Es ist ein Vertrag, der Deutschland verändert hat wie kaum ein anderer: Vor 65 Jahren wurde das deutsch-türkische Anwerbeabkommen geschlossen. Was daraus entstehen würde, ahnte anfangs keiner. Von Christoph Driessen
Vor 65 Jahren begann die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte. Die türkischen Gastarbeiter haben Deutschland bereichert, sagt der Kanzler. Doch die offene Gesellschaft könne auch überfordert werden. Bei der Feier zum Anwerbeabkommen treffen historische Anerkennung und gegenwärtige migrationspolitische Warnungen aufeinander. Von Corinna Buschow
Hessen hat ein kurdisches Paar abgeschoben und seine drei kleinen Kinder (5 Monate, 1,5 und 3 Jahre) in staatlicher Obhut zurückbehalten. Das Jugendamt spricht von Kindeswohlgefährdung. Mehr als zwei Monate später ist die Familie noch immer getrennt. Der Fall wirft Fragen zum Umgang mit schutzsuchenden Familien auf.
Sie arbeiteten unter Tage, in Fabriken und an Förderbändern und schufen Wohlstand mit. Anerkennung erhielten viele lange kaum. 65 Jahre nach dem Anwerbeabkommen erinnert Nordrhein-Westfalen an ihre Lebensleistung – und an fortbestehende Ausgrenzung.
GEAS steht wegen Haft, Grenzverfahren und Abschiebungen in der Kritik. Menschenrechtler werfeb der Bundesregierung vor, die EU-Regeln nicht nur umzusetzen, sondern sie zusätzlich zu verschärfen. Ein Rechtswissenschaftler hat einen Vorschlag, für ein anderes Flüchtlingssytem. Von Jens Bayer-Gimm
Nach dem frühen WM-Aus stellt sich das DFB-Team sportlicher Kritik, prangert aber Hasskommentare an. Besonders Jonathan Tah wurde im Netz angegriffen – oft mit Anspielungen auf seine Hautfarbe. Auch die Niederländer und die Fifa beklagen ähnliche Probleme. Das weckt Erinnerungen.
Millionen Menschen mit Türkei-Bezug zahlen Rundfunkbeitrag. Die Türkei-Spiele der WM laufen trotzdem exklusiv bei MagentaTV und nicht bei ARD und ZDF. Das ist bitter. Von Sedat Dursun
Wer immer nur fragt, ob jemand deutsch oder türkisch ist, verfehlt die Wirklichkeit. Herkunft und Prägung sind keine Gegensätze. Sie können gleichzeitig tragen, fordern und einen Menschen schärfen. Von Timur Kumlu
19 Tote vor Lampedusa, 19 Tote vor der türkischen Küste, zwei Tote am Ärmelkanal: Drei Katastrophen an nur einem Tag machen sichtbar, dass gefährliche Überfahrten nicht enden, sondern immer tödlicher werden. Bundestagsabgeordnete appellieren an die Bundesregierung.
Die WM 2026 wirft ihre Schatten voraus – und mit ihr wohl auch die nächste deutsche Gewissensprüfung für Türkeistämmige: Wem gehört euer Herz? Eine Frage, die mehr über Deutschland verrät als über „die Türken“. Von Birol Kocaman