was ich hier eingestellt habe? Könnte ich auch verstehen.

          • Selçuk sagt:

            Ich hätte einpaar Fragen. Da Sie den Inhalt der Seite gelesen und verstanden haben (sonst würden Sie ja den Link hier nicht zur Verfügung stellen), werden Sie vielleicht diese Fragen beantworten können.

            1a. ) Was ist der Unterschied zwischen der Tabelle 1 und der Tabelle 2? Bei einer steht als Titel „Wie lange sieht Ihr Kind täglich fern? (%)“ und bei der zweiten „Täglicher Fernsehkonsum bei Vorschulkindern verglichen mit der Nationalität (%)“. Wenn diese Tabellen eigentlich Unterschiedliches darstellen sollen, warum verfügen diese über den gleichen Inhalt? Sie sehen, dass da irgendwas nicht stimmt? ;-)

            1b. ) „73,5 % der türkischen Kinder, 61,4 % der Kinder anderer Nationalitäten (Kinder aus Libanon, Palästina, ehemaligen Jugoslawien etc.) sehen täglich zwischen 2 – 6 Stunden.“
            Nun wäre die letzte Frage aus 1a wohl beantwortet, da man diese Ergebnisse nicht aus der Tabelle 2 entnehmen kann. Da hat der Autor wohl einen kleinen Fehler gemacht, als er die Seite online gestellt hat.
            Gucken wir uns einfach mal die Prozentwerte aus dem Text an: „73,5 % der türkischen Kinder sehen täglich zwischen 2 – 6 Stunden.“
            Zwischen zwei und sechs Stunden ist doch wohl ein enormer Unterschied. Wie hoch ist der Anteil der Kinder, die am Tag zwei Stunden fernsehen und die sechs Stunden fernsehen?

            2. ) Welchen Sinn hat die Spalte „gemischt“ bei der Tabelle 4?
            Zitat:
            „Deutsche Kinder sehen zu 66,7 % deutsch, zu 26,75 % gemischt und zu 6,7 % Sendungen in anderen Sprachen.“
            Welche beiden Sprachen sind für die deutschen Kinder mit „gemischt“ gemeint? Eine von diesen wird sicherlich Deutsch sein, und welche ist die zweite?

            3. ) Wie kommt der Autor dieser „Studie“ auf das folgende Ergebnis?
            „3.) Mit dem Fernsehen haben die Kinder schon im jüngsten Alter, sogar mit 2 Jahren, Erfahrung. Fernsehen als Medium ist Bestandteil des Kinderalltags geworden.“
            Er hat sicherlich die Eltern befragt, doch wie hoch war der wirkliche Anteil, die dies bestätigt haben?

            4. ) Haben Sie verstanden, wie er auf seine Schlussfolgerungen kommt? Z. B.:
            „Recht auf Kita-Besuch verwirklichen, vor allem finanzielle Barriere in Kitas abschaffen“
            Heißt das, dass der Großteil der Kinder keine Kita besucht haben und dies war eine der Ursachen für das angesprochene Problem?

            „Verbindliche Vorschulbesuche bei Migrantenkindern“
            Wie hoch war der Anteil der Migrantenkinder, die keine Vorschule besucht haben?

            5. ) „Vier Vorklassen einer Grundschule wurden als Untersuchungspopulation angenommen. Die Eltern der Kinder (95 % die Mütter) wurden in einer langen Zeit (1 Stunde) befragt. Es waren 62 Kinder, d. h. also 55 Mütter und 7 Väter wurden befragt.“
            Wie sieht denn die wirkliche Verteilung nach Nationalitäten aus?

