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Übrigens

Unsere Welt ist besser als ihr Nachrichtenruf

Ukraine und Rebellen, Irak und IS, Israel und Hamas, Massaker in Afrika usw. Es gibt keine Fernseh-Nachrichten und keine Titelseite, die nicht damit beginnt. Irgendwann schaut man nur noch halb hin oder schaltet buchstäblich ab – oder gar nicht mehr ein.

Von Mittwoch, 27.08.2014, 8:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 16.04.2015, 13:34 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

„Am Rande einer Demonstration gegen die extremistische IS im Irak ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Jesiden und mutmaßlichen Islamisten gekommen, wobei nach Angaben der Polizei zwei Jesiden durch Messerstiche von sechs jungen Männern aus Tschetschenien verletzt wurden. Rassistische Gewalt dürfe nicht geduldet werden, warnte der Innenminister von … die Landesregierung müsse das Problem ernster nehmen, zumal sich islamistische Gruppen vermehrt mit deutschen Rechtsextremisten vermischten.“

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Solche Meldungen finden sich regelmäßig in Funk, Fernsehen und Printmedien. Das Einzige, das sie auslösen, ist der Streit zwischen Politikern und Parteien, was getan werden muss. Ausländische Extremisten ausweisen, Gesetzesverschärfungen und Waffenlieferungen an die Kurden fordern die einen, die anderen den Ausstieg Deutschlands aus dem Waffengeschäft überhaupt. Scharfmacher und Pazifisten sonnen sich im Glanze ihrer Wahrheiten. Oder: Die üblichen Verdächtigen schwätzen verdächtig das Übliche.

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Ukraine und Rebellen, Irak und IS, Israel und Hamas, Massaker in Afrika usw. Es gibt keine Fernseh-Nachricht und keine Titelseite, die nicht damit beginnt. An dramatischen Ereignissen können die Medien nicht vorübergehen, das ist einsichtig. Wo aber bleiben die Versatzstücke, die aufklären, die erhellen? Nein nicht irgendwann und irgendwo auf Phoenix, 3sat, ARTE oder so. Nein in Verbindung mit den Horrormeldungen direkt braucht es Erklärung, Beispiele und Ansätze von Lösungen.

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Massierte Schreckensbilder stumpfen ab, irgendwann schaut man nur noch halb hin oder schaltet buchstäblich ab – oder Nachrichten einfach gar nicht mehr ein. Zumal sie doch nur zeigen, was man Stunden vorher auf Facebook und Co. schon erfahren hat. Dort kann man sich mit Gleichgesinnten zusammen aufregen und entrüsten. Oder sich stattdessen auf die erfreulichen und lustigen Dinge des Lebens konzentrieren.

Die Wirkung von Schreckensbildern am laufenden Band scheint niemanden zu kümmern. Jeden Tag bestätigen und verstärken sie die Vorurteile der Leute gegen das Fremde und die Fremden. Wenn es dort so zugeht, dann sollen die von dort bloß nicht zu uns kommen oder hier bleiben. Der einseitige Fokus auf Schreckens-Berichterstattung wirkt wie Dünger auf das Unkraut Misstrauen und Hass gegenüber den und dem Anderen.

Auf Facebook beobachte ich eine böse Parallele. Wer dort nicht eindeutig zu denen für oder gegen Israel, gegen oder für die Palästinenser, für oder gegen die neuen Machthaber in der Ukraine, gegen oder für die Kurden und so weiter gehört, wird von beiden Seiten beschimpft. Differenziertes Nachfragen, in Frage stellen von barsch verkündeten „Wahrheiten“ wird nicht geschätzt. Bekenntnisse sind gefragt und Gefolgschaft. Der eindeutige Gegner ist vielen lieber als jemand auf der Suche nach Antworten.

Toleranz sieht anders aus. Dabei übersehen viel zu viele, in den alten und neuen Medien, dass die Welt in den letzten zehn Jahren den aktuellen Schreckensberichten zum Trotz in den meisten Teilen eine bessere und, ja, auch friedlichere geworden ist. Wie wäre es mit dem Einstreuen von positiven Tatsachen und aufhellenden Beispielen zwischen die tägliche Nachrichten-Düsternis?

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