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Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Nominierungen für Januar 2011

Ihre Stimme für den Integrator / Integrationsverweigerer des Monats!

Die Nominierungen für Januar sind der Deutsche Kulturrat, Wolfgang Heubisch und ADS für den Integrator des Monats. Unter Bundesbeirat für Integration, FDP Hessen und Angela Merkel ermitteln wir den Integrationsverweigerer. Stimmen Sie ab!

VONMarcello Buzzanca

 Ihre Stimme für den Integrator / Integrationsverweigerer des Monats!
Marcello Buzzanca, geb. 1972 in Frankfurt/Main. Studium der Romanistik, Amerikanistik und Germanistik in Frankfurt und Málaga. U.a. tätig als Autor, Texter, Redakteur, Übersetzer, Blogger und Kolumnist bei MiGAZIN. 2001 Gewann er den Studentenwettbewerb des Bundesinnenministerium zum Thema: Angekom- men! Aufgenommen? mit dem Essay: „Periodischer Patriotismus: Beobach- tungen einer geteilten Seele“

DATUM24. Januar 2011

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RESSORTFeuilleton, MiGBLOG

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Liebe Migazin Leserinnen und Leser!

Endlich, es ist soweit! MIGAZIN präsentiert zum ersten Mal jeweils drei Kandidaten, die alle Migazin-Leser/innen zum Integrator bzw. zum Integrationsverweigerer des Monats küren können. Wieder einmal also setzen wir von MIGAZIN ganz auf Partizipation und auf den guten Geschmack unserer Leserschaft. Schließlich stoßen manche Nominierte einem übel auf, andere (und deren Statements) gehen runter wie Öl. Und wenn man sich vor Augen hält, was ein Barrel heute so kostet, sind Äußerungen und Beiträge, die Integration wirklich voranbringen, sehr wertvoll.

Insofern freuen wir uns euch heute die Nominees für den Monat Januar vorstellen zu dürfen. Die Sieger (denn auch Integrationsverweigerer haben ja nicht nur was zu verlieren, sondern können durch den Preis auch an Einsicht gewinnen) werden dann in der ersten Februarwoche ausgelobt und persönlich eingeladen, sowohl den Preis entgegen zu nehmen, wie auch ein Statement zum Sieg abzugeben.

Viel Spaß!

Integrator des Monats

Kandidat Nr. 1: Deutsche Kulturrat
Der deutsche Kulturrat als Spitzenverband der Bundeskulturverbände hat mit seinem neuesten Dossier „Islam, Kultur, Politik“ eine neue Seite zugunsten der Versachlichung der Islam-Debatte aufgeschlagen. Darin sind garantiert keine Karikaturen, vielmehr jedoch fundierte Beiträge zum Thema Islam, Islam in Deutschland, Muslime in Deutschland zu finden. Außerdem ermöglichte eine enge Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Muslime, dem DITIB, dem Islamrat und dem Verband der Islamischen Kulturzentren, dass dieses Dossier seinen Weg auch in die Moschen und muslimischen Kultureinrichtungen fand. Die Wege des Herrn sind unergründlich, sagt dazu die Bibel. Wir sagen: Ein Spitzen Verband.

Kandidat Nr. 2: Wolfgang Heubisch, Bayerns Wissenschaftsminister
Eigentlich ist Dr. Wolfgang Heubisch Zahnarzt. Aber keine Angst: Obwohl Bayer und Dental-Doktor muss jetzt nicht das große Zähneklappern beginnen. Im Gegenteil: Man kann gerne die Hände zusammenklatschen. Schließlich hat Heubisch ein uneingeschränktes Bleiberecht für Ausländer/innen gefordert, die in Deutschland einen Hochschulabschluss erworben haben und ihr Wissen nun gerne länger als nur ein Jahr der Wachstumsregion Bayern und dem Wissenschafts- und Innovationszentrum Deutschland zur Verfügung stellen möchten. Anders sei es kaum möglich, ausländischen Fachkräften Deutschland als weltoffenen und modernen Wirtschaftsstandort zu präsentieren. Wir sagen: Das setzt der Debatte um Fachkräftemangel und Brain-Waste die Krone auf!

Kandidat Nr. 3: Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat bewiesen, dass auch eine behördengleiche Einrichtung fähig ist Multitasking zu betreiben. Anders als mancher bei dem Kürzel vermutet hätte (ADS steht gemeinhin auch für Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom), passt die Truppe rund um Frau Christine Lüders sehr gut auf, wenn es darum geht, die Grundsätze des AGG – des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes – für alle durchzusetzen. So überreichte die zentrale Anlaufstelle für Diskriminierungsopfer im Dezember ihren ersten Bericht an den Deutschen Bundestag. Schwerpunkt war mehrdimensionale Diskriminierung, d.h. Bashing von allen Seiten. Speziell ging es darum herauszufinden, was es bedeutet, wenn Menschen nicht nur aufgrund ihrer Religion oder ihres Geschlechts, sondern wegen beider Merkmale benachteiligt werden. Wie können Betroffene sich dagegen wehren und welche Kombinationen sind am häufigsten anzutreffen? Wir sagen: Erfolg auf aller Linie!