        • Markus Hill sagt:

          Zumindest in diesem Punkt hat MUNICIPAL Ihnen sehr sachlich geantwortet, deshalb hatten wir ja vorhin die Diskussion:
          „73,5 % der türkischen Kinder, 61,4 % der Kinder anderer Nationalitäten (Kinder aus Libanon, Palästina, ehemaligen Jugoslawien etc.) sehen täglich zwischen 2 – 6 Stunden fern, während bei deutschen Kindern der Fernsehkonsum relativ niedrig erscheint, 66,7 % weniger als eine Stunde. Bei Kindern anderer Nationalitäten wird von mehr als 30 % länger als 4 Stunden und sogar 15,4 % länger als 6 Stunden täglich Fernsehen konsumiert.“

          Vielleicht wäre da auch etwas von der eingeforderten Empathie von Ihrer Seite hilfreich?:-) (Über die scheinbar unsachlichen Punkte von MUNICIPAL könnte man einmal grosszügig hinwegsehen:-).
          Wir wollen uns doch nicht beschimpfen oder machen keinen Wettbewerb im „persönlichen Betroffensein“.:-)
          Wobei MUNICIPAL durch die „Kindergarten-Anmerkung“ schon wie ein recht harter Knochen wirkt. Da kann man dann aber auch knallhart kontern mit Sachargumenten, dann darf er nicht jammern.:-):-)

  10. Kosmopolit sagt:

    @Ali As Men, hier müssen Sie aber viel Aufklärungsarbeit leisten!
    Hier frage ich manchmal, wo lebe ich. Hier kommen freiwillig fremde Menschen zu uns in deutsche Lande, um hier zu leben. Anstatt sich mit den Sitten, Gebräuchen oder Gesetzen auseinander zu setzen, möchten diese überwiegend von ihrem kulturellen Hintergrund berieselt werden.
    Weiter, finde ich es kontraproduktiv, wenn die DITIB Imame nach Deutschland schickt, um den Türken ihre Kultur und Religion zu vermitteln. Das scheint ein Novum weltweit zu sein, das ein anderer Staat, seine Mitbürger in fremde Ländern steuert. Schlimm ist, wie oft publiziert ( auch im deutschen TV ), wenn hier strikte Regeln des Islam von den Muslimen eingefordert werden. Hier konnte man im TV sehen, dass ein Imam muslimischen Kindern verbietet, am Geburtstag eines Mitschülers mit zu feiern. Das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Parallel spielt der Islam in gläubigen Kreisen eine beachtliche Rolle, was in Studien, von wem auch immer erstellt, festgestellt wurde, dass die Muslime (Türken) gläubiger werden. Um so mehr, je geringer der Bildungsgrad ist.
    Das bedeutet, dass man sich den religiösen Regel des Islam besinnt, die ein Zusammenleben mit Andersgläubigen verhindert. Wer das dementiert, hat sich diese Regelwerke des Islam noch nicht angeschaut, oder ist sich dieser Tragweite nicht bewusst. Aber in Blick in islamische Länder sollte doch genügen. Was nicht der Integration förderlich ist, sind folgende Suren aus dem Koran:
    Sure 5, Vers 52: Oh Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden.
    Sure 3, 118: Oh ihr, die ihr glaubt schließet keine Freundschaft außer mit euch.
    Sure 8, 55 Als die schlimmsten Tiere gelten bei Allah diejenigen, die ungläubig sind und (auch) nicht glauben werden.
    Für alle Muslime sind Koran und die Handlungen Mohammeds bis heute verbindliche Handlungsanweisungen und werden in der islam. Welt durch Analogieschluss als Grundlage der Entscheidungsfindung für die Scharia-Rechtsgutachten (Fatwa) in allen Ländern verwendet.
    Es gibt hier weitere viele Beispiele, die aber von den bildungsfernen Politkern nicht so richtig beachtet werde, zum Leitwesen der Gesellschaft. Der Clash of Civilization ist vorprogrammiert, wenn man die Zustände in Europa beobachtet, da man die Ziele dieser Religion noch nicht ernst genug nimmt. Jeder sollte sich fragen, ob eine Religion heute zeitgemäß ist, die die Menscheit in Klassen einteilt, in Gläubige und Ungläubige, ebenso die Tierwelt und viele andere Dinge in haram oder halal. Von säkularen Muslimen/Türken habe ich in dieser Hinsicht nichts gehört. Vielleicht ist es für viele spannend zuzusehen, wie unsere Gesellschaft irgendwann in das Mittelalter katapultiert wird.

