Nicht sicher
Wohlfahrtsverband fordert Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan
Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert den Stop von Abschiebungen nach Afghanistan. Das Land sei nicht sicher. Über Abschiebungen dürfe nicht die politische Stimmung in Deutschland, sondern die Sicherheitlage in Afghanistan entscheiden.
Dienstag, 24.01.2017, 4:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 31.07.2017, 17:00 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat Bund und Länder aufgefordert, Flüchtlinge in der gegenwärtigen Situation nicht nach Afghanistan abzuschieben. Afghanistan sei nach wie vor kein sicheres Land, vielmehr habe sich die Sicherheitslage dort nachweislich in den letzten Monaten drastisch verschlechtert, erklärte der Verband am Montag in Berlin. Die für diese Woche geplanten Abschiebungen seien daher „inhuman und grob fahrlässig“.
„Es ist nicht nachvollziehbar, warum gerade jetzt verstärkt nach Afghanistan abgeschoben werden soll“, sagte Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes. Der Verband verwies auf den Lagebericht des UNHCR von Dezember. Darin werde hervorgehoben, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan seit April 2016 deutlich verschlechtert hat. Allein im ersten Halbjahr 2016 wurden demnach 1.601 zivile Tote und 3.565 verletze Zivilpersonen dokumentiert. Die Zahl der durch bewaffnete Konflikte innerhalb Afghanistans Vertriebenen stieg um 530.000 Personen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk weise ausdrücklich darauf hin, dass es nicht möglich sei, bestimmte Regionen in Afghanistan als sichere und zumutbare Fluchtalternativen anzusehen.
„Nicht die politische Stimmung in Deutschland, sondern allein die Sicherheitslage in Afghanistan darf darüber entscheiden, ob Abschiebungen nach Afghanistan möglich sind oder nicht“, unterstrich Rosenbrock. Er forderte, angesichts einer Anerkennungsquote von 56 Prozent bei afghanischen Flüchtlingen den Asylsuchenden „sofort Zugang zu den Integrationskursen und anderen Integrationsangeboten zu gewähren“. (epd/mig)
Wir informieren täglich über das Wichtigste zu Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Unterstüzte diese Arbeit und verpasse nichts mehr: Werde jetzt Mitglied.
MiGGLIED WERDEN- Verwaltungsgericht Wiesbaden Baby soll ausreisen, Eltern dürfen bleiben: Richter…
- Nordrhein-Westfalen Vom Nazi-Tattoo zum Kopftuchverbot: Neue…
- Kopftuchverbot „Gott glaubt an den Menschen“ – doch wer glaubt den Mädchen?
- Halle-Gedenken Warum AfD-Politiker Tillschneider nicht in die…
- Gesetzentwurf zur Schöffenwahl Ein seit 20 Jahren ungelöstes Problem: Neonazis auf…
- Landesweite Proteste Kopftuchverbot in Österreich: Mädchen verweigern Gehorsam

