TV-Tipps des Tages

19.07.2011 – China, Türkei, Armenien, Völkermord, Islam, Göreme

TV-Tipps des Tages sind: Chinas Grenzen - Abenteuer vom Ussuri bis zum Hindukusch; Schätze der Welt - Göreme (Türkei) Felsenstadt der frühen Christen; Aghet - ein Völkermord; Die Grenze der Versöhnung - Das Kreuz der Armenier mit der Türkei; Gesichter des Islam

Von Dienstag, 19.07.2011, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 16.07.2011, 22:50 Uhr Lesedauer: 7 Minuten  |  

Chinas Grenzen – Abenteuer vom Ussuri bis zum Hindukusch
2/2, Wüsten, Pässe, wilde Reiter – Sechs Monate lang ist Ostasien-Korrespondent Johannes Hano durch Chinas entlegenste Grenzprovinzen gereist.

20.000 Kilometer hat er mit seinem Team dabei zurückgelegt, auf Landstraßen, Feldwegen, Sand- und Geröllpisten, und war an Orten, die noch nie ein Ausländer gesehen hat.

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Johannes Hano spricht mit Uiguren und Kirgisen, feiert Hochzeit mit Tadschiken, übernachtet bei Nomaden in der Inneren Mongolei und fragt sich schließlich, wie dieses Riesenreich mit seiner landschaftlichen, kulturellen und ethnischen Vielfältigkeit auf Dauer zusammenhalten soll.

„Das hat doch mit China alles gar nichts mehr zu tun hier“, ist der erste Eindruck des Teams. Verschleierte Frauen, manche mit Burka, bärtige Männer, die Wasserpfeife rauchen, orientalische Basare, Kebab statt Reis mit Gemüse. In der Provinz Xinjiang, ganz im Westen Chinas, liegt der Duft des Orients in der Luft. Die Provinz Kashgar war lange für Journalisten gesperrt, besonders seit den blutigen Unruhen 2009.

Weiter geht es in den Hindukusch und zum höchsten Grenzübergang der Welt. Dort im Westen spürt das Team die Spannung, unter der das chinesische Imperium steht. Ohne staatliche Aufpasser dürfen sie sich entlang der Grenzen nicht bewegen.

Von Xinjiang geht es weiter in die Innere Mongolei, wo sich über Hunderte von Kilometern ein Gebirge aus Sand erstreckt. Dort befindet sich die höchste Düne der Welt, kleine Salzseen funkeln wie Diamanten im Sand.

Im Grasland der Inneren Mongolei lebt Maxim. Er ist halb Chinese, halb Russe. Seine Großeltern wohnten in den 1950er Jahren noch in Erdlöchern, er selbst hat gerade mitten im Nichts ein nagelneues Hotel eröffnet. In Zukunft hofft Maxim auf wohlhabende Touristen aus Peking und Schanghai. Wie viele junge Chinesen möchte er Teil von Chinas Modernisierungsprozess sein. (09:45-10:30 • PHOENIX)

Schätze der Welt – Erbe der Menschheit
Dokumentation – Göreme (Türkei) Felsenstadt der frühen Christen
Als der spanische Schriftsteller Juan Goytisolo durch die Täler von Göreme in der Türkei wanderte, war er sicher: der Architekt Gaudí muss hier gewesen sein und das alles gebaut haben!

Tausende von Kegeln, Pilzen, Kaminen, Türmchen und steinernen Ornamenten, hinter jedem Felsvorsprung tauchen neue Formen auf.

Der Canyon im türkischen Hochland ist eine märchenhafte Vulkanlandschaft, in der Wind, Wasser und Kälte die Baumeister waren. Unterschiedlich hartes Tuffgestein der verschiedenen Lawaströme vor mehreren Millionen Jahren ließen Hütchen und Dächer auf den weicheren Kegeln darunter zurück, die sich wunderbar aushöhlen ließen. Das nutzten die ersten Mönche und Nonnen Vorderasiens, die sich im vierten Jahrhundert unter der Anleitung von Bischof Basileios von Kayserei in die bizarren Formationen der Täler Kappadokiens zurückgezogen hatten. Eine unglaubliche Bautätigkeit begann, in das Tuffgestein hinein: Felsenklöster, Kirchen, Zellen, Kapellen über der Erde und ganze Städte unter der Erde von weltweit unvergleichlichem Ausmaß.

