
Asylstatistik
Zahl neuer Schutzsuchender bricht um die Hälfte ein
Die Zahl erstmals eingereister Schutzsuchender ist 2025 um 46,4 Prozent gesunken. Besonders stark fiel der Rückgang bei Menschen aus Syrien aus, während auch aus der Ukraine deutlich weniger Schutzsuchende registriert wurden.
Von Susanne Rochholz Dienstag, 12.05.2026, 14:45 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 12.05.2026, 14:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Die Zahl der offiziell registrierten Schutzsuchenden in Deutschland ist im Laufe des vergangenen Jahres leicht zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, hielten sich zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 3,2 Millionen Menschen in Deutschland auf, die als schutzsuchend im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst waren. Das seien 2,1 Prozent oder 68.000 Menschen weniger als ein Jahr zuvor.
Eine große Mehrheit von ihnen (2,7 Millionen oder 83 Prozent) hatte den Angaben zufolge einen anerkannten Schutzstatus. Für 2,4 Millionen Menschen sei dieser Schutzstatus befristet gewesen. Das entsprach einem Anteil von 83,4 Prozent aller Schutzsuchenden. Lediglich 321.000 Personen (11,9 Prozent) verfügten über einen unbefristeten Schutzstatus. Als schutzsuchend gelten Ausländerinnen und Ausländer, die sich unter Berufung auf völkerrechtliche, humanitäre oder politische Gründe in Deutschland aufhalten.
Wichtigste Herkunftsländer Ukraine, Syrien und Afghanistan
Das häufigste Herkunftsland war 2025 die Ukraine, woher knapp 1,2 Millionen Personen kamen, gefolgt von Syrien (669.000) und Afghanistan (321.000). Zusammen stellten diese drei Staatsangehörigkeiten zwei Drittel (66,5 Prozent) aller Schutzsuchenden, wie es weiter hieß.
Den höchsten Bevölkerungsanteil stellten als schutzsuchend Erfasste in Bremen (6,6 Prozent), im Saarland (5,3 Prozent) und in Berlin (5,2 Prozent). Am geringsten war ihr Bevölkerungsanteil in Brandenburg und Bayern (jeweils 3,0 Prozent) sowie Mecklenburg-Vorpommern (3,3 Prozent).
Deutlicher Rückgang bei Ersteinreisen
Wesentlich deutlicher als die Gesamtzahl Schutzsuchender sank den Statistikern zufolge die Zahl der erstmals Eingereisten: Sie ging 2025 um 46,4 Prozent oder 134.000 Personen zurück. Ende 2024 waren es demnach noch 289.000 erstmalig Schutzsuchende gewesen.
Prozentual besonders stark fiel der Rückgang in dieser Gruppe bei Syrerinnen und Syrern aus: Aus dem ehemaligen Bürgerkriegsland kamen fast Dreiviertel weniger Menschen nach Deutschland, die hier einen Schutzstatus anstrebten (minus 73,8 Prozent). In absoluten Zahlen sank die Zahl der Schutzsuchenden aus Syrien 2025 um 36.000 auf rund 13.000.
Änderung bei schutzsuchenden Ukrainern
Aber auch für die größte Gruppe unter den erstmals eingereisten Schutzsuchenden, die Ukrainerinnen und Ukrainer, sei ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen: Ihre Zahl sank um 45.000 auf 93.000, eine Abnahme um knapp ein Drittel (minus 32,5 Prozent).
Erstmals in den Jahren seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 seien unter den Ersteingereisten aus der Ukraine mehr Jungen und Männer (51.000) als Mädchen und Frauen (43.000), hieß es. „Dies dürfte mit dem Ende August 2025 in der Ukraine aufgehobenen allgemeinen Ausreiseverbot für ukrainische Männer zwischen 18 und 22 Jahren zusammenhängen“, erläuterten die Statistiker.
Bei 361.000 Schutzsuchenden (2024: 427.000) war Ende 2025 über ihr Schutzgesuch noch nicht rechtskräftig entschieden worden. 178.000 Schutzsuchende waren etwa nach einer Ablehnung im Asylverfahren mit abgelehntem Schutzstatus registriert und damit ausreisepflichtig (2024: 171 000). Mehr als Dreiviertel davon (140.000 oder 78,8 Prozent) waren allerdings geduldet – etwas mehr als die 136.000 Geduldeten zum Jahresende 2024. (epd/mig) Aktuell Panorama
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