Das Sozialgericht Karlsruhe stoppt die Kürzung von Asylbewerberleistungen nach einer vermeintlichen Verweigerung eines 80-Cent-Jobs. Begründung: „evident verfassungswidrig“. Der Blick fällt auch auf eine Behörde, die kein gutes Bild abgibt.
Befürchtungen bestätigt: Der Zugang zu den Kursen wird eingeschränkt. Grund: zu viele Teilnehmer, zu viele Kosten. Beobachter sehen Annahme widerlegt, Einwanderer seien integrationsunwillig. Arbeitsmarktforscher rechnet mit langfristig höheren Kosten für den Staat. Integrationsbeauftragte Pawlik hat ebenfalls Einwände.
Die AfD hat lange die Nähe zu Donald Trump gesucht – und bekommt nun die Kehrseite zu spüren: Je rücksichtsloser die US-Regierung „America First“ durchsetzt, desto öfter gerät die Partei in Erklärungsnot. Von Jörg Ratzsch, Christoph Meyer, Michael Evers, Robert Messer und Doris Heimann
Über den tödlichen Angriff im Regionalexpress wurde bundesweit berichtet – über den Menschen dahinter deutlich weniger. Erst die Familie liefert öffentlich, was in vielen frühen Meldungen fehlte: Biografie, Abschied in der Moschee, Namen – und ein klares Statement. Von Birol Kocaman
Viele Jahre konnten Menschen, die Diskriminierung erlebt haben, sich an eine landeseigene Beratung wenden. Das Angebot fällt nun weg, weil es kein Geld mehr gibt. Die Landesregierung begegnet der Kritik.
Tragödie vor Chios: Nach einer Kollision mit der griechischen Küstenwache bergen Retter Tote und schwer verletzte Geflüchtete – darunter mehrere Kinder. Was über die Ursachen bislang bekannt ist – und was nicht. Klar ist: Mit der griechischen Küstenwache ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. EU-Abgeordnete fordern unabhängige Untersuchung.
Als Deutschland zur Jahrtausendwende noch über Verschärfungen in der Ausländerpolitik diskutierte, überraschte Rita Süssmuth die Republik mit einer banalen Feststellung: „Deutschland ist ein Einwanderungsland“ – und Integration die Zukunft. Jetzt ist sie gestorben, eine der größten Vordenkerinnen deutscher Migrationspolitik.
Visa gegen Wohlverhalten: EU-Kommissar Magnus Brunner will Drittstaaten mit Sanktionen abstrafen, wenn sie Menschen nicht konsequent von der Flucht nach Europa abhalten. Was als „Migrationsdiplomatie“ verkauft wird, wirkt wie politische Erpressung. Von Niklas Treppner
Der Bundesgerichtshof stärkt den Diskriminierungsschutz auf dem Wohnungsmarkt: Die Ablehnung von Bewerbern aufgrund eines ausländisch klingenden Namens ist Immobilienmaklern verboten. Einer Betroffenen steht demnach eine Entschädigung zu. Von Frank Leth und Christina Neuhaus
Eine Kita-Studie stellt Lücken in der Personaldecke fest: Kinder mit körperlicher oder geistiger Behinderung stehen Integrationshelfer zur Seite, Sprachförderung in Deutsch gibt es in den Kindertagesstätten dagegen selten. Von Katrin Nordwald