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Kinder im Kindergarten (Symbolfoto) © Suzi Walker @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Statistikamt

Reiche Kinder erhalten dreimal mehr Geld als arme

Kindern aus reichen Elternhäusern steht dreimal so viel Geld zur Verfügung als Kindern in armen Elternhäusern. Das geht aus Zahlen des Statistikamtes hervor. Kinder mit Migrationshintergrund sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen.

Mittwoch, 30.06.2021, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 29.06.2021, 14:27 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Reiche Eltern geben einem Bericht zufolge für ihre Kinder drei Mal so viel Geld aus wie arme. Von zehn gleich großen Gruppen der Eltern in Deutschland wendeten die einkommensschwächsten zehn Prozent 424 Euro für ein Einzelkind auf, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ laut Vorabmeldung berichtete. Die einkommensstärksten zehn Prozent gaben für ihr Einzelkind mit 1.212 Euro hingegen das 2,9-Fache aus. Das Blatt berief sich auf eine Studie des Statistischen Bundesamts mit dem Titel „Konsumausgaben von Familien für Kinder“.

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Besonders krass sind die Differenzen laut Bericht in der Gesundheitspflege: Hierfür erhielten arme Kinder elf Euro, reiche hingegen mehr als das Zehnfache (113 Euro). Für Bücher bekämen Kinder einkommensstarker Haushalte die dreifache Summe (27 versus neun Euro), ebenso für das Bildungswesen generell (83 versus 28 Euro). Für Kleidung und Schuhe geben die Eltern reicher Kinder den Angaben zufolge 87 Euro im Monat aus, arme lediglich 36. Für Reisen nenne die Tabelle bei den ärmeren erst gar keinen Betrag – die Fallzahlen seien hierfür zu klein, arme Kinder verreisten kaum.

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Im Durchschnitt geben Paare 763 Euro jeden Monat für ein Einzelkind aus, wie es weiter hieß. Zwei Kinder kosteten 1.276 Euro, drei Kinder 1.770 Euro. Mit steigender Kinderzahl erhöhten sich die Kosten auch relativ: Ein Einzelkind verbrauche 21 Prozent aller Konsumausgaben des Paares. Zwei Kinder machen den Angaben nach schon exakt ein Drittel des Geldes aus, für drei Kinder muss ein Paar im Durchschnitt 41 Prozent seiner Gesamtausgaben abzwacken.

Migranten überdurchschnittlich oft arm

Experten haben bereits mehrfach nachgewiesen, dass Kinder mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich oft von Armut bedroht sind als Kinder in Haushalten ohne Migrationserfahrung. Die Situation verschärft sich in Haushalten, in denen ausschließlich Ausländer leben. Die Gründe sind vielfältig: höhere Arbeitslosigkeit aufgrund diverser Hürden auf dem Arbeitsmarkt oder Beschäftigung in prekären Arbeitsverhältnissen mit vergleichsweise geringerer Entlohnung.

Die Erhebung des Bundesamts basiert laut FAZ auf der größten Einkommensbefragung innerhalb Deutschlands, der sogenannten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Diese finde alle fünf Jahre statt. An der aktuellen Erhebung im Jahr 2018 hätten etwa 60.000 Haushalte teilgenommen. (epd/mig)

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  1. urbuerger sagt:

    Bei diesem Artikel Frage ich mich, was die Redaktion damit bezwecken will?
    Um was soll es hier gehen, wollen sie implizieren, dass gefälligst alle Menschen das gleiche Einkommen erzielen müssen, damit sich alle das gleiche Leisten können?

    Natürlich gibt es große Einkommensunterschiede, auch wenn man Migranten und Asylsuchende herausnimmt, denn es gibt selbst unter den Deutschen, ohne Migrationshintergrund genug Menschen, etwa 10 Millionen, die trotz Arbeit noch Hartz IV beantragen müssen, keinen Jahresurlaub machen können und auch keine horrenden Gelder für Kleidung, Smartphone oder Tablet ausgeben können!

    Bei aller Liebe zu einer gerechten Migration mit einer guten Integration für Jedermann, darf es nicht sein, dass hier Sachverhalte gefordert werden, die nicht erreichbar sind!

    Ich selbst habe in zwei Ehen 9 Kinder durch die Schule gebracht, 4 Kinder waren die Eigenen, 5 waren von meiner yzweiten Ehefrau mit in die Ehe gebracht!
    15 Jahre mit einem durchschnittlichen Einkommen, danach, mit einer Ehefrau, die nicht geneigt war, arbeiten zu gehen, sogar als Erwerbsminderungsrentner habe ich es geschafft, die Kinder so durch die Schule zu bringen, dass 6 von ihnen studiert haben zwei eine Meisterprüfung im Handwerk absolviert haben und die letzte, die Nachzüglerin, wird dieses Jahr ihren Abschluss machen!

    Man muss nicht immer darauf pochen, dass man alles hat, was andere Aufgaben, man muss nur den Fleiß aufbringen, dass zu erreichen was man will und das gilt auch für Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund!

    Ich habe einige Freunde aus der Türkei, aus Marokko, aus Somalia und auch aus Afghanistan, die alle bereits seit einiger Zeit hier sind und alle haben es größtenteils geschafft, durch eine gute Ausbildung, mit der Unterstützung ihre Eltern, hier eine gute Arbeitsstelle zu finden!
    Natürlich gibt es auch andere Geschichten, aber die Geschichten meiner Freunde ist der meinen Recht ähnlich!
    Sie haben hart gearbeitet, waren sparsam und Taten viel für ihre Kinder, auch ohne sich hinzusetzen und darauf zu warten, das der Staat ihnen die gebratenen Tauben in den Mund steckt!

    Wer sich aus seinem Land aufmacht, hier in Deutschland ein besseres Leben zu erreichen, der muss sich halt damit abfinden, dementsprechend hart an sich und seinen Wünschen zu arbeiten, denn weder den Deutschen, noch sonst welchen Landsleuten fliegen hier die gebratenen Tauben in den Rachen und das weiß jeder, der sich auf den Weg in die EU macht!!!