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Theater

Colored women in a white world

Annabel Guérédrat eröffnete am Ballhaus Naunynstraße 2013 das Festival Black Lux – ein Heimatfest aus Schwarzen Perspektiven. Mit "Colored Woman in a White World" spielt ein beeindruckendes Projekt dieser Reihe.

Von Montag, 01.12.2014, 8:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 08.08.2016, 10:55 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

„Colored women in a white world“ heißt die aktuelle Performance von Annabel Guérédrat. Die Choreografin aus Martinique wird mit Pina Bausch und Valeska Gert verglichen. Sie eröffnete 2013 das Festival Black Lux – ein Heimatfest aus Schwarzen Perspektiven mit ihrem Trio „Women Part II – you might think I’m crazy, but I’m serious“ im Ballhaus Naunynstraße. „Colored Woman in a White World“ entwickelte Annabel Guérédrat mit einem internationalen Ensemble. In ihrer Arbeit bezieht sich die politische Künstlerin zumal auf die Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde (1934 – 1992).

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Wenn Annabel Guérédrat bis zum Abwinken den Titel ihres Stücks „Frauen of Color in einer Weißen Welt“ wiederholt, ist schon viel gesagt. Wie absurd ist das! Von der Hautfarbe definiert zu werden. Die Inszenierung geht von Erfahrungen der Tänzerinnen aus. In vehementen Durchgängen schildern sie Kollisionen. Aus white world wird wild west.

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Die autobiografischen Auszüge haben viele Anfänge. Sie transportieren eine Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte. Die Performance erinnert auch an die Kongokonferenz von 1884 in Berlin; an die gewalttätige Idee weißer Männer, Afrika unter sich aufzuteilen. Mit Folgen, die nicht aufhören, virulent zu sein.

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Ein artifizieller Veitstanz folgt dem nächsten. Besonders eindrucksvoll kommt eine Tänzerin aus Louisiana auf ihre Punkte. Annabel Guérédrats spielt mit weißen Erwartungen: „Gibt es eine schwarze Frau, die nicht tanzen kann?“

Ich sehe Wut und Erschöpfung auf der Bühne. Auch Flucht in die Drogen ist ein Thema. Die Tänzerinnen nehmen sich das Publikum vor. Sie fragen: „Liegt es uns im Blut, tanzen zu können?“ „Bin ich zu schwarz, um deutsch zu sein?“

Die Zusammenarbeit schweißte die Tänzerinnen zusammen. Eine Künstlerin aus San Diego formulierte es so: „From stranger to sister“ führte diese politische Arbeit, die zugleich eine Untersuchung von „Spiritualität und Körper“ darstellt.

„We are tomorrow – Colored women in a white world“ heißt die aktuelle Performance von Annabel Guérédrat. Die Choreografin aus Martinique wird mit Pina Bausch und Valeska Gert verglichen. Sie eröffnete 2013 das „Festival Black Lux – ein Heimatfest aus Schwarzen Perspektiven“ mit ihrem Trio „Women Part II – you might think I’m crazy, but I’m serious“ im Ballhaus Naunynstraße. „Colored Woman in a White World“ entwickelte Annabel Guérédrat mit einem internationalen Ensemble. In ihrer Arbeit bezieht sich die politische Künstlerin zumal auf die Autobiografie von Mary Church Terell (1863¬1954) – einer Galionsfigur des Schwarzen Feminismus.

Wenn Annabel Guérédrat bis zum Abwinken den Titel ihres Stücks „Frauen of Color in einer Weißen Welt“ wiederholt, ist schon viel gesagt. Wie absurd ist das! Von der Hautfarbe definiert zu werden. Die Inszenierung geht von Erfahrungen der Tänzerinnen aus. In vehementen Durchgängen schildern sie Kollisionen. Aus white world wird wild west.

Info: Mit Jane Chirwa, Ciena Davis, Kira L. Althaler, Elisabeth Luise Gers, Nasheeka Nedsreal, Raquel Villar – und Morris J. Mungoy am Schlagzeug

Die autobiografischen Auszüge haben viele Anfänge. Sie transportieren eine Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte. Die Performance erinnert auch an die Kongokonferenz von 1884 in Berlin; an die gewalttätige Idee weißer Männer, Afrika unter sich aufzuteilen. Mit Folgen, die nicht aufhören, virulent zu sein.

Ein artifizieller Veitstanz folgt dem nächsten. Besonders eindrucksvoll kommt eine Tänzerin aus Louisiana auf ihre Punkte. Annabel Guérédrats spielt mit weißen Erwartungen: „Gibt es eine schwarze Frau, die nicht tanzen kann?“

Ich sehe Wut und Erschöpfung auf der Bühne. Auch Flucht in die Drogen ist ein Thema. Die Tänzerinnen nehmen sich das Publikum vor. Sie fragen: „Liegt es uns im Blut, tanzen zu können?“ „Bin ich zu schwarz, um deutsch zu sein?“

Die Zusammenarbeit schweißte die Tänzerinnen zusammen. Eine Künstlerin aus San Diego formulierte es so: „From stranger to sister“ führte diese politische Arbeit, die zugleich eine Untersuchung von „Spiritualität und Körper“ darstellt.

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