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Markt in Nigeria (Archiv) © WFP/Arete/Adetona Omokanye

Hilfsorganisation

Menschen in humanitärer Not erreicht schockierende Rekordzahl

Das „International Rescue Committees“ spricht von einer schockierenden Rekordzahl von Menschen, die weltweit in humanitärer Not sind. Die größten Krisen sind derzeit in Afghanistan, Äthiopien und Jemen. Berlin kündigt Aufnahme von 500 Afghanen an.

Mittwoch, 15.12.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 14.12.2021, 17:01 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Afghanistan belegt den ersten Platz auf der Liste der 20 weltweit größten humanitären Krisen des „International Rescue Committees“ (IRC). Im kommenden Jahr könnte das Land von nahezu flächendeckender Armut betroffen sein, erklärte die internationale Hilfsorganisation am Mittwoch in Berlin anlässlich der Veröffentlichung der „Emergency Watchlist 2022“. Vielen Afghanen gehe das Geld aus, während die Preise für Lebensmittel oder Medikamente stiegen. Der Direktor der Organisation, David Miliband, sprach von einer schockierenden Rekordzahl von Menschen, die weltweit in humanitärer Not seien.

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Derweil verkündete Berlin ein eigenes Landesaufnahmeprogramm. In den nächsten fünf Jahren sollen in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 500 afghanische Staatsangehörige aufgenommen werden, teilte der Berliner Senat am Dienstag mit. Aufgenommen würden besonders schutzbedürftig eingestufte Geflüchtete.

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Äthiopien, Jemen, Nigeria

Auf dem zweiten Platz der jährlich veröffentlichten IRC-Liste steht in diesem Jahr Äthiopien, gefolgt vom Jemen, Nigeria und dem Südsudan. Auch Myanmar, Syrien und Haiti zählen laut IRC zu den Ländern mit den schlimmsten humanitären Krisen weltweit. Insgesamt leben demnach knapp 90 Prozent der auf humanitäre Hilfe angewiesenen Menschen in den 20 Ländern auf der Liste. Laut UN brauchen im Jahr 2022 insgesamt274 Millionen Menschen Hilfe (2021: 235 Millionen Menschen). Das Ausmaß der weltweiten humanitären Not belege das „Versagen eines internationalen Systems, das eigentlich Frieden, Wohlstand und Rechtsstaatlichkeit gewährleisten soll“, sagte Miliband.

Der Anstieg der humanitären Notlagen ist laut der Organisation auch auf Kriege und Konflikte zurückzuführen. So seien im vergangenen Jahr 21 Friedensabkommen geschlossen worden. Das sei die niedrigste Zahl seit Ende des Kalten Krieges und zeige den fehlenden Willen zur Schaffung von Frieden. Gleichzeitig sei ein Aufflammen von Konflikten mit zunehmender Beteiligung von Drittparteien zu verzeichnen. Friedensprozesse würden blockiert und der Zugang zu humanitärer Hilfe und zu Finanzmitteln eingeschränkt.

Beschämende Zahlen

Unter anderem im Jemen litten die Menschen unter dem Bürgerkrieg. Das Wirtschaftssystem des Landes sei zerstört und das öffentliche Gesundheitssystem stehe kurz vor dem Zusammenbruch. In Äthiopien befänden sich Hunderttausende Menschen wegen der Klimakrise, Wetterschocks und den anhaltenden Kämpfen im Land am Rand einer Hungersnot. „Die Zahlen sind besonders beschämend, gab es doch nie zuvor mehr globale Ressourcen für die Ernährung und Unterstützung der Menschen“, sagte Miliband. „Dauerkrisen sind der neue Normalzustand.“

Die jährlich erscheinende „Emergency Watchlist“ beruht auf insgesamt 66 Indikatoren. Zudem bezieht das „International Rescue Committee“ Berichte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Freiwilligen bei der Erstellung mit ein. (epd/mig)

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