    • Mehmet sagt:

      Kosmopolit,

      Ich weiß nicht, warum Sie so stark verallgemeinern. Ich denke, dass es wohl an den eigenen Erfahrungen und den damit verbundenen Assoziationen bei der weiteren Informationsaufnahme liegt. Ich möchte jedoch dabei helfen, einige Generalisierungen anzugehen:

      „Anstatt sich mit den Sitten, Gebräuchen oder Gesetzen auseinander zu setzen, möchten diese überwiegend von ihrem kulturellen Hintergrund berieselt werden.“
      Sie setzen sich tagtäglich mit anderen Sitten sowohl bei der Arbeit als auch freizeitlich auseinander. Beim TV-Konsum geht von einer Umfrage der Stiftung für Türkeistudien auch hervor, dass 92 % aller türkischsstämmigen Bürger die Deutsche UND die türkische Medienlandschaft in Anspruch nehmen. Es wäre jedoch interessant, sich die Situationen anzuschauen, in denen man sich selbst befindet, nämlich als Ausländer in einer anderen Gesellschaft. Welche Situationen entstehen? Wie kann man sich verhalten? Wer macht noch solche Erfahrungen? Egal ob in Serien, Filmen, Dokumentationen. Diese würden das Verständnis auf beiden Seiten füreinander erweitern.
      „Hier konnte man im TV sehen, dass ein Imam muslimischen Kindern verbietet, am Geburtstag eines Mitschülers mit zu feiern.“ Komisch, also ich in der Moscheeschule in meiner Kindheit am Wochenende war, hat unser Imam mit uns zusammen eine evangelische Kirche besucht. Da haben wir sogar Brot gegessen. ;-) Die katholische Kirche hat unsere Bitte auf „Integration“ leider abgelehnt. Daher gibt es bestimmt solche und solche ;-)

      „Um so mehr, je geringer der Bildungsgrad ist.“ Ich bin zwar nicht sonderlich gläubig (auch wenn ich in der Moscheeschule war), jedoch kann ich dem nicht zustimmen. Sie generalisieren hier sehr stark und beachten nicht die vielen Unterschiedlichen Richtungen innerhalb des Islams.

      Weiterhin ist eine bloße Auflistung von Suren schwer für jegliche Schlussfolgerungen zu nehmen. Auch hier gilt:
      1. Die Sätze ergeben aus dem Zusammenhang gerissen keinen Sinn.
      2. Der Sinn von „Freund“ kann in einem ganz anderen Verständnis stehen, als die heutige Gesellschaft dies interpretiert. Weiterhin kann der Sinn von „Freund“ in einem ganz anderen Verständnis stehen, als die heutige Gesellschaft in verschiedenen islamischen Ländern dies interpretiert. Weiterhin kann der Sinn von „Freund“ in einem ganz anderen Verständnis stehen, als die heutige Gesellschaft in verschiedenen nicht-islamischen Ländern dies interpretiert. Selbst zwischen „Friend“ und „Freund“ gibt es einen großen Unterschied.
      Entschuldigen Sie die bloße Aneinanderreihung von ähnlichen Sätzen. Sie werden jedoch auch hiermit deren Unterschiede feststellen. ;-)
      Ich würde daher raten, die Bibel oder den Koran nicht ohne die verschiedenen möglichen Interpretationen aus sunnitischer (hanefiten, hanbeliten etc) , schiitischer, alevitischer etc Sicht und aus jüdischer, aus christlicher Sicht und einer kritischen Gegenüberstellung der verschiedenen Positionen zu machen. Ich käme auch nicht leichtfertig auf die Idee die heiligen Schriften anderer Religionen mit meinem unzureichenden Wissen (ich bin kein Theologe) zu bemängeln. Denn ich weiß, dass ich nichts weiß! ;-)

      • municipal sagt:

        @ Mehmet

        Verallgemeinern……. aus dem Zusammenhang gerissen…….Generalisierungen……

        Woher kenn ich das bloß ? Ach ja, von den Stellungnahmen der Verbandsvertreter zu Vorhaltungen. Hat ja alles nichts mit dem Islam zu tun (hatten Sie noch vergessen).

        Apropos Koranschulen.

