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Rettungseinsatz im Mittelmeer © Twitter/@MSF_Sea

Minderjährige und Kleinkinder

„Geo Barents“ rettet 157 Flüchtlinge im Mittelmeer

Mit Hunderten Flüchtlingen und Migranten an Bord sind derzeit die Schiffe privater Seenotretter im Mittelmeer unterwegs. Auch weil es keine staatlich organisierte Seenotrettung gibt, zählt das Mittelmeer zu den tödlichsten Fluchtrouten weltweit.

Dienstag, 26.07.2022, 16:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 26.07.2022, 15:06 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Hunderte Flüchtlinge und Migranten sind in den vergangenen Tagen von privaten Seenotrettern im Mittelmeer gerettet worden. Die Crew der von „Ärzte ohne Grenzen“ betriebenen „Geo Barents“ holte seit Montagabend 157 Schutzsuchende an Bord, wie die Hilfsorganisation am Dienstag mitteilte. Damit seien nun 209 Überlebende auf dem Schiff. Auch die „Ocean Viking“ und die „Sea-Watch 3“ harrten am Dienstagnachmittag mit jeweils Hunderten Geretteten auf dem Mittelmeer aus. Mehr als Tausend Menschen sind seit Beginn des Jahres bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, gestorben oder werden vermisst.

An Bord der „Geo Barents“ sind laut Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ auch mehrere unbegleitete Minderjährige und Kleinkinder. Bereits am Montag hatte die Besatzung des Schiffes demnach 52 Frauen, Männer und Kinder an Bord genommen.

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Keine staatliche Seenotrettung

Auf der Suche nach Schutz in Europa wagen Flüchtlinge und Migranten immer wieder die riskante Fahrt über das Mittelmeer. Häufig stechen sie in Libyen in See, wo ihnen Folter und andere Menschenrechtsverletzungen drohen. Es gibt auf dem Mittelmeer keine staatlich organisierte Seenotrettungsmission, lediglich die Schiffe privater Organisation halten Ausschau nach Schutzsuchenden.

Außer der „Geo Barents“ sind derzeit die zivilen Rettungsschiffe „Sea-Watch 3“ und „Ocean Viking“ auf dem Mittelmeer unterwegs. Die „Sea-Watch 3“ hatte am Wochenende 444 Menschen vor der libyschen Küste gerettet. Nachdem mehrere Menschen aus gesundheitlichen Gründen evakuiert wurden, warten nun 439 Überlebende auf die Zuweisung eines Hafens. Die von dem internationalen Verbund „SOS Méditerranée“ unterhaltene „Ocean Viking“ hat nach mehreren Rettungen ebenfalls 387 Flüchtlinge an Bord, darunter mehr als Hundert Minderjährige.

Tagelanges Ausharren an Bord

Immer wieder braucht es mehrere Tage, bis die privaten Rettungsschiffe die Erlaubnis zur Anlandung in einem italienischen Hafen erhalten. Malta lässt seit Monaten keine Seenotretter einlaufen.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Seit Beginn des Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.037 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Seit dem Jahr 2014 gelten demnach 24.371 Flüchtlinge und Migranten, die das Mittelmeer überqueren wollten, als vermisst. (epd/mig)

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