Die ersten Christengemeinschaften fanden in den Tälern bei Göreme andächtige Stille für ihr bescheidenes und autarkes Leben und Schutz vor den damals zahlreichen Feinden, seien es Perser, Römer oder Araber. Und sie verstanden, ihre Kirchen und Kapellen zu schmücken! Heute findet der Besucher in jedem Tal des Nationalparks von Göreme kostbare Schätze byzantinischer Kultur. Die nahezu vollständig erhaltenen oder restaurierten Ikonographien aus dem 7.-11. Jahrhundert können sich mit der Kunst der byzantinischen Zentren messen – nur dass die Natur in Kappadokien ein unvergleichliches Erlebnis daraus macht: eine Reise in eine andere Welt. (10:30-10:45 • BR-alpha)

Aghet – ein Völkermord
Dokumentarfilm (Kultur – Krieg, Konflikt, Unruhen) – Monothema – Doku-Drama von Eric Friedler, Deutschland 2009/2010

Zwischen 1915 und 1918 kamen beim Genozid an den Armeniern bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanischen Reich, der heutigen Türkei, ums Leben. Dieser erste Völkermord des 20. Jahrhunderts, der neben der Shoah 1948 zur Schöpfung der Anti-Genozid-Konvention der UN führte, wird bis heute von den Verantwortlichen und ihren Nachkommen geleugnet und von der Welt weitgehend verdrängt. Eric Friedler hat sich jahrelang mit den politischen Motiven, die noch heute stark genug sind, um die historische Tatsache des Armenier-Genozids zu verschweigen und zu unterdrücken, beschäftigt. Er sprach mit internationalen Regierungschefs und der intellektuellen Elite der Türkei, befragte Historiker, Zeitzeugen und Wissenschaftler in der Türkei, Deutschland, USA, Frankreich, Syrien und Armenien, sowie Vertreter der weltweiten armenischen Diaspora. Er forschte in internationalen Archiven und rekonstruierte den Verlauf des Völkermords aus zahlreichen historischen Quellen. Es sind detaillierte Lageberichte deutscher und US-amerikanischer Diplomaten, aber auch Schilderungen von Ärzten, Sozialhelfern, Lehrern, Missionaren, Korrespondenten und Krankenschwestern aus Schweden, Dänemark und der Schweiz, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Türkei lebten. Das Doku-Drama „Aghet – ein Völkermord“ geht der Frage nach, welche Motive hinter der Ablehnung vieler Regierungen stehen, sich klar und deutlich zum Genozid an den Armeniern zu äußern. Warum sie eine Regierung, die sich ganz offiziell der Leugnung eines Weltverbrechens schuldig gemacht hat, nicht energisch in ihre Schranken weisen. In einer minimalistischen Inszenierung verleiht ein hochkarätiges Schauspielerensemble – darunter Hanns Zischler, Martina Gedeck, Burghart Klaußner und Friedrich von Thun – den vor langem verstorbenen Zeitzeugen aus den historischen Dokumenten eine Stimme. 95 Jahre nach dem Völkermord sind ihre Aussagen von beklemmender Authentizität noch einmal zu hören. In der Dokumentation „Die Grenze der Versöhnung – Das Kreuz der Armenier mit der Türkei“ geht es im Anschluss, um 0.00 Uhr, ebenfalls um den Völkermord an den Armeniern. (22:25-00:00 • 3sat)

Die Grenze der Versöhnung – Das Kreuz der Armenier mit der Türkei
Dokumentation (Gesellschaft – Gesellschaftliche Problematik/Soziale Brennpunkte) – Monothema – Film von Daniel Guthmann – (aus der ORF-Reihe „Kreuz & Quer“)

Nach jahrzehntelangem Konflikt wollten die Türkei und Armenien 2009 erstmals wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Obwohl sich das geografisch isolierte Armenien von einer Grenzöffnung einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung erwartet, ist die Annäherung an die Türkei auch innerhalb der armenischen Kirche ein umstrittenes Thema. Bis heute nämlich leugnet die Türkei ihre Verantwortung für den historisch verbürgten Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs. Gerade aber Patriarch Vazgen I. und auch sein Nachfolger, der jetzige Katholikos Garegin II., haben sich für die Erinnerungskultur an den Völkermord eingesetzt. Doch gerade für die armenische Kirche ist die Grenzöffnung von großer Bedeutung – liegt doch deren heiliger Berg und Nationalsymbol der Armenier – der Berg Ararat – seit der Grenzziehung von 1921 auf türkischem Gebiet. Es stellt sich die Frage: Kann es ohne ein klares Schuldbekenntnis der Türkei überhaupt Schritte der Versöhnung geben? Der Film aus der Reihe „Kreuz & Quer“ berichtet über die schwierige Annäherung der beiden Nachbarländer Armenien und Türkei. (00:00-00:45 • 3sat)

