Auf Iran fallen amerikanische und israelische Bomben – und noch bevor Menschen fliehen, wird ihr mögliches Entkommen als Bedrohung verhandelt. Friedrich Merz spricht über den Iran-Krieg vor allem als Migrationsrisiko. Von Niklas Treppner und Melissa Erichsen
In München wurde eine koloniale Weltsicht nicht nur ausgesprochen, sondern beklatscht – und damit offengelegt, wer im Westen als Teil des „Wir“ gilt und wer nicht. Was München 2026 über Macht und Zugehörigkeit verriet. Von Deborah Wolf
Weniger Geld, mehr Bedarf: Wegen gekürzter Mittel erhalten Millionen Menschen nicht die nötige Hilfe. Der Krieg im Iran habe die Lage verschärft. Könnte er auch zu einer Massenflucht führen? IOM rät zur Notfallplanung. Die EU zeigt sich gelassen. Das liegt an der Türkei.
Der Angriffskrieg der USA und Israel gegen Iran könnte weitere Menschen in der Region zur Flucht zwingen. Aus Sicht der EU-Kommission sind große Fluchtbewegungen bislang jedoch ausgeblieben. Sollte sich das ändern, sieht sich Brüssel vorbereitet.
Auswandern als Rettung? Vor 100 Jahren setzten viele Deutsche alles auf Persien – und wurden von Versprechen, Vermittlern und Politik im Stich gelassen. Die Sorge vor unkontrollierter deutscher Zuwanderung ging um. Die Geschichte zeigt, wie Migration zum Markt für Hoffnungen wird. Von Prof. Dr. Stefan Piasecki
Zwar gewinnt Deutschland weiter mehr Einwanderer als es gleichzeitig verliert, der Zuwachs wird aber kleiner – sogar deutlich. Nicht eindeutig ist das Bild bei der Erwerbsmigration.
Menschenrechte befinden sich weltweit unter Bedrängnis, sagt Human Rights Watch. Deutschland müsse im eigenen Interesse Vorreiter sein – auch im eigenen Land. Die Stimmung gegen Migranten verschärfe sich. Beim Thema Israel habe Deutschland international Kredit verspielt.
In den vergangenen Jahren hat Einwanderung meist ausgeglichen, dass in Deutschland mehr Menschen sterben als geboren werden. Nicht so im vergangenen Jahr. Da ist die Nettoeinwanderung eingebrochen.
Rechtsextremisten aus England jagen an Frankreichs Küste Boote, zerstören Ausrüstung und inszenieren sich als „Grenzschutz“. Paris reagiert mit Festnahmen und Abschiebung. Derweil sinkt die Nettozuwanderung nach Großbritannien drastisch.
In Debatten um Migration, Gender oder Bürgergeldempfänger kommen auch vorurteilsbeladene Töne vor. Sozialpsychologe Roland Imhoff forscht zu Stereotypen. Im Gespräch erklärt er, wie sie entstehen und wann sie problematisch werden. Von Nils Sandrisser