Wer ist Ihr Integrator des Monats Januar 2011?
    Deutscher Kulturrat (44%)
    Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) (30%)
    Dr. Wolfgang Heubisch (26%)
     
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    Integrationsverweigerer des Monats

    Kandidat Nr. 1: Bundesbeirat für Integration
    Maria Böhmer hat sich wieder einmal selbst übertroffen und dabei – comme d’habitude – die eigentlichen Belange von Migrantinnen und Migranten in Deutschland ihrem auf Medientauglichkeit ausgerichteten Aktionismus geopfert. Der Bundesbeirat für Integration ist sozusagen der geknebelte Souffleur oder aber auch die seelenlose Handpsielpuppe einer Integrationsbeauftragten, die selbst nichts zu sagen hat, einfach weil sie keinerlei Entscheidungskompetenzen besitzt. Dabei darf der Beirat Frau Staatsministerin Böhmer nur beraten und als Organ nicht selbstständig Stellung zu Regierungsentscheidungen beziehen bzw. verlautbaren. Bedeutet. Beirat geht zu Böhmer und sagt: Die Integration der Migrantinnen und Migranten in Deutschland muss verbessert werden. Frau Böhmer nickt, tritt vor die Kamera und sagt: Wir setzen die erfolgreiche Integration der Migrantinnen und Migranten in Deutschland auch weiterhin so fort wie in den letzten Jahrzehnten. Klappe zu, Affe tot. Deshalb sagen wir: Integration heißt Einbeziehen und nicht Alibis für Partizipation erschaffen.

    Kandidat Nr. 2: FDP Hessen
    Aus den Tiefen des Frankfurter Ratskellers kam zum Jahresbeginn die freie Stimme der im Umfragetief eingegerkerten FDP. Kurz vor den Kommunalwahlen am 27. März traf sich die Partei in den Schluchten der Hochhäuser der Mainmetropole und hatten sogar eine mutige Stimme in den Chor der Integrationsskeptiker eingeladen: Gastrednerin Necla Kelek setze beim Neujahrempfang wieder einmal primär auf jenes, was ihr wirklich am Herzen liegt: Auf sich selbst als Person und als klarer Konterbass im harmonischen Kanon der Schmuse-Schnulzensänger im Integrationsensemble (hier allen voran Frankfurts Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg). Schließlich teilt sie mit der FDP Hessen einiges, vor allem die Einbildung, dass es reicht, provokante Parolen und Wortfetzen in den sonst eher von Tristesse geprägten Wahlkampf zu werfen, um damit ihre Wähler aus dem Winterschlaf zu locken. Dabei haben die ihren Bau längst verlassen auf der Suche nach einer neuen Heimat, die weniger Blau macht und nicht das Gelbe vom Ei verspricht, um es dann nicht halten zu können. Wir sagen: Fünf Prozent können zur unüberwindbaren Hürde werden, wenn man gerade zum Neujahrsauftakt und auf dem Weg zu den Wähler/innen mit Migrationshintergrund auf Polemik mit dem Namen Kelek setzt.

    Kandidat Nr. 3: Bundeskanzlerin Angela Merkel
    Es ist natürlich kein Zufall, dass Angela Merkel gerade bei einer Wahkrampfveran(und übrigens auch un-)staltung in Hamburg eine strengere Gangart in der Integrationspolitik forderte. Ort der Veranstaltung: eine Fischauktionshalle, weil die Geflossten bekanntlich zuerst vom Kopf zu stinken beginnen, was übrigens auch Parteivorsitzende wissen sollten. In der Hansestadt steht am 20. Februar eine Bürgerschaftswahl an und für die Christdemokraten sieht es nicht gut aus (26%). Insofern bedient sich Merkel – wie alle anderen Wahlkampfhelfer übrigens auch – der altgedienten Knüppel-aus- dem-Sack-Taktik, klotzt ein bisschen auf mundfaulen Ausländern und Hartz-IV-Schmarotzern rum und hofft damit, die Umfragewerte der CDU aus dem Keller zu holen. Wir sagen: Langweilige Wahlkampfrhetorik, die einem vor lauter Gähnen die Sprache verschlägt.

    Wer ist Ihr Integrationsverweigerer des Monats Januar 2011?
      Angela Merkel (47%)
      Bundesbeirat für Integration (27%)
      FDP Hessen (27%)
       
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      19 Kommentare
      Diskutieren Sie mit!»

