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Mittelmeer, Rettung von Geflüchteten aus Seenot © Twitter/SOS Méditerranée

Mittelmeer

„Geo Barents“ rettet mehr als 100 weitere Flüchtlinge

Die Einsätze ziviler Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer halten an: Am Mittwoch nahm die „Geo Barents“ mehr als 100 in Seenot geratene Flüchtlinge auf. Auch die „Sea-Watch 3“ und die „Ocean Viking“ harren weiter mit Hunderten Menschen an Bord aus.

Mittwoch, 27.07.2022, 17:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 28.07.2022, 8:07 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Crew der „Geo Barents“ hat am Mittwoch mehr als hundert weitere Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer gerettet. Bei einem Einsatz am Mittwochmorgen wurden zunächst 38 Schutzsuchende an Bord des von „Ärzte ohne Grenzen“ betriebenen Schiffes geholt, wie die Organisation mitteilte. Am Nachmittag folgte demnach eine zweite Rettungsaktion, bei der 100 Menschen aus einem in Seenot geratenen Holzboot aufgenommen wurden. Insgesamt seien damit nach acht Rettungen innerhalb von 48 Stunden 364 Überlebende auf dem Schiff. Auch die zivilen Rettungsschiffe „Sea-Watch 3“ und „Ocean Viking“ hatten in den vergangenen Tagen innerhalb kurzer Zeit Hunderte Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer gerettet.

Nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ wurden bei den Einsätzen am Mittwoch auch mehr als 50 Minderjährige gerettet. Die Crew auf der „Geo Barents“ halte sich weiter bereit, um den Tod von Menschen auf See zu verhindern, teilte die Hilfsorganisation auf Twitter mit.

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Minderjähriger aus medizinischen Gründen evakuiert

Das Mittelmeer ist eine der wichtigsten und zugleich gefährlichsten Fluchtrouten nach Europa. Immer wieder wagen Menschen auf der Suche nach Schutz die riskante Überfahrt. Häufig brechen sie aus dem nordafrikanischen Libyen aus, wo ihnen in Haftlagern Folter und andere Menschenrechtsverletzungen drohen. Trotz der Gefahren gibt es keine staatlich organisierte Seenotrettung mehr auf dem Mittelmeer. Lediglich die Schiffe ziviler Organisationen halten Ausschau nach in Not geratenen Flüchtlingen und Migranten.

Außer der „Geo Barents“ sind zurzeit noch die „Sea-Watch 3“ und die „Ocean Viking“ auf dem Mittelmeer unterwegs. Beide Schiffe haben ebenfalls jeweils Hunderte Flüchtlinge und Migranten an Bord. Die von der gleichnamigen Organisation betriebene „Sea-Watch 3“ forderte am Mittwochnachmittag abermals einen Hafen für die mehr als 430 Überlebenden an Bord. Vor allem die knapp 130 Minderjährigen benötigten dringend Hilfe. Die meisten von ihnen seien ohne Begleitung unterwegs, hieß es. Einer der Minderjährigen sei am Mittwoch aus medizinischen Gründen evakuiert worden.

Tagelanges Ausharren die Regel

Die von dem internationalen Verbund „SOS Méditerranée“ unterhaltene „Ocean Viking“ hat nach mehreren Rettungen 387 Flüchtlinge an Bord, darunter mehr als hundert Minderjährige. Die Menschen waren bei fünf Einsätzen seit Sonntag gerettet worden.

Immer wieder braucht es mehrere Tage, bis die privaten Rettungsschiffe die Erlaubnis zur Anlandung in einem italienischen Hafen erhalten. Malta lässt seit Monaten keine Seenotretter einlaufen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mindestens 1.037 Flüchtlinge und Migranten bei der Fahrt über das Mittelmeer gestorben oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Für das vergangene Jahr zählte die Organisation 2.048 Tote und Vermisste. (epd/mig)

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