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Papst Leo XIV. © Andreas Solaro/AFP

Papst Leo XIV.

Geflüchtete „nicht schlechter als Haustiere“ behandeln

Papst Leo XIV. fordert mehr Einsatz gegen Fluchtursachen in Afrika. Wer über Migration spricht, müsse auch über Ausbeutung, Gerechtigkeit und die Verantwortung reicher Staaten und Konzerne reden.

Montag, 27.04.2026, 12:41 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 27.04.2026, 12:41 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Angesichts der anhaltenden Fluchtbewegung aus Afrika nach Europa hat Papst Leo XIV. mehr internationale Anstrengungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen verlangt. „Wir müssen auf globaler Ebene zusammenarbeiten, um Justiz, Gerechtigkeit und Entwicklung voranzubringen, damit die Leute nicht in Richtung von Ländern wie Spanien emigrieren müssen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche zum Ende seiner Afrika-Reise auf dem Rückflug nach Rom. Dazu müssten auch „große, reiche, multinationale Konzerne“ einen Beitrag leisten.

Heute werde Afrika von vielen noch immer als ein Kontinent betrachtet, dem man zur eigenen Bereicherung seine Bodenschätze und Reichtümer abnehmen könne, kritisierte Leo. Im Juni wird Spanien Ziel seiner nächsten Auslandsreise sein. Der erste Pontifex aus den USA will dann auch die Kanarischen Inseln besuchen. Die Inseln liegen vor Westafrika und sind seit Jahren ein zentraler Ankunftsort für Schutzsuchende auf der gefährlichen Atlantikroute.

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Menschenrechtsorganisationen zufolge sind Armut, bewaffnete Konflikte, politische Instabilität, Klimafolgen, fehlende wirtschaftliche Perspektiven und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen die größten Fluchtursachen. Viele afrikanische Länder sind reich an Ressourcen, profitieren aber oft nur begrenzt von deren Wertschöpfung.

Leo: Migranten verdienen Respekt

Zum Schicksal von Geflüchteten aus afrikanischen Staaten sagte der Papst: „Das sind Menschen. Und wir müssen sie wie menschliche Wesen behandeln, auf menschliche Weise – und nicht schlechter als Haustiere, andere Tiere et cetera.“ Jeder Staat habe das Recht, an seinen Grenzen Regeln aufzustellen. „Ich sage nicht, dass alle kommen dürfen, ohne Ordnung. Manchmal sorgt das dort, wo sie ankommen, für ungerechtere Zustände als dort, wo sie abgefahren sind. Aber wenn Leute ankommen, verdienen sie Respekt wie jedes menschliche Wesen.“

Leo äußerte sich vor mitreisenden Journalisten auf dem Heimflug aus Äquatorialguinea, der letzten Station seiner Afrika-Reise. Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken hatte bei seiner bislang längsten Auslandsreise in den vergangenen anderthalb Wochen Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besucht. (dpa/mig) Aktuell Panorama

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