Die Anschläge vom 11. September 2001 lösten Kriege, neue Sicherheitsgesetze und geopolitische Umbrüche aus. Ein Vierteljahrhundert, rund 940.000 Tote und acht Billionen Dollar später sind Al-Kaida-nahe Gruppen, der IS und die Taliban keineswegs aus der Welt verschwunden. Von Anne Pollmann
Die Erinnerung an 9/11 ist unvollständig, wenn sie bei Heldentum und Zusammenhalt endet. Auf die Anschläge folgten Kriege, Gewalt und Argwohn gegen Muslime – und ein Sicherheitsapparat, der heute auch Trumps Abschiebepolitik trägt. Von Konrad Ege
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlebten viele Muslime in Deutschland Misstrauen, Ausgrenzung und pauschale Verdächtigungen. Die Folgen reichten von Diskriminierung im Alltag bis zur staatlichen Rasterfahndung – und wirken gesellschaftlich bis heute nach. Von Karsten Packeiser
Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA haben Vorurteile gegenüber dem Islam in Deutschland verstärkt. Bis heute wirkt das Feindbild nach, das sich damals etablierte, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Carola Richter im Gespräch. Von Franziska Hein
Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Day. Am Morgen nach der Tat liegen Blumen an den Absperrgittern, später versammeln sich Hunderte am Brandenburger Tor. Trauernde setzen jetzt bewusst auf Zusammenhalt und ein entschiedenes „Jetzt erst recht“. Von Andreas Rabenstein und Monika Wendel
Der Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker hält „Islamismus“ und „politischen Islam“ für unpräzise Schlagwörter. Sie dienten oft dazu, Muslime pauschal zu verdächtigen, statt konkrete Strömungen und Gefahren sauber zu unterscheiden. Von Claudia Mende
In San Diego haben zwei Jugendliche ein islamisches Zentrum mit Moschee und Schule angegriffen, drei Männer starben. Die Polizei behandelt die Tat vorerst als Hassverbrechen und prüft, welches Motiv hinter der Gewalt stand. Die Tat erinnert an den islamfeindlichen Anschlag in Christchurch. Von Jan Christoph Freybott und Andrej Sokolow
Es klingt wie eine bizarre Mischung aus Dating-Chat und Terrorfantasie: Ein 28-jähriger Syrer erklärt vor Gericht, seine Radikalisierung habe weniger mit Politik zu tun gehabt – sondern mit einer Ehekrise und Frauen im Internet, die auf „IS-Kämpfer“ standen. Er habe nur imponieren wollen.
Das blutige Massaker der Hamas ist zwei Jahre her. Am militärischen Gegenschlag Israels gibt es Kritik. Doch viele Deutsche machten zum Jahrestag deutlich: Antisemitismus ist keine Option.
Drei Glockenschläge für die Opfer: Solingen gedenkt ein Jahr nach dem Messerangriff auf das Stadtfest der Opfer. In politischen Reden bei der Gedenkfeier geht es auch um die Zukunft der offenen Gesellschaft.