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Jubiläum

Die millionste Teilnahmeberechtigung für einen Integrationskurs ausgestellt

Die Integrationskurse für Zuwanderer erfahren großen Zuspruch und haben eine Rekordmarke erreicht: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg hat dem millionsten Interessenten eine Teilnahmeberechtigung ausgestellt.

Freitag, 20.01.2012, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.01.2012, 7:59 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Derzeit besuchen Menschen aus insgesamt mehr als 100 verschiedenen Ländern die Kurse – ein Großteil von ihnen stammt aus der Türkei, Russland und Polen. In den Integrationskursen können Neuzuwanderer oder schon länger in Deutschland lebende Menschen mit ausländischen Wurzeln die deutsche Sprache erlernen und Grundkenntnisse zur Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland erwerben.

Für den integrationspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Serkan Tören ist die Zahl „ein eindrucksvoller Beleg für den Ehrgeiz und die Motivation zahlreicher Zuwanderer“. Der Erfolg der Kurse zeige zudem, dass sich die gemeinsame Anstrengung der christlich-liberalen Koalition gelohnt habe. „So wurden etwa die Mittel für die Integrationskurse auf aktuell 224 Millionen Euro erhöht und an der qualitativen Verbesserung und Passgenauigkeit der Kurse gearbeitet. Dass ein Staat jährlich über 200 Millionen Euro in Sprachunterricht für Zuwanderer investiert, ist weltweit einmalig“, so der FDP-Politiker.

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Viele freiwillige
Auch für Linkspolitikerin Sevim Dağdelen zeigt die Millionenmarke, „dass die Integrationsbereitschaft auf Seiten der Migranten sehr hoch ist“. Von der Notwendigkeit, Deutsch zu lernen, müssten die allermeisten Migranten nicht überzeugt werden. Daher sei es heuchlerisch, „im Zusammenhang mit den Integrationskursen über angebliche ‚Integrationsverweigerung‘ zu reden, wie die Bundesregierung es tue“. Und dass „die Bundesregierung den Spracherwerb regelmäßig als Druckmittel nutzt und die Lehrkräfte in Integrationskursen zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, offenbart hingegen die integrationsfeindliche Grundhaltung der schwarz-gelben Koalition“, so Dağdelen weiter. Notwendig sei ein grundlegend anders gestaltetes Integrationskurssystem, das „ohne Zwangsmaßnahmen und Drohungen auskomme“, fordert die Linkspolitikerin.

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Dass das möglich wäre, offenbart die Zahl der freiwilligen Kursteilnehmer. „Zuwanderer zeigen eine hohe Eigenleistung im Kurs und nutzen diesen als Chance, voranzukommen. Dies zeigt sich auch durch den mit rund zwei Dritteln hohen Anteil freiwilliger Teilnehmer“, sagte BAMF-Präsident Manfred Schmidt.

Integrationskurs steigert Chancen
Einer aktuellen Studie der Forschungsgruppe im Bundesamt zufolge verbessert der Besuch eines Integrationskurses die Jobchancen von Menschen mit Migrationshintergrund deutlich und trägt zu einer schnelleren gesellschaftlichen Integration bei. Der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen stieg bei den Teilnehmern von zehn auf 34 Prozent. Eine weitere Verbesserung der Sprachkenntnisse konnten vor allem die Personen erreichen, die nach Abschluss des Kurses weiterführende Angebote wahrgenommen haben – so beispielsweise berufsbezogene Sprachkurse aus dem so genannten ESF-BAMF-Programm.

Die Integrationskurse werden von mehr als 1.300 Trägern im gesamten Bundesgebiet angeboten: darunter vor allem Volkshochschulen, Sprach- und Fachschulen, Bildungsstätten oder kirchliche Trägergruppen. Neben allgemeinen Integrationskursen werden beispielsweise auch Alphabetisierungskurse, Eltern- und Frauenkurse, Intensivkurse oder Jugendintegrationskurse gefördert. Die Sprachkurse umfassen in der Regel zwischen 600 und 900 Stunden. Der anschließende Orientierungskurs dauert 45 Stunden und geht insbesondere auf Rechtsordnung, Geschichte und Kultur Deutschlands ein. (sb)

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