Gesichter des Islam
„Männer und Frauen“ zeigt Musliminnen und Muslime und das Selbstverständnis der Geschlechter in Marokko, Deutschland und Saudi-Arabien.

In der Königsstadt Fes erleben wir eine traditionelle Hochzeit und die Ehe als nach wie vor verpflichtende islamische Lebensweise. Beim Jahrestreffen der Muslimischen Jugend Deutschland diskutieren junge Leute im hessischen Bad Orb Fragen von Beziehung und Religion.

In Fes erleben wir die junge Designerin Faouzia Anafi als Chefin von sechs Männern und als gehorsame Tochter, während unweit der 1000 Jahre alten Moschee die HipHopper der Gruppe F’assi – gläubige und in ihre Familien integrierte junge Leute – ihre Beats durch die Gassen schallen lassen. In einem Haus für ledige Mütter in Casablanca zeigt sich die harte Seite der Lebensrealität muslimischer Frauen. Zerah Yilmaz, Leiterin der Begegnungsstätte der neuen Moschee in Duisburg-Marxloh, verblüfft mit offenen Worten, während junge Männer und Frauen in Saudi-Arabien mit dem Segen des Königs in einen ersten Dialog treten. (01:20-01:50 • RBB Berlin, RBB Brandenburg)

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  1. Europa sagt:

    Man müsste zur Verteidigung der Türkei sagen, dass es viele Länder weltweit gibt, die zu Feige sind sich zu ihrer Vergangenheit zu bekennen. Bei den Japanern zum bespiel gab es nach dem 2.WK auch keine Vergangenheitsbewältigung.

    Dass Deutschland sich zu seiner Nazivergangenheit bekennt und die Schuld dafür auf sich genommen hat (und auch viele Milliarden bezahlt hat), ist (leider) keine Selbstverständlichkeit, sondern zeigt von echter Grösse. Ein Regierungschef wie Willy Brandt, der sich auf seine Knie fallen lässt um der Demut eines ganzen Volks ausdruck zu verleihen, wird es in der Türkei nie geben. Den Türken ist es halt wichtiger, behaupten zu können sie hätten eine weisse Veste, als für die Verbrechen vergangener Generationen gerade zu stehn. Das sind halt Mentalitätsunterschiede und deshalb sind die Deutschen weltweit auch beliebter als Türken.
    Die ganze Welt weiss, dass es ein Genozid war.

  2. BiKer sagt:

    @ europa

    nu ma halblang. wir wissen ja mittlerweile, dass sie eine aversion gegen die türkei haben. dass sie das aber mit deutschland vergleichen, zeigt, dass es schon mehr als eine aversion ist.

    1. deutschland hat sich nicht zum genozid bekannt. sie wurde bekannt. nach einer niederlage und besatzung blieb deutschland nichts anderes übrig. kniefall etc. halte ich für eine nette und wichtige geste. wenn es aber wirklich eine aufbereitung gegeben hätte, wären die skandale im deutschen außenministerium nicht erst kürzlich aufgedeckt worden. heute noch geht man davon aus, dass es massig unterlagen zum genozid gibt, die nicht abgearbeitet wurden. so hat das außenministerium wohl maßgeblich mitgewirkt und niemand wurde bis heute zur rechenschaft gezogen. hallo!!! man hat nach der besatzung das gemacht, was von oben verdonnert wurde und als die besatzer weg waren, hat man quasi aufgehört.