      1. […] Posted on January 24, 2011 by Anika Schwalbe| Leave a comment Beim Online Magazin für Migration kann man heute über den Integrationsverweigerer des Monats abstimmen. Zur Auswahl stehen der […]

      2. Sonata sagt:

        Ist ihre Auswahl nicht sehr begrenzt? 3 Wahlmöglichkeiten, streng von ihnen vorgegeben. Sie setzen also überhaupt nicht auf den guten Geschmack ihrer Leserschaft, so wollen nur ihre Meinung von vorn herein präsentieren. Ziemlich durchschaubar.

        Ich würde gern den Zentralrat der Muslime als Integrationsverweigerer des Monats wählen. Nett wäre, wenn sie diesen hinzufügen würden.

      3. Kerem sagt:

        Coole Geschichte, diese Abstimmung!

        Darf ich für Februar etwas vorschlagen? Die Frau von Thilo Sarrazin, die sich als Opfer der Medien darstellt weil sie wegen ihren fachlichen Leistungen aus der Schule geflogen ist. Wenn sich doch jemand als Opfer darstellen kann, dann zuletzt die Sarrazins, die ja erst durch die mediale Aufmerksamkeit so viele Bücher verkaufen konnten und viel Geld verdient haben.

      4. Realist sagt:

        @Marcello Buzzanca
        Diese Abstimmung ist doch eine farce, oder? Haben sie in den letzten Monaten auch nur einmal die Diskussionen verfolgt? Sie versuchen hier ein total unglaubwürdiges „Voting“ abzuhalten, um ihre Propagandavereine (wie DITIB) durch vermeintliche Unterstützung zu profilieren.
        Warum kann ich nicht, der Angela Merkel als Integratorin eine Stimme geben?
        Ihr überlasst einem eigentlich nur noch das Ranking des Integrators bzw, Integrationsverweigerer.
        Aber so sehen ja auch die „freien“ Wahlen in den Herkunftsländern der meisten Migranten aus, merken also nichts.

      5. Kerem sagt:

        @ Realist

        Haha. Das ist die einzig richtige Vorgehensweise. Gefragt werden die Migazin Leser nach ihrer Meinung und nicht PI & Co., die sonst jede Umfrage kaputtmachen.

        Wenn Sie keinen Kandidaten gefunden haben, stimmen Sie doch einfach nicht ab! Vorschläge für die nächsten Nominierungen können Sie ja einbringen 🙂

      6. NDS sagt:

        @Realist
        Wenn Sie wählen gehen, müssen Sie sich auch für eine Partei auf einem Zettel entscheiden.
        Und etwas weniger Hochnäsigkeit bei der Beurteilung fremder Politiksysteme würde Ihnen gut tun. Als ob es die freien Wahlen in Deutschland schon seit Ewigkeiten gebe…

      7. Sonata sagt:

        @NDS
        Auf einem Wahlzettel findet man in einer Demokratie nicht nur eine Partei, jede Partei kann sich für eine solche Wahl aufstellen lassen. In nicht demokratischen Systemen schränkt man die Abstimmmöglichkeit stark ein. Die Abstimmung wird, wie hier zur Farce mit vorgegebene Ergebnis.

        @Kerem
        Hat was, wenn sie nicht nur die Kandidatenliste vorschreiben wollen, sondern auch noch die Art der Wähler. Genau so stellt man sich wohl einen „echten „Demokraten“ vor.

      8. Kerem sagt:

        @ Sonata

        Jetzt mal halblang. Regen Sie sich denn auch bei jeder Fernsehumfrage auf, wenn sie den Schmock des Tages, den Hammer der Woche oder den Tor des Monats mitwählen dürfen? Lassen Sie mich raten: dort schreiben Sie keine Leserbriefe. Stimmts? Womit hat das wohl zu tun? Ich rate mal: Mit dem Hintergrund der Macher hier? Eine ungewohnte Rolle, nicht wahr? Nicht Ihre Meinung wird abgebildet sondern andere. Hui, hui, hui…

      9. Sonata sagt:

        @Kerem

        Ist es wirklich so schlimm für sie, wenn auch andere Menschen ihre Meinung äußern? Haben sie ein Probleme mit der Meinungsfreiheit? Hui, hui, hui…

      10. Realist sagt:

        @Kerem
        Sorry, ich dachte halt das Migazin wollte wenigstens eine seriöse Informationsplattform simulieren, aber die Zeiten sind wohl jetzt auch vorbei.

        Meine Kandidaten für Integrationsverweigerer:
        1. Migazin
        2. Erdogan
        3. Naika Foroutan

        Meine Kandidaten für Integratoren:
        1. Thilo Sarrazin
        2. Horst Seehofer
        3. Geert Wilders

        Sorry, ist mindestens genauso doof!


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