Frau, Allein, Denken, Gedanken, Sexismus
Eine Frau (Symbolfoto) © Michael Coghlan @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Klimagipfel

Appelle zur Stärkung von Frauenrechten

Die Mehrheit der armen Menschen auf der Welt sind Frauen. Dem Klimawandel sind sie besonders schutzlos ausgeliefert. Beim Glasgower Gipfel fordern Redner deshalb, Frauen besser in klimapolitische Entscheidungen einzubinden.

Mittwoch, 10.11.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 09.11.2021, 17:14 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Der Weltklimagipfel in Glasgow hat am Dienstag ein Licht auf die besonderen Nöte von Frauen in der Klimakrise geworfen. Frauen seien überproportional von den Folgen der Erderwärmung betroffen, erklärte der britische Konferenzpräsident Alok Sharma und betonte: „Gleichberechtigung darf kein Opfer des Klimawandels sein.“ Bei dem Gipfel ringen Delegierte aus aller Welt noch bis Ende der Woche um Fortschritte bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

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Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, betonte, dass die Berücksichtigung von Frauenrechten und die Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungen entscheidend im Kampf gegen die Erderwärmung seien. „Wenn Frauen erfolgreich sind, ist die Welt erfolgreich“, unterstrich die demokratische Politikerin.

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Frauen von Erderwärmung betroffen

Laut den UN sind Frauen besonders von den Folgen der Erderwärmung betroffen, weil sie die Mehrheit der armen Menschen auf der Welt stellen. Sie sind dadurch stärker von der Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen bedroht und haben weniger Mittel, um sich gegen die Folgen von Dürren, Fluten und Stürmen zu wappnen.

Sharma verwies auf eine Studie der Malala-Stiftung, wonach allein in diesem Jahr vier Millionen Mädchen in armen Ländern ihre Ausbildung wegen Klimawandel-Folgen nicht werden abschließen können. Dieses Beispiel zeige, dass Frauen dringend mehr Unterstützung benötigten. Er kündigte Hilfsgelder der britischen Regierung von 165 Millionen Pfund (193 Millionen Euro) zur Unterstützung von Frauen in der Klimakrise an.

Klimawandel bringt Hunger und Gewalt

Fatou Jeng von der Organisation Clean Earth Gambia erklärte, der Klimawandel erhöhe das Risiko für Frauen, Opfer von Hunger und Gewalt zu werden. Gleichzeitig spielten sie eine zentrale Rolle bei der Nahrungsmittelproduktion und als Versorgerinnen. Der Aspekt der Gleichberechtigung müsse bei der finanziellen Unterstützung von Klimaprojekten besonders berücksichtigt werden.

Am zehnten Tag des Gipfels legten die Organisation Germanwatch und das NewClimate-Institut ihren jährlichen Klimaschutz-Index vor. Demnach sind Dänemark, Schweden und Norwegen Vorreiter im Kampf gegen die Erderwärmung. Sie belegen in dem Ranking die Plätze vier bis sechs. Die drei ersten Ränge bleiben wie in den Vorjahren symbolisch unbesetzt, weil den Autoren zufolge noch kein Land ausreichend Engagement zeigt, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen.

Deutschland auf Platz 13

Deutschland belegt im Klimaschutz-Index den 13. Rang und ist damit so gut platziert wie seit Jahren nicht. Die um sechs Ränge verbesserte Platzierung sei vor allem auf recht gute Trends bei den Emissionen vor der Corona-Pandemie und die im vergangenen Sommer beschlossene Anhebung der CO2-Ziele zurückzuführen, hieß es. Problematisch hingegen sei unter anderem das hohe Emissionsniveau pro Einwohner und der zuletzt massiv stockende Ausbau der erneuerbaren Energien. Das deutsche Ziel, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 zu drosseln, drohe „krachend verfehlt“ zu werden.

China, der größte Treibhausgas-Produzent weltweit, rutscht vier Plätze auf Rang 37 ab. Besonders problematisch sind den Angaben zufolge die hohen Emissionen und die bisher sehr schlechte Energieeffizienz. Beim zweitgrößten Emittenten USA macht sich laut dem Index das erste Jahr unter Präsident Joe Biden positiv bemerkbar. Im Vorjahr Schlusslicht, klettere das Land nun in der Gesamtwertung um sechs Plätze auf Rang 55. Es werde sich in den kommenden Jahren zeigen müssen, ob Bidens Politik auch tatsächlich Früchte trage, sagte Niklas Höhne vom NewClimate Institute. (epd/mig)

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