Rassismus, Video, Beleidigung, Fremdenfeindlichkeit, Balogun Adegbayi, Berlin
Szene zeigt Rassismus auf offener Straße © Balogun Adegbayi/Twitter

Bespuckt, bedroht, beleidigt

Handy-Video zeigt Rassismus auf offener Straße

„Verpiss dich du Affe“ - eine Frau bespuckt, bedroht und beleidigt einen Schwarzen Mann mit Kind auf offener Straße. Das Video dazu geht im Netz viral. Das Landeskriminalamt hat die Tatverdächtige ermittelt: eine polizeibekannte 38-Jährige.

Dienstag, 30.11.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 30.11.2021, 11:35 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Ein Handy-Video empört und entsetzt seit Tagen die Gemüter in den sozialen Medien. Aufgenommen wurde es am vergangenen Freitag vor dem Gebäude der Volkshochschule in Berlin Lichtenhagen. Zu sehen ist eine Frau, die auf offener Straße Balogun Adegbayi rassistisch beleidigt, bedroht und ihn bespuckt. Adegbayi ist an diesem Nachmittag mit seinem Kind unterwegs und filmt das Verhalten der Frau.

„Mach dich in deine Heimat wo du hergekommen bist mit deinem Kind“, faucht die Frau Adegbyi an und fährt fort: „Verschwinde hier du Kanake, du Affe! Du dreckiger Affe. Verpiss dich hier in deine Heimat.“ Mehrmals bespuckt die Frau Adegbayi dabei und droht ihm, das Handy „in die Fresse“ zu schlagen.

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Balogun Adegbayi stellt das Video ins Netz. „Das habe ich heute erlebt #Berlin #Lichtenberg #Germany“ schreibt er dazu im Kurznachrichtendienst Twitter, markiert den Account der Berliner Polizei und fragt: „wäre ein Anzeige hier möglich oder bringt nix“.

Welle der Solidarität

Binnen Stunden zieht das Video weite Kreise, wird hundertfach kommentiert und löst eine Welle der Solidarität mit dem Betroffenen aus bei Gleichzeitiger Verurteilung von Rassismus. Adegbayi wird ermuntert, Strafanzeige zu stellen. So auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. „Oh Mann, ich schäme mich sehr für diese widerliche, hasserfüllte Person. Sei versichert und zeige ihr mit Deiner Anzeige, dass Du zu uns gehörst, dass sie kein Recht hat, so mit Dir zu reden dass Du die Mehrheit der Menschen in Deutschland an Deiner Seite hast.“, schreibt sie auf Twitter.

Fünf Stunden später reagiert die Berliner Polizei auf das Video. „Zurzeit verbreitet sich ein Video in den Sozialen Medien, das eine Frau zeigt, die in Berlin eine Person massiv fremdenfeindlich beleidigt. Wir haben das Video kurz nach der Veröffentlichung unserem #Staatsschutz beim #LKA übermittelt“, schreiben die Ordnungshüter auf Twitter und lösen wiederum eine Debatte aus.

Polizei meldet Ermittlungserfolg

Eine Twitter-Nutzerin namens „Quattromilf“ schreibt, dass es falsch ist, davon auszugehen, dass „der Betroffene ‚fremd‘ ist, weil er Schwarz ist“. Das sei ebenfalls rassistisch. Es sei angebracht, Rassismus als solchen zu benennen. Ein anderer Twitter-Nutzer sieht das ähnlich. „Menschen die hier aufgewachsen sind und hier Leben sind keine Fremden! Viele der Opfer haben die deutsche Staatsbürgerschaft!“, schreibt er.

Am Montag teilt die Berliner Polizei mit, dass das Landeskriminalamt die Tatverdächtige ermittelt hat. Es handele sich um eine 38-Jährige, die bei der Polizei wegen ähnlicher Delikte bereits bekannt sei. „Sie hat sich nun wegen ihres Verhaltens zu verantworten.“, so die Polizei auf Twitter. (mig)

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  1. urbuerger sagt:

    Oh Weh, was gibt es doch für widerliche Menschen in unserem Land!
    Diese Frau muss schon seit ihrer Kindheit so dermaßen schlecht sozialisiert worden sein, denn so etwas kann nicht einfach erwachsen sein!
    Auch dürfte es sich nicht um reine Rechtsradikalität handeln, denn diese Spuckerei lässt auf tiefer sitzende Vorgänge schließen!

    Als ich mit meinen beiden Brüdern in den 60iger Jahren erzogen und aufgewachsen bin, sind gerade die ersten „Gastarbeiter“ aus der Türkei nach Deutschland gekommen!
    Da wir auch türkische Kinder in der Schule hatten, haben sich unsere Eltern und drei geschnappt und uns erklärt, was es damit auf sich hat, dass da nun Menschen in unserer Schule sind die ein kleinwenig anders aussehen und die eine andere Kultur pflegen als wir selbst, ich wurden wir von unseren Eltern darauf hingewiesen, dass diese Leute einen anderen Glauben haben als wir und den auch wahrscheinlich strenger ausleben als wir unser Christentum!
    Lange Rede, kurzer Sinn, so wie meine Eltern und sozialisiert hatten, machten wir das auch später mit unseren Kindern!
    Zu dem Zeitpunkt gab es dann schon so ziemlich aus jeder Ecke dieser Welt, Menschen die hier lebten und meine Familie hat das Beste gegeben, ein anständiges Zusammenleben mit diesen Menschen, egal wo her sie oder ihre Eltern ehemals kamen zu erreichen!

    Solche Menschen, die sich wie diese Frau verhalten, werden sicher etwas anderes als Kind zu hören bekommen haben als wir damals oder meine Kinder!

    Aber diese Art sich anderen Menschen gegenüber zu verhalten, muss mit aller Härte bestraft werden, schon allein um aufzuzeigen, dass diese Art des Verhaltens von der Gesellschaft nicht toleriert wird!!!