    2. ob es ein genozid in der türkei gab oder nicht, weiß ich nicht. es gibt genug historiker, die das bejahen als auch verneinen – beide für sich glaubwürdig. was ich aber nicht verstehe ist, wieso man auf das angebot der türkei nicht eingeht. die hatte angeboten, die archive für eine unabhängige kommission von wissenschaftlern zu öffnen und deren urteil anzuerkennen. das angebot schwebt immer noch in der luft und wird nicht angenommen. wenn die türkei etwas zu verbergen hätte, würde sie nicht so ein angebot machen und wenn die befürworter sich ihrer sache so sicher wären, würden sie nicht zögern, so ein angebot anzunehmen.

    unterm strich dürfte die wahrheit wohl irgendwo dazwischen liegen. ein vergleich mit deutschland verbietet sich dennoch. damit relativieren sie den holocaust. und dass die deutschen in der welt beliebter sind als die türken halte ich für ein gerücht.

  3. Tana sagt:

    „und dass die deutschen in der welt beliebter sind als die türken halte ich für ein gerücht.“

    Na dann schauen Sie mal hier, Biker:
    http://www.n24.de/news/newsitem_607588.html

  4. akira sagt:

    an BiKer

    du hast dir die Dokus auch nicht wirklich angeschaut.

    Du leugnest mit derselben Argumentationsweise wie es der türkische Staat tut.

    Schähm dich!

    Nach 90 Jahren noch irgendetwas glaubwürdiges in türkischen (Täter) Archiven zu finden grenzt an Wahnvorstellung.

    Da die Türkei mit sehr großer Sicherheit alles welches zu verbergen war schon längst vernichtet oder manipuliert hat.

    Dagegen haben die überlebenden Armenier ihre Geschichte so weit es ging dokumentiert und mit Historikern gemeinsam die Geschichte aufgearbeitet.

    Was tat die Türkei?
    -> sie schwieg und leugnete wie ein stures Kind
    -> verbot Historikern und Schriftstellern die Einreise
    -> verklagte die eigenen Historiker und Schriftsteller

    Jetzt will sie aufeinmal mitreden, aber komischerweise nimmt sie keiner mehr ernst.

    Schau dir die Dokus ohne Türkisch nationalistische Sonnenbrille an, dann wirst du es verstehen.

    • Leo Brux sagt:

      Völkermord an den Armeniern:

      Ich hab vor 20 Jahren mal einen Band mit Dokumenten dazu durchgelesen. Die waren eindeutig. Für mich ist da kaum noch ein Zweifel, dass Völkermord stattgefunden hat.

      Natürlich kann man nun noch über das Ausmaß streiten (wie viele Opfer waren es?), man kann sich streiten darüber, wie schlimm die Armenier waren, man kann darauf hinweisen, dass es ein Volkskrieg beider gegeneinander war, und man kann die Opferzahlen gegeneinander aufrechnen … Bitte. Aber es war Völkermord. Schlicht und einfach Völkermord. Die nationalistischen Jungtürken wollten alle Armenier, auch die Frauen, auch die Kinder, auch die Alten, die sie auf dem von ihnen beherrschten Territorium vorgefunden haben, vernichten, auslöschen, umbringen. Und sind dabei leider sehr erfolgreich gewesen.

      Ich sage das als jemand, von dem ihr wisst, dass er kein Feind der Türkei ist.

      Hinzufügen möchte ich noch: Es ist in der Türkei meines Wissens nachwievor verboten, die Dokumente, die wir in unseren Stadtbibliotheken finden über den Völkermord an den Armeniern, in der Türkei und auf Türkisch zu publizieren. Warum wohl?

      Für Türken geht die Frage an die Ehre. Der Völkermord darf nicht wahr sein, weil er die Ehre der Nation und des Türkentums beflecken würde. Drum gibt es in der Türkei und mit Türken darüber auch kaum je eine sachliche Auseinandersetzung. Das Faktum ist sozusagen von vorne herein verboten – es darf nicht behauptet werden, weil es die Ehre angreift.

      Da bin ich eben ein Deutscher. Mir ist die Ehre Deutschlands oder der Türkei, die Ehre meines Vaters oder meine eigene Ehre zweitrangig — oder, vielleicht besser ausgedrückt: Für mich steht die Wahrheit immer über der Ehre, und dass ich die Wahrheit der Ehre vorziehe, darin liegt meine eigene Ehre. Mich interessiert zuerst die Wahrheit, und wenn sie meine oder deine oder die deutsche oder die türkische Ehre verletzt, dann ist das halt Pech.