        Ein Vorhaben, das Lale Akgün, Islambeauftragte der SPD, begrüßt. Sie fordert aber, noch viel früher anzusetzen: „Wir müssen erstmal die Koranschulen hier besser kontrollieren. Keiner weiß genau, was in diesen Schulen gelehrt wird, von denen zumindest einige fragwürdig sind“.
        http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/ehrenkodex-versperrt-den-weg-zurueck/

        • Mehmet sagt:

          „Woher kenn ich das bloß ? Ach ja, von den Stellungnahmen der Verbandsvertreter zu Vorhaltungen. Hat ja alles nichts mit dem Islam zu tun (hatten Sie noch vergessen).“

          Versteh ich nicht. Könnten Sie das erklären?

          “Wir müssen erstmal die Koranschulen hier besser kontrollieren.“ Das hört sich so an, als ob man diese unter einen Generalverdacht stellen müsse. Tutu mir leid. Lale Akgün kann sagen was sie will. Gehen Sie doch ab und zu selbst in so eine Koranschule und trinken dort mit den Leuten einen Tee. Verbringen Sie Zeit mit denen und schauen sich das Innenleben an oder noch besser: Werden sie selbst mal Teil der Gesellschaft und beteiligen sich als Christ (Ich weiß nicht, ob sie Christ sind) an den Feiertagen. Genauso wie Ich zB mit meinen Freunden Weihnachten feier und in Deutschland wie Spanien mir die Reden anhöre. Man kann viel theoretisieren. Manchmal hilft aber auch einfach mal agieren. ;-)

          • Schneter sagt:

            als ob man in eine Koran-Schule oder in einer Moschee einfach so als Ungläubiger hineinspazieren könnte, und die heiligen Moslems freuen sich über den niederen Besuch….

            • Mehmet sagt:

              Haben Sie es versucht? Anscheinend nicht. Gehen Sie rein und sagen Sie, dass Sie der Islam interessiert und sie einfach so mal mit den Leuten hier quatschen wollen. Ideal wäre es, wenn Sie jemanden von der Gemeinde kennen würden, damit man schnell Anschluss findet zu den Leuten dort. Anfangs würde es denen ebenso etwas merkwürdig vorkommen, wenn sie die ersten 2-3 wochen vorbeischauen, um dort einen Tee zu trinken. Türken sind allerdings sehr redebedürftig und man kommt schnell in Unterhaltungen rein. Vielleicht nicht beim ersten oder zweiten Mal.
              Also machen Sie dies nur, wenn sie daran interessiert, eigene Vorurteile auch mal aufzugeben ;-)

      • Markus Hill sagt:

        „Um so mehr, je geringer der Bildungsgrad ist“.
        Ich würde da schon zustimmen, eines der Kernprobleme. Je weniger Erfolg in der Einwanderungsgesellschaft, desto mehr Rückzug für eigenen Halt durch Religion und Nationalismus. (Übrigens ähnliches Phänomen bei Neo-Nazis – in der Regel „Verlierer“ in der Gesellschaft).
        Es gibt viele Auslegungen des Korans. Richtig. Im ernst gefragt: Glauben Sie, dass Sie mit IHREM aufgeklärten Verständnis vom Islam eine Mehrheitsposition bei türkischen Migranten darstellen?
        Wenn das so wäre, hätte kaum jemand in diesem Land ein Problem damit. Der Eindruck ist aber über die Jahre entstanden, dass Sie da so etwas wie eine verwestlichte „Minderheitenposition“ vertreten.
        Ein Bekannter hat einmal bezüglich Religion gesagt: „Ich verneige meinen Hut vor Gott, aber ich gebe meinen Kopf nicht ab!“. Das kommt wohl eher aus der Richtung des aufgeklärten Christentums, der Mensch hat ein persönliches Gewissen. Das landläufige Bild des Islams lässt sich für die meisten Bürgen in diesem Lande mit so einer kritischen Denkweise nicht vereinbaren. Zumindest ist dieses Bild in den Köpfen der Allgemeinheit.

