Im deutschen Fluchtdiskurs steht Deutschland oft als Retter da: mal rettet es Geflüchtete, mal sich selbst vor ihnen. Diese Rollenverteilung stabilisiert Bilder, die Menschen auf Not oder Gefahr reduzieren. Geht das auch anders? Von Tobias Gehring
Nach dem Sturz des Assad-Regimes wird wieder über Rückkehr nach Syrien gesprochen. Doch die Debatte zeigt etwas Grundsätzlicheres: Sie offenbart, wie schnell Zugehörigkeit an Nützlichkeit geknüpft wird. Von Mira E. Hazzaa
Wieder fallen Bomben „in der Region“ – und im Netz. Aus Regierungen werden „die Juden“ oder „die Muslime“. Ein Appell für weniger Pauschalurteile, mehr Verantwortung im Ton. Von Anissa Kirch
Die „Zeit“ veröffentlicht eine Anleitung zur sozialen Treibjagd und verkauft das als Akt der Zivilcourage. Auslöser ist ein Stück Stoff – und Jochen Bittner wittert den Untergang der Zivilisation. Brandgefährlich in Zeiten steigender antimuslimischer Übergriffe. Von Nicole Quint
Skandale, Tabubrüche, immer neue Aufreger: Wer den öffentlichen Raum mit Dauerlärm überflutet, nimmt uns Orientierung – und verschiebt nebenbei die Grenzen des Sag- und Machbaren. Was hilft dagegen? Von Joachim Glaubitz
Ein Plakat-Slogan des Nürnberger SPD-OB-Kandidaten Nasser Ahmed sollte ein Zeichen gegen Rassismus setzen – doch in den sozialen Medien kippt die Debatte. Zwischen Zuspruch und scharfer Kritik entzündet sich Streit darüber, wem die Provokation nutzt und wen sie verletzt.
Salzgitter lässt prüfen, ob Asylbewerber zu Arbeit verpflichtet werden können. Flüchtlingsrat und DGB lehnen den Vorstoß klar ab, im Landtag herrscht Uneinigkeit – auch innerhalb der Koalition. Kontrovers wird der Stundenlohn von 80 Cent diskutiert.
Die Sendung „Klar“ verletzt laut NDR keine Regeln, enttäuscht aber inhaltlich und qualitativ. Die Absetzung der Moderatorin Ruhs hat eine Debatte um vermeintlich mangelnde Meinungsvielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgelöst. Dabei wird Meinung vielfältiger – in der Gesellschaft und in den Redaktionen: Rechtspopulismus bleibt nicht mehr unwidersprochen. Von Birol Kocaman
Ein 31-jähriger abgelehnter Asylbewerbers aus dem Irak soll ein 16-jähriges Mädchen vorsätzlich vor einen fahrenden Zug gestoßen haben. Diese Meldung hat empört und eine weitere Debatte über Flüchtlings- und Sicherheitspolitik entfacht. Strafrechtlerin Beck warnt vor einem verengten Blick. Von Martina Schwager
Prügeleien und sexuelle Gewalt statt Badespaß? Seit einigen Jahren gibt es die Behauptung, Migranten würden deutsche Bäder unsicher machen. Experten zeichnen ein komplexeres Bild. Von Alina Schmidt