
Umfrage
Mehrheit will Sozialhilfe für Migranten an Arbeitsjahre knüpfen
Wenn es um Sozialleistungen für Zugewanderte geht, ist die Mehrheit für strengere Regeln. Bei mehr Arbeit oder Kürzungen im eigenen Sicherungssystem endet die Reformbereitschaft deutlich schneller. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.
Montag, 27.04.2026, 13:12 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 27.04.2026, 13:12 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Laut einer Umfrage im Auftrag des WDR finden es 66 Prozent richtig, wenn Migranten künftig nur noch dann Sozialleistungen in Deutschland bekommen, wenn sie hier längere Zeit gearbeitet haben. Jeder Vierte (26 Prozent) fände das falsch, wie der WDR am Montag mitteilte. In der repräsentativen Erhebung befragte das Institut infratest dimap im April bundesweit 2.084 Menschen aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren.
Im Januar hatte die Kommission zur Sozialstaatsreform der Bundesregierung unter anderem empfohlen, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, den Zugang von EU-Ausländern zu Sozialleistungen in Deutschland künftig an eine umfassendere Beschäftigung zu knüpfen. Mehrheitliche Zustimmung erfährt dieser Vorschlag unter Sympathisanten der AfD (91 Prozent), der Union (79 Prozent) sowie der SPD (63 Prozent). Mehrheitlich dagegen sind Menschen, die sich am ehesten der Linken (55 Prozent) beziehungsweise den Grünen (64 Prozent) nahe fühlen.
Mehrheit gegen mehr Arbeit
Forderungen, die Deutschen müssten mehr arbeiten, um den Wohlstand im Land zu sichern, werden den Angaben nach von 63 Prozent abgelehnt. Jeder Dritte (32 Prozent) stimmt der Aussage hingegen zu. Insgesamt könnte knapp jeder Zweite (47 Prozent) persönliche Einschnitte nachvollziehen, um die Sozialsysteme für die Zukunft zu sichern. Ebenso viele könnten das nicht nachvollziehen, hieß es.
Bei einer Reform der Sozialsysteme unterstützen die Befragten am ehesten Einschnitte in die Arbeitslosenversicherung: Jeder Dritte (33 Prozent) fände Einschnitte an dieser Stelle in der aktuellen Situation richtig. 18 Prozent befürworten Einschnitte in die Krankenversicherung, 16 Prozent in die Rentenversicherung und 13 Prozent in die Pflegeversicherung. Gut die Hälfte (52 Prozent) lehnt Einschnitte in die Sozialsysteme generell ab. (epd/mig)
Gesellschaft LeitartikelInfo: Befragte konnten zu folgenden Aussagen angeben, ob sie diesen eher zustimmen oder eher nicht zustimmen:
- Ich kann nachvollziehen, wenn auch ich persönlich Einschnitte hinnehmen muss, damit wir die Sozialsysteme für die Zukunft sichern können.
- Wir müssen endlich wieder mehr arbeiten, um unseren Wohlstand in Deutschland zu sichern.
- Migranten sollten nur noch dann Sozialleistungen in Deutschland bekommen, wenn sie hier längere Zeit gearbeitet haben.
- Angesichts steigender Kosten wird aktuell über eine Reform der Sozialsysteme in Deutschland, d.h. von Arbeitslosenversicherung, gesetzlicher Rentenversicherung, Pflege- und Krankenversicherung, nachgedacht. Wenn Sie an die einzelnen Bereiche denken: Halten Sie Einschnitte in der Arbeitslosenversicherung / Rentenversicherung / Krankenversicherung / Pflegeversicherung für eher richtig oder eher falsch?
- Wenn Sie an eine Reform der Sozialsysteme in Deutschland denken und sich entscheiden müssten: Wären Ihnen eher höhere Beiträge oder eher Leistungskürzungen lieber?
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