        • Mehmet sagt:

          „Je weniger Erfolg in der Einwanderungsgesellschaft, desto mehr Rückzug für eigenen Halt durch Religion und Nationalismus. “

          Also um die Tendenzen Aussagenlogisch zu erfassen:

          Behauptung:

          Geringer Bildungsgrad => Religiösität steigt

          Aber: Hohe Religiösität => Geringer Bildungsgrad?

          Ich glaube wir können uns darauf einigen, dass letztere These nicht gilt. Daher kann man auch keine wechselseitigen Zusammenhang diesbezüglich aufzeigen.

          Ihre B
          Erfolg = Bildung

          Weniger Erfolg => Halt durch Religion und Natinonalismus

          Aber, ist diese Tendenz auch äquivalent? Also:

          Religiös => Weniger Erfolg?

          Letzere Folgerung (Als Tendenz) kann man auch hier nicht ziehen.

          • Markus Hill sagt:

            Ich weiss nicht, ob ich mich so unklar ausgedrückt habe. Die „Schema-F-Logik“ war nicht der Kern meiner Aussage. Ihre Spekulationen über Kausalitäten in beide Richtungen sei Ihnen als Ihr Privatvergnügen unbenommen, hat aber keinen Bezug zu meiner Aussage. Ich habe lediglich gesagt, dass ich diese häufiger angeführte Erklärung (nicht unbedingt die kausale Erklärung) nachvollziehen kann, warum auf der Gegenseite vielleicht ein Sich-Zurückziehen erfolgt. Einfach als Spekulation darüber, warum sich in der Diskussion dann langsam die Fronten verhärten. Auch eine zunehmende Abschottung oder „Fanatisierung“ – übrigens nichts Islam-Spezifisches – lässt sich so vielleicht in Ansätzen erklären. Ich habe von EINER Bewegung in EINER Richtung gesprochen ( Ich bin da von dem gegebenen bildungsfernen Stand der Leute ausgegegangen, die sich hier in der Bundesrepublik befinden. Von der Bildungsferne und den wenigen Handlungsoptionen dieser Leute habe ich auf mögliche Handlungstendenzen geschlossen).
            Zusätzlich wollte ich betonen, dass die von Ihnen vorher angeführte recht „liberal“ und offen erscheinende Variante des Islam meiner Ansicht nach nicht die Hauptströmung darstellt. Ich hatte Ihnen auch persönlich eine klare Frage gestellt danach. Es hätte mich interessiert.

            • Mehmet sagt:

              Meine Sicht des Islams werden Sie wohl kaum finden, da Ich mich zwar als Moslem sehe, aber sehr freidenkend damit umgehe. Gäbe es so etwas wie ein Katholizismus im Islam und ich würde dazugehören, würde mich der Papst nicht als Christ sehen, was jedoch nicht weiter schlimm ist, da sich jeder seine eigene Sicht der Religionen schmieden darf.
              Ich meinte jedoch nicht meine Sicht der Dinge, jedoch die Sicht der einzelnen Gruppierungen innerhalb des Islam. Beispiel: Ein Gruppe würde heute noch die Hände fürs Klauen abhacken, die andere sieht dies als Metapher und denkt, dass sie in der heutige Zeit neuinterpretiert werden soll (Diese Meinung kommt übrigens von der DITIB). So wie ich das damals mitbekommen habe, hat die DITIB zwar einige Regelungen ausgesprochen, diese werden von den Menschen jedoch nicht beherzigt. Sie gehen da lieber Ihren eigenen Traditionen nach und nennen dies dann Islamische Kultur.
              Bsp: Frauenunterdrückung. Traditionalisten würden sagen, dass man Frauen ruhig schlagen darf und auch Ehrenmorde wären ok. Es gibt jedoch auch sehr fromme Strömungen, die die Rechte der Frauen über den Rechten der Männer sehen. So müssten Frauen nicht den Hauhalt „schmeißen“, ja sie müssen nicht einmal die Kinder erziehen. Wenn sie es wollen, dann können Sie es machen. Ansonsten hat der Mann dafür zu sorgen, dass neben Geld auch jemand engagiert wird, der/die sich um Kinder und Haushalt kümmert. Die Frau ist von allen Pflichten diesen Themen bezüglich befreit. Wenn Sie arbeiten geht, darf Sie Ihr Geld für sich behalten, wohingegen der Mann mit seinem verdienten Geld die Frau mitversorgen muss. Unglücklicherweise sind diese Strömungen sehr strikt, was die Kleidung angeht.
              Fairerweise muss Ich sagen, dass Ich nicht weiß, was die DITIB hierzu sagt.