      Ich versteh aber natürlich die Mentalität der Ehre. Darum verzichte ich normalerweise darauf, gegenüber Türken auf dem (m. E. hoch wahrscheinlichen )Faktum des Völkermords an den Armeniern zu insistieren. Ich finde es menschlich, wenn Menschen Fragen der Ehre nicht als Wahrheitsfragen zulassen. Menschlich, aber auch schade. Uns Deutschen ist nach 1945 gottseidank nichts anderes übrig geblieben als der Wahrheit in die Augen zu schauen. Es ist uns schwer genug gefallen, und es hat schon etwas gedauert, bis es den Durchbruch gab – bis in die 60er Jahre hat sich die breite Mehrheit gesträubt. Jetzt sind wir durch das Feuer hindurch – und merken, dass es uns richtig geholfen hat, sich der grauenhaften Wahrheit der eigenen Geschichte zu stellen.

  5. BiKer sagt:

    @ tana

    sie verwechseln a n s e h e n deutschlands mit der beliebtheit der deutschen ;)

  6. BiKer sagt:

    @ akira

    das angebot der türkei bezieht sich selbstverständlich nicht auf die archive der türkei allein sondern auf auch auf die türkischen archive. die wissenchaftler (türkische, armenische und wissenschaftler aus anderen ländern) sollen nicht nur in türkischen sondern in a l l e n zugänglichen archiven forschen – auch in den armenischen. nur geht armenien nicht auf dieses angebot ein. sorry aber, sie lassen sich von einem film, der in eine ganz bestimmte richtung argumentiert, blenden. es gibt auch filme, die etwas ganz anderes behaupten.

    außerdem schrieb ich, dass die wahrheit irgendwo dazwischen liegen dürfte. sie unterstellen mir da was.

  7. Kritiker sagt:

    Also ich seh das ähnlich wie Akira,

    Die Türkei hatte bis jetzt fast ein ganzes Jahrhundert Zeit alles aber auch alles was irgendwie gegen sie verwendet werden könnte verschwinden zu lassen bzw. zu vernichten. Jeden kleinsten Beweis. Das Einzige was also noch bleibt sind dokumentierte Berichte, Briefe, vor allem Briefe von Menschen verschiedenster Nationen. Hier wird man am ehesten auf die Tatsache stossen das Menschen die nichts miteinander zu tun hatten gleiche oder gar ähnliche Berichte in Schriftform nach Hause schickten. Das sind dann für mich unleugbare Beweise das es passiert ist. Tatsache ist auch, wenn diese Feinde im Inneren jemals so gefährlich gewesen wären wie die Jungtürken vorgaben, dann hätten erstens mal viel mehr Türken sterben müssen und womöglich wäre es den Türken gar nicht gelungen so viele Menschen zu töten. Das kann man nur wenn man weitgehend wehrlose Menschen vor sich hat.
    Ich persönlich würde Erdogan damit zur Weissglut bringen die Anerkennung des Genozids als wichtiges Aufnahmekriterium in die EU anerkennen zu müssen. Wenn ich dieses arrogante Gesicht von dem Typen nur sehe hängt mein Kopf schon über der Schüssel.

  8. GermanyMA sagt:

    Wenn ich meine Bildung durch Doku´s bzw. aus Reportagen hole, darf ich mich nicht wundern wenn diese sehr einseitig und nicht unbedingt wahrheitsgetreu dargestellt werden. So auch z. B. die Doku von Michael Moore 9/11. Ist es deshalb so gewesen, hmmm??

    Ich möchte nur die Leser darauf hinweisen, dass es eine einseitige Darstellung der Ereignisse in den Jahren 1915-1918 ist. Das Armenier zu Tode gekommen sind, BEZWEIFEL ICH NICHT!!!! Aber das ist nur die eine Seite der Medaille! Es existiert überhaupt kein Intereses die damalige Situation aufzuarbeiten.
    Hier nocheinmal der Hinweise, die Armenier haben Ihrerseites zigtausende Mohammedaner umgebracht. Bitte recharchiert ebenfalls diesen Punkt. Das heißt nicht, dass ihr Tod gerechtfertigt ist, aber zu diesem Zeitpunkt befand sich die Türkei in einem Krieg gegen andere Länder sowie im Bürgerkrieg.
    Noch ein Hinweise: Die Türkei befand sich in diesem Zeitraum im 1. Weltkrieg. Jeder Soldat wurde in den Dardellen sowie an diversen anderen Randbezirken der Türkei benötigt. Nur eine Zahl, allein in den Dardellen sind über 250.000 Soldaten umgekommen(einschließlich Hungertod, Krankheiten sowie spätfolgen). Wie bzw. mit welcher Logistik sollen so viele Armenier umgebracht worden sein?? Wurden die Armenier vertrieben, JA, wurden Sie ihrem Schicksal überlassen, JA, wurden diese ermordert und systematisch dezimiert, NEIN! Das es in bestimmten Städten zu Massakern gekommen ist will ich gar nicht bestreiten, aber auch hier war es eine Reaktion auf eine Aktion im Nordosten der Türkei als ebenfalls Mohammedaner durch die Armenier Massakriert worden sind.
    Wenn ihr zu diesem Thema mitreden wollt, dann bitte, bitte, recherchiert nach und versucht einfach die Geschichte in ihrem Gesamtbild zu betrachten. Hier geht es nicht um EHRE oder sonstigem Blödsinn, hier geht es nur um Fakten sowie der Tragödie, welches zweifelsfrei einer ist, dass aufgearbeitet werden sollte.

