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Migration und Integration in Deutschland

Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

Nach islamfeindlichem Kommentar

Nicolaus Fest verlässt Bild am Sonntag

Nicolaus Fests islamfeindlicher Kommentar in der Bild am Sonntag scheint ein Nachspiel zu haben. Wie der Axel Springer Verlag mitteilte, verlässt Fest das Haus und wird in Zukunft als freier Journalist arbeiten.

Der stellvertretende Chefredakteur von Bild am Sonntag, Nicolaus Fest, verlässt das Verlagshaus Axel Springer. Fest wolle in Zukunft als freier Journalist arbeiten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Der 52-Jährige war im Juli wegen eines islamkritischen Kommentars in der Bild am Sonntag in die Schlagzeilen geraten.

Wegen pauschalisierender Aussagen über das Verhalten von Muslimen wurde das Blatt später vom Presserat gerügt. Auch der Bild-Chefredakteur und Herausgeber von Bild am Sonntag, Kai Diekmann, kritisierte den Kommentar damals öffentlich und erklärte, für herabwürdigende Äußerungen über den Islam sei bei Springer kein Platz.

Die BamS-Chefredakteurin Marion Horn dankte Fest für seine journalistische Arbeit und „den leidenschaftlichen Einsatz in der Phase der Neugestaltung von Bild am Sonntag“. Fest war seit 2013 stellvertretender Chefredakteur. Zuvor war er unter anderem Leiter des Kulturressorts der Bild.

Das Blatt wird künftig von Horn und deren Stellvertreter Tom Drechsler allein geführt. Neben einer Verschlankung der Chefredaktion gehöre der Ausbau der Ressortleiter-Ebene zur redaktionellen Umstrukturierung, teilte der Verlag mit. (epd/mig)

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3 Kommentare
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  1. Mika sagt:

    Als freier Journalist macht er doch da weiter, wo er aufgehört hat….nur diesmal in Form von „Gastbeiträgen“!

  2. aloo masala sagt:

    @Mika

    Das Problem ist nicht Nikolaus Fest, das Problem ist die BILD. Der umstrittene Artikel von Fest reiht sich nahtlos in eine Serie von Hetzartikeln gegen Minderheiten der BILD ein, die teilweise auch nicht von Nikolaus Fest stammen. Am deutlichsten sind vielleicht die Unterstützungskampagnen der BILD für „Klartext Thilo“ Sarrazin in Erinnerung.

    BILD nennt Sarrazins Formulierungen hart und unbequem. Dann legt BILD los: Wer derartiges in Deutschland sage, werde niedergemacht, ausgebuht, abgesägt!. Deswegen kämpfe BILD nun für die Meinungsfreiheit. Es dürfe auch bei solchen Sätzen keine Sprechverbote geben. Dass Migranten fickrig, faul und fromm seien, müsste diskutiert werden dürfen, erklärt BILD und hält der Parteipolitik von CDU bis Grünen ihre dummen Sätze vor, die wir nicht mehr hören können!

    Und Nikolaus Fest selbst äußerte sich schon 2008 ähnlich wie dieses Jahr, ohne dass dieses irgendwelche Konsequenzen hatte. Kein Wunder, dass Fest die Welt nicht ehr verstand, als er das machte, was er und die BILD schon immer machten und dafür aus den eigenen Reihen scharf kritisiert wurde.

    Vermutlich wurde Fest deswegen kritisiert, weil der gesamte Springer-Verlag eine Pro-Israel Kampagne und Anti-Antisemitismus Kampagne gestartet hatte. Dem Zentralrat der Juden kann es jedoch nicht Recht sein, wenn eine Kampagne gegen Menschenfeindlichkeit (Antisemitismus) mit Menschenfeindlichkeit (Muslimfeindlichkeit) geführt wird. Das war vermutlich der Grund, weshalb die führenden Köpfe sich erstmals von etwas distanzierten, was sie ansonsten in aller regelmäßig der Öffentlichkeit auftischen.

    Der Springer-Verlag hat dem Anliegen des ZdJ geschadet. Das Fest abdanken würde, war nur eine Frage der Zeit. Denn es gibt ein Sprichwort: Better a clever enemy than a stupid friend. Fest ist ein dummer Freund des ZdJ, der seinen Interessen mehr schadet, als ein schlauer Feind das hätte tun können. Durch Fest wurde die Aufmerksamkeit von Antisemitismus auf das eigentliche Problem in Deutschland gerichtet: Muslimfeindlichkeit. Das kann der Springer Verlag nicht gebrauchen und der ZdJ ebenfalls nicht, wenn gerade lautstarke und teilweise antisemitische Proteste gegen den Israel-Krieg auf den Straßen zu sehen sind.

  3. surviver sagt:

    Ist er selbst gegangen oder wurde er zum Rücktritt genötigt?



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