              • municipal sagt:

                @ Mehmet

                Was die DITIB dazu sagt ?

                Bei der DITIB wird schon im Kindesalter versucht eine „trennende Prägung“ zu vermitteln.

                Hier ein Auszug aus der Kinder,Jugend- und Frauenarbeit:

                GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ARBEIT

                Für Mädchen und Jungen bieten wir getrennte Treffmöglichkeiten an, um gezielt ihren geschlechtsspezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden.
                Unser Grundverständnis in der geschlechtsspezifischen Mädchen- und Jungenarbeit ist „die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern“ (§ 9 Abs.3).
                Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, verpflichten sich die pädagogischen Fachkräfte, die Ungleichheiten und Diskriminierungen innerhalb der Jugendarbeit zu erkennen und gezielt aktiv darauf einzugehen.
                Unser Leitprinzip ist grundsätzlich die „Gleichstellung zwischen Mädchen und Jungen“ zu fördern.

                MÄDCHEN UND JUNGENARBEIT

                Zur Identitätsbildung brauchen sowohl Mädchen als auch Jungen eigene Räumlichkeiten und eigene Zeit, in der sie ungestört unter sich bleiben können.
                Das Arbeiten mit gleichgeschlechtlichen Gruppen ermöglicht, sich mit ihrem eigenen Geschlecht auszutauschen, um Ansätze im Rahmen der Persönlichkeitsstärkung zu ermöglichen.
                Mädchen und Jungen in unserer Einrichtung haben besondere Tage bzw. Zeiten, an denen nur ein bestimmtes Geschlecht die Räumlichkeiten nutzen kann z.B. einmal in der Woche setzen sich Mädchen zu einem Frühstückstreff zusammen und Jungen haben einen Tag an dem nur männliche Jugendliche Fußball auf Leinwand sehen und sich über männerspezifische Themen unterhalten etc.
                Quelle
                http://www.ditib.de/default1.php?id=6&sid=11&lang=de

                GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ARBEIT

                Das Arbeiten mit gleichgeschlechtlichen Gruppen ermöglicht, sich mit ihrem eigenen Geschlecht auszutauschen….

                ….an denen nur ein bestimmtes Geschlecht die Räumlichkeiten nutzen kann z.B. einmal in der Woche setzen sich Mädchen zu einem Frühstückstreff zusammen und Jungen haben einen Tag an dem nur männliche Jugendliche Fußball auf Leinwand sehen und sich über männerspezifische Themen unterhalten ….

                Bei der DITIB (Milli Görüs ist da noch extremer) wird Geschlechtertrennung zementiert.

                • Mehmet sagt:

                  Wir saßen damals zusammen in der Moschee. Und das jeden Samstag und jeden Sonntag. Ich weiß nicht, woher Sie das rauslesen. Tut mir leid.

                  • municipal sagt:

                    @ Mehmet

                    WOHER ich das rauslese ? Aus dem vorhandenen Text der DITIB, zu finden unter dem angegebenen Link. Da Sie des Lesens mächtig sind, müßten Sie dies ebenfalls erkennen.

                    GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ARBEIT

                    Das Arbeiten mit gleichgeschlechtlichen Gruppen ermöglicht, sich mit ihrem eigenen Geschlecht auszutauschen….

                    ….an denen nur ein bestimmtes Geschlecht die Räumlichkeiten nutzen kann z.B. einmal in der Woche setzen sich Mädchen zu einem Frühstückstreff zusammen und Jungen haben einen Tag an dem nur männliche Jugendliche Fußball auf Leinwand sehen und sich über männerspezifische Themen unterhalten …

                    • Mehmet sagt:

                      Municipal,

                      so langsam zweifle Ich aber an Ihrer objektiven Sicht. Wenn man zb in den Ferien jeden Tag gemischte Klassen hat und dann einmal in der Woche beschließt, getrennten Frühstück zu organisieren, dann schließen Sie daraus, dass Geschlechtertrennung aufgezwungen wird??

                      http://www.luther-zuerich.ch/taxonomy/term/20 –> FRAUENVERBAND

                      Gab es je einen Punkt, den Sie am Islam gut fanden?

