
Kommunalwahl Niedersachsen
AfD verdreifacht Ergebnis – CDU rettet Platz eins
Die CDU verteidigt bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen Platz eins, doch der eigentliche Gewinner sind wieder die Rechtsextremen: Die AfD verdreifacht ih Stimmenanteil. Besonders deutlich zeigt sich der Rechtsruck in Salzgitter.
Montag, 14.09.2026, 13:15 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 14.09.2026, 13:15 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Die CDU ist erneut stärkste Kraft bei Kommunalwahlen in Niedersachsen auf Kreisebene geworden. Die Partei erreichte laut vorläufigem Ergebnis 27,2 Prozent, dahinter liegt die SPD mit 24,6, die AfD mit 15,9, die Grünen mit 14,1, die Linke mit 6,0 und die FDP mit 3,7 Prozent, wie aus dem Wahlportal des Landes hervorgeht.
Bei den vergangenen Kreiswahlen im Jahr 2021 war die CDU mit 31,7 Prozent stärkste Kraft geworden, vor der SPD mit 30,0 Prozent. Die Grünen hatten damals 15,9 Prozent erreicht, die FDP 6,5 Prozent, die AfD 4,6 Prozent und die Linke 2,8 Prozent. Damit verloren CDU und SPD an Unterstützung. Die AfD indes legte besonders stark zu und erzielte ihr bislang bestes Kommunalwahlergebnis in Niedersachsen.
Stärkste Kraft im Rat: Salzgitter wird AfD-Hochburg
Besonders viele Wählerinnen und Wähler fand die vom Landesamt für Verfassungsschutz als „gesichert Rechtsextrem“ eingestufte AfD in Salzgitter: Mit knappem Vorsprung ist die AfD dort stärkste Kraft im Stadtrat geworden. Auch bei der Oberbürgermeisterwahl in der Stadt mit gut 100.000 Einwohnern ist die Partei weiter im Rennen.
Salzgitter hat einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte, soziale Problemlagen und eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote. Zuletzt sorgte die Stadt bundesweit für Aufmerksamkeit, als der Stadtrat im Dezember 2025 mehrheitlich beschloss, eine Arbeitspflicht für Asylbewerber prüfen zu lassen. Salzgitter ist ein Zusammenschluss mehrerer Orte und hat für eine Großstadt eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte.
Deutlich höhere Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung in Niedersachsen lag bei 64,6 Prozent und stieg damit deutlich. Fünf Jahre zuvor hatten 57,0 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Rund 6,3 Millionen Menschen konnten diesmal an den Wahlen teilnehmen.
Die landesweiten Prozentwerte bilden die Stimmen für die Kreistage, die Räte der kreisfreien Städte und die Regionsversammlung der Region Hannover ab. Sie gelten auch als wichtiger Stimmungstest für die Parteien vor den Landtagswahlen im nächsten Jahr und als Gradmesser für die Stimmung in einem westdeutschen Flächenland.
Fast 30.000 Mandate wurden vergeben
Besondere bundespolitische Bedeutung erhielt das Abschneiden der AfD durch die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine Woche zuvor. Dort war die Partei mit knapp 44 Prozent mit großem Abstand stärkste Kraft geworden und hatte ihr Ergebnis gegenüber 2021 mehr als verdoppelt. Die CDU verlor dort mehr als die Hälfte ihrer bisherigen Wähler und stürzte auf rund 17 Prozent ab. AfD-Chefin Alice Weidel bringt immer wieder Neuwahlen ins Spiel.
Die Wählerinnen und Wähler in Niedersachsen entschieden über 29.501 Mandate in 2.182 kommunalen Vertretungen sowie bei 395 Direktwahlen über Bürgermeister, Oberbürgermeister, Landräte und den Regionspräsidenten.
Bereits am kommenden Sonntag folgen die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zum Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Auch dort steht das Kräfteverhältnis zwischen AfD, CDU und SPD im Fokus. In Niedersachsen wird im kommenden Jahr ein neuer Landtag gewählt. Aktuell Politik
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