Viele ausreisepflichtige Ausländer verlassen Deutschland „freiwillig“ - eine Förderung des Bundes erhält nur gut jeder Zweite. Abschiebungen sind vergleichsweise teuer: 33 Ausreisepflichtige, 75 Polizisten, 518.000 Euro. Außerdem scheitern sie oft – etwa, weil der Pilot Bedenken hat.
9.276 Menschen reisten binnen sechs Monaten mit staatlicher Förderung „freiwillig“ aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein deutlicher Anstieg – und setzt einen Kontrapunkt zur stark auf Abschiebungen fokussierten Rückkehrdebatte.
Seit 2023 sind nur 222 nach Deutschland geflohene Menschen mit staatlicher Unterstützung nach Afghanistan zurückgekehrt. Die Linke kritisiert, solche Ausreisen erfolgten oft unter großem Druck und böten kaum Sicherheit.
„Freiwillige Rückkehr“ klingt nach eigener Entscheidung. In Sachsen-Anhalt wirkt es eher wie eine Drohung: bleiben darf, wer ökonomisch passt; für andere scheint die Zeit in Deutschland angezählt. In der Debatte im Magdeburger Landtag entfacht die AfD einen „Feuerwerk an Fremdenfeindlichkeit“.
Wer hat die 80-Prozent-Marke genannt? Berlin und Damaskus schieben sich die Zahl gegenseitig zu. Nun will die Bundesregierung den Streit beenden. Das Problem: Zahlen, Lage vor Ort und ökonomische Realität passen kaum zusammen.
2025 haben deutlich mehr Geflüchtete finanzielle Hilfe zur Rückkehr in ihr Herkunftsland genutzt als im Jahr davor. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entfiel fast die Hälfte der Fälle auf die Türkei und Syrien. Von Christina Neuhaus und Gabriele Fritz
Syrern ist eine Rückkehr in die Heimat zuzumuten, entschied das Verwaltungsgericht Köln. Der Richter prognostiziert dem Land steigende Löhne und sinkende Lebensmittelpreise. Es drohe auch keine Verfolgung mehr.
Seit Ende Juni 2024 erhalten Asylbewerber in Bayern weniger Bargeld. Wie das Innenministerium mitteilt, gebe es seitdem mehr freiwillige Ausreisen. Statistisch belegt sind die Angaben jedoch nicht.
Der Bund gibt Syrern, die nach dem Machtwechsel in ihrer Heimat dorthin zurückkehren wollen, finanzielle Anreize. Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt Syrer angeschrieben und bietet ihnen Geld an.
Vor einer frewilligen Rückkehr in die Heimat können Migranten aus 45 Ländern Unterstützung für ihre Reintegration beantragen. Diese Hilfe wird einer Studie zufolge meist positiv bewertet. Doch große Schwierigkeiten bleiben. Jeder Zweite will wieder auswandern.