              • Markus Hill sagt:

                Vielen Dank. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Leute das alles so differenziert sehen wie Sie. Für mich ist das ein gemässigter, eigentlich schon mehr westlich orientierter Islam. Damit hat man meiner Ansicht nach keine Probleme. NUR: Es gibt da einige Fraktionen, die in Deutschland halt Stress verursachen und man ist es leid, sich mit diesen Leuten in Diskussionen zu verschleissen. Dann sind die, die dann natürlich auch negativ in der Presser erscheinen. Ein gutes Motto für alle: „Erst GG, dann Religion – aus die Maus!“.:-)

                • municipal sagt:

                  @ Markus Hill

                  Könnten Sie mir bitte sagen .in welcher Gruppe Sie diese „Mehrheit der Leute“ sehen?
                  Und was bedeutet der Begriff „gemäßigt“? Nur ein bisschen „Unterschied zwischen Mann und Frau“ , nur ein bisschen „leichtes schlagen von ungehorsamen Frauen“ ? Ja. Gab es als Buch noch letztes Jahr. Von der DIYANET. Auch angeboten von DITIB in ihren Moscheen. Erst nach Protesten (offiziell) aus dem Verkauf genommen.

                  • Mehmet sagt:

                    Bei dem Schlagen gebe Ich ihnen recht. Deswegen muss man aber nicht gleich den ganzen Verein kritisieren und könnte diesen einen Kritikpunkt ansprechen.

                  • Markus Hill sagt:

                    Als gemässigt bezeichne ich die, die ich persönlich kenne und bei denen ich den Eindruck gewonnen, dass sie keineswegs die Form von Islam leben, die immer so negativ in der Presse dargestellt wird. Ich leugne nicht, dass es diese „Problemvariante“ von Islam gibt. Sollte diese Form hier wirklich verstärkt Fuss fassen, gefährlich werden etc., claro, dann mit aller Konsequenz und Härte (Vorrang Grundgesetz, natürlich unter Wahrung des Rechtswegs – Rechtsstaatpostulat, Gefahrenabwehr etc): „Hiermit erklären wir Ihnen, dass Ihr Verbleiben auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland unerwünscht ist und gegen die Interssen dieses Staates verstösst. Zur Gefahrenabwehr fordern wir Sie auf, umgehend die Bundesrepublik Deutschland zu verlassen“. (Ich hoffe, die Aussage war klar genug.:-)
                    ABER: Die islamische Gemeinde ist in „1000de“ von Gruppen zersplittert. Ich weiss nicht, ob Sie zum Beispiel mit Aleviten einmal zu tun hatten. Das hat mit den negativen Zeitungsschilderungen nichts zu tun. Wo ich Ihnen zustimme ist, dass das, was die DITIB als fremde staatliche Organisation in Deutschland macht, schon etwas „grenzwertig“ (im Sinne von konfliktschaffend) erscheint. Was ich von türkischen Freunden erzählt bekommen habe, hat mich nicht begeistert. Es klang nicht integrationsfördernd. (Bin mir darüber aber noch nicht so klar).

                    • Mehmet sagt:

                      Bei den Aleviten habe Ich auch schon persönliche negative Erfahrungen gemacht. Was die Kleidung angeht, sind Sie offener. Jedoch sieht is in den Köpfen genau umgekehrt aus. Hier will Ich aber nicht alle Aleviten in eine Schublade stecken, da sich diese untereinander nichtmal richtig einig über gemeinsame Nenner sind.

                • Mehmet sagt:

                  Da sind wir uns einer Meinung. Da sollte man aber dann nicht generalisieren. In den Medien und die Kommentare von einigen Personen neigen jedoch stark dazu.