    Die Frage ist nicht wer Schuld hat sonder wie es dazu gekommen ist!

    Die russischen Archieve können viel zur Aufklärung der Situation der Armenier beitragen.

  9. akira sagt:

    an GermanyMA

    Du willst es anscheinend nicht verstehen.

    -> dieser Völkermord wurde schon längst von Opfern und Historikern „aufgeklärt“.

    Alleine der Täter weigert es sich zuzugeben und bedroht und beleidigt alle Länder und Menschen welche das geschehene beim Namen nennen wollen.

  10. serhan sagt:

    Und noch einmal Herr GermanyMA:

    ES IST VÖLLIG EGAL WIE ODER WARUM ES ZU DEM VÖLKERMORD GEKOMMEN IST!!
    Wenn SOLDATEN im Krieg umkommen ist das NICHT VERGLEICHBAR mit dem Abschlachten von mehreren Hunderttausend wehrlosen Kindern, alten Menschen und Frauen, das sollte eigentlich klar sein. Wie kann man das Umkommen von Soldaten im Krieg mit der Abschlachtung von wehrlosen Menschen die hunderte Kilometer von dem Kriegsschauplatz entfernt waren vergleichen und das als Argument nennen?! Völlig sinnfrei wenn ich das sagen darf.

    Und der Vergleich von der 9/11 Doku mit einer mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichneten Dokumentation zu vergleichen, die hauptsächlich darin besteht, DOKUMENTE, BERICHTE und ZEUGENAUSSAGEN 1:1 zu präsentieren ist auch wirklich mehr als absurd!

    Ein Beispiel: Wenn jemand heutzutage einen Mord begeht, dieser von mehreren unterschiedlichen Augenzeugen beobachtet wird, es Fotografien und Dokumente von dem Mord gibt die das belegen, wie soll da bitte eine so genannte „Gegenseite“ aussehen die von den meisten Türken so oft erwähnt wird?!
    Das die Augenzeugen sich das alle eingebildet haben, die Fotografien mit Photoshop gefälscht sind und die Dokumente alle selber mit Word erstellt wurden?!?!
    Es gibt keine Gegenseite in so einem Fall. Die Sachlage ist klar und der Täter / Mörder muss die Strafe für sein Verbrechen akzeptieren und zur Rechenschaft gezogen werden! Fertig!

    Der Großteil der Türken, ob er es nun merkt oder nicht, versucht jedes mal einen Völkermord zu begründen, und merkt dabei gar nicht, das er somit diesen eigentlich schon zugibt, doch ihn nur nicht als „Völkermord“ bezeichnet, weil es seiner Meinung nach eben halt gerechtfertigt war.

    Im übrigen spielt das Wort EHRE eine sehr große Rolle in dieser Sache. Denn die Gründung der heutigen Türkei, auf die der Großteil der Türken mehr als Stolz ist, beruht auf der Tatsache das es keinen Völkermord gegeben hat. Der Nationalmythos der Türkei verschweigt den Preis den es dafür zahlen musste um die Türkei gründen zu können. Würde man diesen Völkermord nun zugeben, so würde der Mythos der Gründung der Türkei in sich zusammenbrechen. Zusammenfassend, konnte die Gründung der heutigen Türkei nur auf Grund einer Lüge passieren.
    Diese Erkenntnis wäre natürlich für die meisten Türken niederschmetternd und wird deshalb auch mit allen Mitteln versucht zu vertuschen.