Ende September lebten 200.601 Menschen mit einer Duldung in Deutschland. Nach drei Jahren des Rückgangs steigt ihre Zahl wieder. Zugleich ist das von der Koalition vereinbarte neue Bleiberecht für bestimmte Beschäftigte noch nicht umgesetzt. Die Grünen fordern schnelles Handeln.
Abgelaufene Aufenthaltspapiere können Arbeitsplätze kosten – selbst wenn Unternehmen ihre Beschäftigten behalten wollen. Eine bundesweite Untersuchung zeigt, wie bürokratische Verzögerungen Integration behindern. Baden-Württemberg will mit längeren Laufzeiten gegensteuern – und Behörden entlasten.
Köln soll Abschiebungen von rund 500 Menschen verhindert haben. Der Vorwurf sorgt bundesweit für Empörung. Doch ein Blick ins Gesetz und auf die Fakten zeigt: Aus einem normalen Verwaltungsvorgang wurde eine weit größere - medial aufgebauschte - Geschichte. Von Birol Kocaman
Sie lernt Deutsch, arbeitet, zahlt Steuern und steht auf eigenen Beinen. Trotzdem lebt sie in Berlin mit Duldung statt Sicherheit. Ihr Fall zeigt, wie wenig Integrationsleistung in Deutschland zählt – und wozu das System nicht in der Lage ist. Von Hareem Aqdas
Lange Bearbeitungszeiten an den Ausländerbehörden zu Ausbildungsduldungen führen oft zu Unsicherheiten bei Betrieben und Geflüchteten. Netzwerke und Handwerkskammer fordern Veränderung. Ein Bürgermeister fordert Veto-Recht für Kommunen.
Seit mehr als zwei Jahren gibt es für in Deutschland geduldete Ausländer die Chance, ein dauerhaftes Bleiberecht zu erwerben. Ende dieses Jahres läuft das entsprechende Gesetz aus. Was kommt danach?
Das Chancen-Aufenthaltsrecht ist kein Jahr alt und wurde bereits mehr als 37.000 ausgegeben. Das von Union und AfD stark kritisierte Aufenthaltstitel ermöglicht langjährig Geduldeten eine Bleibeperspektive in Deutschland.
Geduldete müssen künftig mit einer überraschenden Abschiebung ohne jede Vorankündigung rechnen – unabhängig davon, wie lange sie schon in Deutschland leben. Das geht aus Papieren aus dem Bundesinnenministerium hervor. Die Linke übt scharfe Kritik.
Die Statistik zeigt: Fehlende Dokumente sind der Hauptgrund, warum Abschiebungen oft nicht vollzogen werden. Selten sind die Betroffenen selbst schuld. Bundesregierung will Abschieberegeln verschärfen.